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Sportfreunde Siegen

Überraschendes Aus für Jörg Jung

29.10.2009 | 17:44 Uhr
Überraschendes Aus für Jörg Jung

Siegen. Während der VfB Stuttgart nach anhaltender Erfolglosigkeit und dem Aus im DFB-Pokal an Trainer Markus Babbel festhält, zieht man bei Sportfreunde Siegen nach sportlichen Rückschlägen andere Konsequenzen.

Völlig überraschend wurden Mittwoch Mittag Chef-Trainer Jörg Jung und Co-Trainer Richard Jankowski mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Der Vorstand hatte das Trainer-Duo über die Entscheidung informiert.

Medienbeauftragter undund Manager ahnungslos Die vom Geschäftsstellenleiter Martin Reimann mit Eingang um 14.59 Uhr knapp formulierte Pressemitteilung lautetete wie folgt: „Der Vorstand hat in Absprache mit dem Aufsichtsrat Trainer Jörg Jung sowie den Co-Trainer Richard Jankowski mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Beide Trainer wurden hierüber in einem Gespräch mit dem Vorstand heute Mittag auf der Geschäftsstelle informiert. Aufsichtsrat und Vorstand bedanken sich bei den Trainern für die geleistete Arbeit und wünschen Jörg Jung und Richard Jankowski alles Gute für die Zukunft. Die Verantwortlichen des Vereins werden kurzfristig eine neue sportliche Leitung präsentieren.”

Angabe zu den Gründen des De-Facto-Rauswurfs – Fehlanzeige! Selbst der Medienbeauftragte Michael Zylka war von der aktuellen Entwicklung überrascht: „Ich habe um 15.05 Uhr vom Vorstand die Nachricht über die Entlassung erhalten, da war ich gerade mit meiner Frau unterwegs. Ich habe keine Ahung, was die Gründe sind und kann und will da jetzt auch nicht spekulieren.”

Während sowohl der geschasste Trainer Jörg Jung als auch Manager Gerd Kehrberg für eine Stellungnahme nicht zur Verfügung standen, erklärte der Vorstandsvorsitzende Mannfred Utsch gestern gegenüber unserer Zeitung die Gründe zur Entlassung: „Silberne Löffel haben die Beiden nicht geklaut. Die Gründe liegen ganz klar im sportlichen Bereich. Wir, das heißt der Vorstand und der Aufsichtsrat, waren der Meinung, dass die sportliche Entwicklung so nicht weitergehen kann. Cheftrainer und Co-Trainer haben ihre Arbeit nicht so gemacht, wie wir uns das vorstellen.”

Auf Nachfrage, wann er und der Vorstand zu der Entscheidung gelangt seien, erklärte Manfred Utsch: „Das hat sich jetzt über Wochen hingezogen, es waren ja nicht nur die vergangenen zwei Spiele...” Hatte also das Pokal-Aus gegen Kaan-Marienborn vielleicht das Fass zum Überlaufen gebracht? „Diese Niederlage allein war nicht entscheidend, aber ich muss natürlich schon zugeben, dass mich der Ausgang sehr enttäuscht hat, und wie man in Kaan verloren hat. Ich hatte den Eindruck, die Sportliche Leitung und die Mannschaft haben das Pokalspiel nicht mit dem nötigen Ernst betrachtet, das Spiel nicht so wichtig genommen. Die Mannschaft und die Führung hat die besondere Bedeutung des Spiels für uns und den Verein, auch in der Konkurrenzsituation, nicht verstanden.”

Die Entscheidung sei jedoch einstimmig von Vorstand und Aufsichtsrat getroffen worden, so Utsch. Von den vier Vorstandsmitgliedern Manfred Utsch (Vorsitz), Karl-Heinz Jungbluth, Gerd Kehrberg und Lutz Lindemann hatte sich nur Lindemann bei der Abstimmung enthalten. Nachfrage der RUNDSCHAU: War auch Gerd Kehrberg als Manager der Auffassung, das Trainer-Duo müsse aufgrund von sportlichem Misserfolg entlassen werden? Antwort Manfred Utsch: „Nein, Herr Kehrberg war bei der Entscheidung nicht dabei, er hat auch nicht mit abgestimmt.”

Aufsichtsratschef:„Kein Hüftschuss” War die Trennung vom Trainer also wieder eine „Bauchentscheidung” von Manfred Utsch, die im Restvorstand und im Aufsichtsrat nur noch „abgenickt” wurde?

Dieser Einschätzung widersprach der Aufsichtsrats-Vorsitzende Ulrich Steiner mit Nachdruck: „Wer Manfred Utsch kennt, der weiß, dass er beim Fußball mit Emotionen dabei ist und so eine Entscheidung wie damals bei der Entlassung von Jan Kocian war das nicht. In diesem Fall jetzt teilt der Aufsichtsrat vollkommen die Einschätzung, dass es sportlich so nicht weitergehen kann. Wir haben doch gegen bieder spielende Mannschaften nicht gepunktet. Da musste man sich doch die Frage stellen, schauen wir uns das noch länger an oder handeln wir jetzt. Aber soviel kann ich sagen: Ein Hüftschuss war das keinesfalls.”

Bereits am heutigen Donnerstag soll das neue Trainer-Duo mit einer Pressemitteilung bekannt gegeben werden. Wie aus Kreisen des Aufsichtsrates zu erfahren war, soll ein Trainer aus den Niederlanden die Mannschaft bereits am Freitag gegen Bergisch Gladbach führen.

Vorstellbar wäre, dass auch Peter Nemeth künftig wieder eine Position bei den Sportfreuden übernimmt.

Zu dieser Personalie sagte Manfred Utsch: „Peter Nemeth ist ein sympathischer Typ. Er ist ein bisschen zu unrecht abgeschossen worden. Vielleicht kommt er ja mal zurück. Zum neuen Cheftrainer haben wir Stillschweigen vereinbart. Aber soviel kann ich verraten: Es ist keiner aus dem Kreis der Sportfreunde. Ich kannte den Namen bisher auch nicht.”

Frank Steinseifer

Kommentare
29.10.2009
15:20
Überraschendes Aus für Jörg Jung
von Juppieduuh | #11

@beobachter2345: Die neu zusammen gestellte Mannschaft sollte das Nonplusultra der NRW-Liga darstellen. Und zwar einschliesslich der Ersatzbank. Ganz...
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2009-10-29 17:44
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