Überragende erste Halbzeit

Heider Thomas im Duell mit Schalksmühles Dominic Luciano.
Heider Thomas im Duell mit Schalksmühles Dominic Luciano.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der TuS Ferndorf ist zurück an der Tabellenspitze der 3. Handball-Liga! Das Team von Erik Wudtke deklassierte am Freitagabend vor 1000 Zuschauern in der Sporthalle Stählerwiese den Südwestfalen-Rivalen SG Schalksmühle-Halver dank einer phantastischen ersten Halbzeit mit 34:25 (18:7).

Kreuztal..  Der TuS Ferndorf hat gestern Abend mit dem klaren 34:25 (18:7)-Erfolg gegen die SG Schalksmühle-Halver vor 1000 Zuschauern in der Sporthalle Stählerwiese die Hinspielniederlage mehr als wett gemacht, fuhr in der 3. Liga den 13. Sieg in Folge ein. Grundstein für den klaren Erfolg war eine bärenstarke erste Halbzeit. Nun gilt es, am kommenden Freitag in Leichlingen auch die zweite Hinspiel-Niederlage zu „kitten“.

Es war eine erste Halbzeit, die die Gäste aus dem Märkischen Kreis am liebsten vergessen hätten. 18:7 nach 30 Minuten für den TuS Ferndorf. Vorne 20 Minuten brutal effektiv, hinten hoch konzentriert mit einem überragenden Kai Rottschäfer zwischen den Pfosten. Neun glasklare Paraden legte der Zerberus hin, während auf der anderen Seite Dominik Formella gerade ein Mal seine Hände an den Ball bekam und in der 15. Minute schon leicht entnervt Mareks Skabeikis Platz machen musste.

Über 6:1 in der 10. Minute bis zum 10:2 in der 15. Minute legte der TuS den Grundstein für den fast schon existierenden Klassenunterschied auf die Platte. Sowohl der gefürchtete Jacek Wardzinski als auch der Rest der „Polen-Fraktion“ im Dress der SG Schalksmühle-Halver – Maciej Dmytruszynski und Mateusz Rydz – fanden überhaupt keine Lücken in der konzentriert stehenden Ferndorfer Deckung. Hauptschütze Wardzinski, der früh von der „Marke“ seinen 100. Saisontreffer markierte, war in diesen ersten 30 Minuten zwei Mal per Strafwurf erfolgreich - bezeichnend für den ansonsten so gefährlichen Rechtsaußen.

Julian Schneider in Galaform

Beim TuS war die fehlende „Links-Fraktion“ nicht zu spüren. Julian Schneider, als Rechtshänder auf halbrechts, war mit zwei schnellen Treffern zum 2:0 erfolgreich, Kevin John, der verbliebene Linkshänder auf Rechtsaußen traf einmal, vom Kreis war Bennet Johnen unwiderstehlich. Viele Faktoren also, die für diese klare Pausenführung sorgten. Was sollte da noch passieren?

Klar, der TuS hatte die Muße, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Zwar nutzten die Gäste jetzt die eine oder andere Fahrlässigkeit im Deckungsverband des TuS, den Rückstand indes verkürzten sie über weite Strecken der zweiten Hälfte höchstens mal auf neun Treffer, in der 50. Minute hatte Malte Müller beim 18:26 den für lange Zeit kürzesten Abstand hergestellt.

Die Ferndorfer machten in den ersten sieben Minuten der zweiten 30 Minuten zwar kein Feldtor, doch hatten die Märkischen an diesem Abend ihren letzten Siegeswillen wohl schon zur Pause in der Kabine gelassen. Verständlich – nach dieser Demontage im ersten Durchgang.

Zehn Minuten vor dem Ende war es erneut Müller, es hieß nur noch 26:19. Witterten die Gäste doch noch eine Chance in der Stählerwiese? Zumal Alex Koke zwei Minuten auf die Strafbank musste. Kevin John im Gegenzug erhöhte wieder auf acht, doch Daniel Krüger stellte schnell den alten Abstand wieder her. Noch acht Minuten – da dürfte eigentlich nichts mehr anbrennen. Als erneut Krüger das 21. Gäste-Tor machte, forderte der Hallensprecher die Unterstützung des Publikums ein, das bei der klaren Führung die Felle längst im eigenen Lager sah.

Nur ein kurzes Flattern

Julian Schneider, nach der Pause effektivster Ferndorfer, beruhigte das aufkommende Nervenflattern. So lange vorne noch getroffen wird, kann man sich hinten auch mal was erlauben. Doch die Effektivität des ersten Durchgangs war dahin, die Souveränität bröckelte. Im gleichem Maße hatte die SGSH ihr Spiel gefunden, ändern an der Niederlage indes konnte die Mannschaft von Mathias Grase-diek nichts mehr. Die beiden Treffer von Kevin John und der Schlusspunkt durch Philip Keusgen sicherten den TuS Ferndorf in der Schlussminute ab.

Neun Tore vor – am Ende also doch noch eine klare Angelegenheit für den Rückkehrer an die Tabellenspitze.