TuS-Reserve und RSVE wollen nachlegen

Der Einsatz im RSVE-Team von Johannes Krause in Höchsten ist fraglich
Der Einsatz im RSVE-Team von Johannes Krause in Höchsten ist fraglich
Foto: WP

Siegerland..  Ferndorfs Reserve Spitzenreiter, der RSVE Siegen mit nur zwei Punkten Rückstand Dritter – es läuft wirklich rund für die beiden heimischen Handball-Verbandsligisten die nach dem gelungenen Rückrundenstart nachlegen wollen.

„Wir können es jetzt wieder aus eigener Kraft schaffen“, weiß RSVE-Coach Mirza Sijaric, wie positiv die Resultate der Vorwoche für die Perspektiven seiner ja von vielen Experten als heißester Titelkandidat eingestuften Mannschaft waren. Allerdings: Zwischen Heim- und Auswärtsauftritten liegen bei seinem Team manchmal Welten.

Und am Samstag (19.15 Uhr, Sporthalle Wellinghofen) wartet mit dem daheim noch sieglosen Schlusslicht Borussia Höchsten ein nur auf dem Papier chancenloser Gegner. „Wir dürfen kein Prozent nachlassen, sonst gibt es eine unangenehme Überraschung“, verweist Sijaric völlig zu Recht darauf, dass die Dortmunder mit ihren ständig wechselnden Abwehrformationen ein äußerst unbequemer und an guten Tagen auch nur schwer zu schlagender Gegner sind.

Der klare 36:26-Hinspielerfolg ist jedenfalls kein Gradmesser. Schon eher sind die knappen Borussen-Niederlagen gegen die Topteams OSC Dortmund (25:26) und Ferndorf II (28:31) Beleg dafür, was auf den Tabellendritten zukommt.

Auch die schon sechs Punkte Rückstand aufs rettende Ufer scheinen der Moral der Höchstener nicht geschadet zu haben, holten sie doch letzte Woche, unterstützt vom aktiven Einsatz ihres Oberliga erfahrenen Trainers Tobias Genau, in Oberaden ein hochverdientes Remis.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und uns ganz intensiv auf mögliche Sonderbewachung von Rückraumspielern bis hin zur offenen Manndeckung vorbereitet, aber der Kader ist schon verdammt dünn“, bangt Sijaric, der ohnehin schon auf Rechtsaußen Tristan Gräber verzichten muss, um den Einsatz von Johannes Krause (Schulterprobleme) und den am Rücken verletzten Abwehrchef Milos Grujicic.

Selbstvertrauen

Manchmal aber kann ja auch ein Minikader über sich hinauswachsen. Bestes Beispiel ist das 26:22 des TuS Ferndorf II bei Herbstmeister OSC Dortmund. „Das hat richtig Spaß gemacht und gezeigt, wie engagiert und ehrgeizig meine Jungs in diesem Jahr sind“, meint Coach Michael Lerscht, der ja selbst mit seinem kurzen, aber effektiven Parkett-Saisondebüt zum Sturz des Spitzenreiters beigetragen hat.

„Wir hatten jetzt drei Highlights hintereinander. Meine größte Sorge ist deshalb, dass wir uns ein wenig zurücklegen“, blickt Lerscht der auf die Heimpartie gegen Vest Recklinghausen(Samstag, 19.30 Uhr) mit Skepsis entgegen. Anderseits sollte gerade der Nackenschlag des mit 23:24 verlorenen Hinspiels ebenso die Aufmerksamkeit schärfen wie der deutliche Formanstieg der Gäste, die mit dem Selbstvertrauen von vier Siegen in Serie nach Kreuztal kommen.

Michael Lerscht hält es für durchaus möglich, erneut aktiv einzugreifen, denn die Personallage und Fitness seiner Schützlinge (Reh und Stötzel sind erkältet, Ronges Fuß schmerzt weiterhin) hat sich nicht entspannt.