TuS Erndtebrücker überspringt hohe Hürde bei Arminia Bielefeld - 1:0

Einschwören auf das große Ziel, das nach dem 1:0 in Bielefeld wieder einen Schritt näher gekommen ist.
Einschwören auf das große Ziel, das nach dem 1:0 in Bielefeld wieder einen Schritt näher gekommen ist.
Foto: WP

Bielefeld..  „Das war ein ganz, ganz großer Schritt in Richtung Regionalliga.“ Florian Schnorrenberg nimmt das Wort zwar nicht gern in den Mund, doch nach dem Erndtebrücker 1:0 (1:0)-Erfolg in der Rußheide, bei der Zweitvertretung von Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld, kann ihm die „Regionalliga“ schon mal heraus platzen. „Aber“, schiebt er gleich nach, „wir sehen ganz klar, dass es in den letzten Wochen genau richtig war, nur auf uns selbst zu blicken.“

Der Trainer des TuS spielt dabei auf den nun doch eingelegten Einspruch von Westfalia Rhynern an, dem zunächst die Lizenz für die Viertklassigkeit verweigert worden war. Inzwischen ist die Westfalia auf Rang zwei geklettert, hat Nachbar RW Ahlen überholt und ist auf „Quartiersuche“.

Sie scheint nun in Lippstadt fündig geworden zu sein, um dort die Heimspiele im Falle einer Regionalliga-Qualifikation auszutragen, da das am heimischem Papenloh nicht machbar ist.

Der Blick über den Zaun sei gestattet, denn es „dreht“ sich neben den zwei Erndtebrücker Verfolgern mit dem SV Lippstadt noch um einen dritten Mitanwärter auf den zweiten Platz. Während Rhynern und Ahlen die Wittgensteiner theoretisch noch einholen können, ist der Vorjahrsabsteiger aus der Regionalliga als derzeit Fünfter noch im Rennen, um das sechs Punkte voraus liegende Duo auf Rang zwei noch abzufangen.

TuS lässt Taten sprechen

Alles Theorie. Die Praxis liegt „auf’m Platz. Und da lässt vor allem der TuS - und um den geht es uns ja - Taten sprechen. Beim Vorjahrsmeister in Ostwestfalen sprach Daniel Scherning, der Trainer der Arminia, am Pfingstmontag aus, was viele Konkurrenten des TuS denken: „Die haben eine Regionalliga-Mannschaft auf dem Platz...“

Die Art und Weise, wie die Wittgensteiner in der Rußheide auftraten, beflügelt diese Worte. Und auch Florian Schnorrenberg stimmte in das versammelte Lob ein: „Das war eine Klasseleistung von uns“, schwärmt der Coach aus Brachbach, der aber auch ein kleines Haar in der Suppe fand. „Wir hätten bei den vielen Gelegenheiten nachlegen müssen.“ Ein Manko, das den Erndtebrückern nicht erst seit gestern anhängt, das diesmal aber unbestraft bleibt.

Gerechterweise. Denn der TuS stellte in punkto Laufbereitschaft und Technik das bessere Team in der Rußheide, was durch den einen Treffer aus der 24. Minute, der die gutklassige Oberliga-Partie entscheiden sollte, nicht deutlich genug zum Tragen kommt. Nach dem Freistoß von Phillipp Böhmer jedenfalls passte es genau. Mit Hilfe des Arminia-Mittelfeldspielers Leon Rinke wuchtete Thomas Bednorz die Kugel in die Maschen. Der wieder als Innenverteidiger aufgebotene „Mann für alle Fälle“ im Schnorrenberg-Kader - diesmal für den angeschlagenen Waldemar Schattner in die Startformation gerutscht - erwischte den Ball mit dem Kopf, der Bielefelder verlängerte. Bednorz oder Eigentor? Den Erndtebrückern kann’s wurscht sein. Drei Punkte gehen mit auf die Reise in Richtung Regionalliga. Auch wenn Florian Schnorrenberg es (noch) nicht gerne hört.