TuS Erndtebrück trauert Möglichkeiten nach

Jan-Patrick Kadiata (blaues Trikot, hier gegen Ennepetals Robin Gallus) sah die Rote Karte.
Jan-Patrick Kadiata (blaues Trikot, hier gegen Ennepetals Robin Gallus) sah die Rote Karte.
Foto: Michael Scheuermann

Den Start ins neue Jahr hätten die Erndtebrücker Oberliga-Kicker gern mit drei Punkten gewürzt. Sie mussten sich beim TuS Ennepetal nach dem 1:1 (0:1) mit einem Zähler begnügen - und haben allen Grund, sich zu ärgern. „20, 25 Minuten in der zweiten Halbzeit haben wir es einfach versäumt, die Pausenführung auszubauen“, so Trainer Florian Schnorrenberg nach dem Schlusspfiff.

Obendrein dezimierten sich die Wittgensteiner auch noch, als der Rempler von Jan-Patrick Kadiata gegen Sturmspitze Mike Hibbeln vom Velener Schiedsrichter Sören Storks zehn Minuten vor Schluss mit der Roten Karte bestraft wurde.

Doch war gerade der Platzverweis und die daraus resultierende Dezimierung eine Art Initialfunke, der noch mal zündete und den TuS fast noch auf die Siegerstraße geführt hätte. „Ich frage mich, warum wir erst dann noch mal die Offensive forcierten“, versteht der zwölf Minuten vor Schluss eingewechselte Markus Waldrich den voraus gegangenen Schlendrian nicht so recht.

Heiße Schglussphase

Da waren es nämlich präzise Schüsse von Narciso Lubasa und Thomas Ziegler, die nach gutem Kombinationsfußball und druckvollem Spiel ihr Ziel nur hauchdünn veefehlten. Und da bot sich auch Waldrich selbst die Möglichkeit, für die späte Entscheidung zusorgen. Er war dann aber zu überrascht, als die sich ihm im Fünfmeterraum bietende Chance noch zu nutzen.

Wassingers Gelegenheitren

Gelegenheiten hatte zuvor vor allem Laurenz Wassinger vergeben. Die erste in der 26. Minute, als er nach guter Vorarbeit von Tokio Nakai am Elfmeterpunkt frei zum Schuss kam, den Ball aber knapp am langen Pfosten vorbei zog.

Auch in der 64. Minute hatte er freie Bahn Richtung Tor, als ihn Lubasa auf die Reise schickte. Sein Abschluss aus 18 Metern war eher dürftig, ein Abspiel zum mitgelaufenen Kadiata wäre der sinnvollere Weg gewesen.

Verdiente Führung

So war nach dem verdienten Führungstreffer, für den Nakai fünf Minuten vor dem Pausenpfiff gesorgt hatte, das Pulver des TuS irgendwie feucht geworden, hakte es im Spiel nach vorn, wurden den stärker werdenden Ennepetalern zu viele Freiräume gelassen.

Als Trainer Imre Renji nach einer Stunde Ex-Profi Giovanni Federico aufs Feld schickte, kam auch die Portion Zielstrebigkeit in seine Reihen, die er zuvor noch vermisst hatte. Er versprühte auch den Tick „Verwegenheit“, der die Haken und Ösen auf den Kunstrasen des Bremenstadions aufkommen ließen, die letztlich Kadiatas Platzverweiszur Folge hatten.

Strafraum dicht

Und eben auch den Ausgleich in der 71. Minute, obwohl es eigentlich so gut wie keine Torchance auf seiten der Gastgeber gab. Christian Hausmann fasst sich einfach mal ein Herz und zog aus 25 Metern ab.

Die Wege in den Strafraum hatte die aufmerksame Erndtebrücker Innenverteidigung mit Sebastian Wasem und Neuzugang Waldemar Schattner zugestellt. Der harte Flachschuss passt genau ins Eck - kaum zu halten für Janik von der Heiden, der zwischen den Erndtebrücker Pfosten doch den Vorzug erhalten hatte gegen Florian Hammel.

„Wir waren insgesamt gut organisiert“, lobte Florian Schnorrenberg. Doch reichte das nicht aus, um im ersten Spiel des Jahres mit einem Dreier ein erstes Ausrufezeichen zu setzen. Und das vor zwei Heimspielen nacheinander.