TuS Erndtebrück bessert fürs Finanzamt nach

Erndtebrück..  Über Sport an sich wurde bei der Jahreshauptversammlung des TuS Erndtebrück, mit aktuell 1270 Mitgliedern größter Sportverein der Gemeinde Erndtebrück, eher weniger gesprochen. Im Fokus standen die Rahmenbedingungen bei dem Zwölf-Sparten-Verein: Finanzen, Infrastruktur, Organisation.

Wenig konkrete Neuigkeiten gab es indes vom Projekt „Quo Vadis TuS Erndtebrück“, das sich der seit einem Jahr im Amt befindliche Vorsitzende Harald Wittig auf die Fahne geschrieben hat. Die Arbeitsgruppen, die auf der Suche nach einem Leitbild für den Verein sind, haben noch einige Sitzungen vor sich – und könnten dabei noch Verstärkung gebrauchen, denn Wittig warb für mehr Beteiligung in den Arbeitsgruppen. Er betonte, dass eventuelle Veränderungen von den Mitgliedern miterdacht und getragen werden sollen: „Wir wollen dem Verein nichts überstülpen.“

Vor dem Punkt Finanzen richtete Wittig ein großes Dankeschön in Richtung Erndtebrücker Eisenwerke bzw. deren Geschäftsführer Jörg Schorge, ohne dessen Spenden der Verein – auch bei Herausrechnung der Fußballabteilung – seine Ausgaben nicht decken könnte. Im vergangenen Jahr stand ein Minus im hohen fünfstelligen Bereich, was allerdings auch durch diverse Infrastruktur-Maßnahmen am Mehrzweckgebäude sowie Abschreibungen verursacht wurde – und bei jährlichen Gesamteinnahmen von rund 1,5 Millionen Euro noch eine verschmerzbare Summe darstellt.

Froh zeigte sich der Vorsitzende darüber, dass der Verein weiter als gemeinnützig anerkannt bleibt, was auch ein Verdienst des Vermögensverwalters Thorsten Hoberg sei. Der TuS bestreitet einen Teil seiner Einnahmen nämlich mittlerweile als Stromerzeuger, als Mitgesellschafter eines Fitnessstudios, mit der Gastronomie am Pulverwald und über eine Skihütte.

Auch deshalb musste die Satzung des Vereins auf Forderung des Finanzamts angepasst werden. Einstimmig verankert wurde, dass Mitglieder keine unverhältnismäßig hohen Vergütungen erhalten dürfen, Und: Bei Auflösung des Vereins fällt das Vermögen an die Gemeinde Erndtebrück.

Keine Überraschungen gab es bei den Wahlen. Der Vorsitzende Wittig, Vermögensverwalter Hoberg und Sportwart Gerrit Hackbarth wurden einstimmig wiedergewählt, als neuer zweiter stellvertretender Vorsitzender — dieses Amt war zuletzt vakant – erweitert Jens Hoffmann die Vereinsspitze. Zwei Ämter wurden neu geschaffen, nur eines davon aber besetzt. Während der TuS noch keinen zweiten Vermögensverwalter gefunden hat, übernimmt Christian Völkel die Position des Pressewarts, in der es aber nur bedingt um klassische Presseberichte, sondern auch um Marketing gehen soll.

„Wir wollen uns auch in der Öffentlichkeitswahrnehmung verbessern. Corporate Identity heißt das im Neudeutsch“, betonte Wittig, der die geringen Zuschauerzahlen bei den Spielen der ersten Fußballmannschaft auch auf ein „Vermarktungsproblem“ zurückführt.

Am Ende seiner Rede zur „Lage des Vereins“ warb Wittig noch einmal zur Stärkung des Wir-Gefühls im gesamten Verein. Erste Schritte zu diesem neuen Wir-Gefühl sollen bei einem Zusammenbringen der Jugendlichen aus den einzelnen Abteilungen gemacht werden. Wittig: „Das möchten wir machen, damit sie über den Tellerrand ihrer eigenen Sportart hinausblicken.“