Turnzwerge erobern die Halle

Bad Laasphe..  Die „Zwerge“ erobern die Turnhalle der Grundschule Bad Laasphe. Kinder von etwa anderthalb bis drei Jahren kommen hier jeden Montag mit ihren Eltern oder Großeltern zum Kinderturnen des TV Laasphe.

Ganz unterschiedliche Spielmöglichkeiten erkunden die Turnzwerge Woche für Woche. Auf der einen Seite der Halle ist ein Wellenparcours aufgebaut, in dem die Kleinen nur krabbeln oder kriechend durchkommen. Im großen bunten Tunnel in der hinteren Ecke können sie nur robben. Und auch am Balken hangeln sie sich entlang bis zum Kasten, von dem sie dann einfach auf die dicke Matte hopsen. Das finden die größeren und kleineren Kinder ganz toll. Geübte Turner schaffen es sogar, aufrecht über den Balken zu balancieren Dank der Hilfestellung von Eltern oder Großeltern klappt’s.

Außer den fünf, sechs größeren Turn- oder besser: Spielobjekte gibt es noch jede Menge anderer Dinge zu erkunden, wie Bänder, Reifen und Bälle. Jede Woche lässt sich Übungsleiterin Mariann Muller-Bosch etwas Neues einfallen, keine Turnstunde ist gleich.

Für die Kinder ist es eher eine Spielstunde. Kindlicher Bewegungsdrang und Spieltrieb werden angeregt und können ausgelebt werden. Allein die Neugierde ist für die Kleinsten genügend Anreiz, Neues auszuprobieren und zu „erobern“. Und ganz oft wird mit Bällen oder Tüchern ein ganz eigenes Spiel kreiert.

Spielerisch führen die Kinder ganz unterschiedliche Bewegungsabläufe aus. Gerade in der Zeit vom 1 bis zum 3. Lebensjahr durchleben die Kinder auch körperlich eine ganz beachtliche Entwicklungsspanne. Während dieser Zeit eignen sich Kinder viele grob- und feinmotorischen Fähigkeiten an. Läuft ein Kinder mit etwa anderthalb Jahren anfangs noch etwas unsicher, entwickelt sich zum Beispiel der Gleichgewichtssinn bis zum dritten Lebensjahr so weit, dass das Kind zum Teil schon balancieren kann. Übungen wie Weitsprung mit geschlossenen Beinen sind für Kleinkinder regelrechte Meilensteine in der Entwicklung.

Mariann Muller-Bosch versteht es nicht nur, die Übungsstunden abwechslungsreich zu gestalten.

Tipps für richtige Hilfestellung

Als Physiotherapeutin schaut sie natürlich auch genauer bei den Übungen hin und gibt den Eltern und Großeltern auch entsprechende Tipps bei der Hilfestellung. Balancieren die Kleinen über eine Bank oder einen Balken, muss natürlich noch Hilfestellung gegeben werden. Hier der Tipp von Frau Muller-Bosch - das Kind nicht an den Händen oder Armen festhalten, sondern am Becken unterstützen. Dadurch nimmt der Rumpf eine ganz andere Haltung ein und das Kind erlebt gleichzeitig die Bewegung anders.

„Spaß an der Bewegung, aber an der richtigen Bewegung“, ist die Devise von Mariann Muller-Bosch, die durch ihre entsprechende Ausbildung während der Turnstunde Übungen durchführen kann, um Fehlstellungen entgegenzuwirken. Zur Turnstunde kommen, kann „alles, was laufen kann“, so die Übungsleiterin. „Soziale Kontakte werden geknüpft und die Eltern-Kind-Beziehung wird ebenfalls gefestigt. Es ist schon eine tolle Gruppe, die jede Woche viel Spaß hat.“

In jeder Übungsstunde gibt es feste Programmpunkte. Dazu gehört auch das gemeinsame Aufräumen am Ende der Stunden. Dann dürfen alle Kinder einigen Runden auf dem Mattenwagen durch die Halle drehen. Und ganz zum Schluss heißt es dann - zur Ruhe kommen und entspannen. Nach der Verabschiedung hat sich beim Verlassen der Halle schon mancher Erwachsene gefragt: Wer ist jetzt eigentlich müder - die Kinder oder die Eltern und Großeltern?