TSV Steinbach schleift am Schmuckkästchen

Sie macht echt was her, die neue Tribüne am Haigerer Haarwasen.
Sie macht echt was her, die neue Tribüne am Haigerer Haarwasen.
Foto: Thorsten Wroben

Haiger..  Der Haarwasen hoch über Haiger ist heraus geputzt wie lange nicht. Das neue Tribünendach glänzt in der prallen Sonne. Klar, ein paar Bauarbeiten müssen bis zum Saisonstart der Regionalliga Südwest noch fertig werden. Der überall herum liegende Split muss ebenfalls noch verarbeitet werden.

Was unter der Regie des kleinen TSV Steinbach hier oben, wo einst die Eintracht ihre Erfolge feierte, geleistet wurde - Hut ab, das ist á la bonheur.

Nun, wer mit den großen Wölfen heulen will, der muss sich eben strecken – und die Steinbacher haben das getan. Der Durchmarsch durch die Hessenliga wird belohnt durch hohen Besuch gleich zu Beginn der neuen Saison.

900 Zuschauer

„Das gibt es kein großes Einrollen“, lächelt Peter Cestonaro, wie es nun mal seine Art ist. Nach dem mit 0:4 (0:3) verlorenen Test gegen den Drittligisten SV Wehen-Wiesbaden, der 900 Besucher ins neue Fußballherz des westlichen Teil unseres Nachbar-Bundeslands lockte, ging der Blick des Trainers schon mal gut drei Wochen nach vorn. „Bis dahin“, so Cestonaro auf das erste Regionalliga-Heimspiel gegen den traditionsreichen 1. FC Saarbrücken (Samstag, 8. August) liegt noch eine Menge Arbeit vor uns.“

Nicht nur neben dem Platz, was die Infrastruktur des Sibre-Sportparks angeht, auch auf dem Rasen. „Wir haben zwei Tage Pause gehabt in den vergangenen beiden Wochen. Da ist klar, dass schon mal der eine oder andere ein bisschen müde ist.“ Das 0:4 gegen die Wehener juckt den Coach da genau so wenig, wie ein paar Tage zuvor das 0:5 bei RW Hadamar. Testspiel-Ergebnisse aus dem vollen Vorbereitungs-Programm eben.

„Wir müssen es noch lernen, unsere Chancen auch zu nutzen“, spricht Cestonaro die Kaltblütigkeit an, mit der die Gäste gestern die kleinen Unzulänglichkeiten in der Steinbacher Defensive nutzten und aus zwei Chancen zwei Treffer vor der Pause machten. Cestonaro: „Da haben wir kräftig mitgeholfen.“

Der Feinschliff also lässt noch auf sich warten. Die Bauzäune, die an den Seiten noch den neuen, schmucken Tribünenbau begrenzen, verdeutlichen den im Umbruch begriffenen, aufstrebenden Verein. „Wir wollten das ja genau so und nicht anders“, spricht der TSV-Chef Hansi Franz, „und deshalb gibt es keinen Grund, sich über die viele Arbeit zu beschweren.“

Ist das alles hier oben mal fertig, dann ist der Haarwasen ein Schmuckkästchen. Die vielen Siegerländer, die auch am Sonntag mal eben über die Grenze ins Hessenland gehüpft sind, beweisen die Attraktivität der hinzu gewonnenen fußballerischen Alternative.

Steinbach: Vogl - Waldrich (69. Tomas), Schadeberg (77. Gelber), Waldschmidt, Mißbach - Zeller (58. S. Baldus), Reith (58. Bellinghausen) - Jakobs (77. Matsuda), Burk (58. Saighani), Tahiri (69. Below) - Göttel.

Tore: 0:1 Mayer (38.), 0:2 Schnellbacher (43.), 0:3 Schindler (59.), 0:4 Blacha (71.).