Traum von Skilanglauf-DM weggeschmolzen

Pressekonferenz in der Schlossschänke Bad Berleburg: Betretene Mienen bei Geschäftsführer Rüdiger Bald, Pressesprecher Detlev Buchwald, dem Vereinsvorsitzenden Ralf Klose, dem WSV-Sportdirektor Nordisch Jochen Behle und Streckenchef Gerhard Klose (von links).
Pressekonferenz in der Schlossschänke Bad Berleburg: Betretene Mienen bei Geschäftsführer Rüdiger Bald, Pressesprecher Detlev Buchwald, dem Vereinsvorsitzenden Ralf Klose, dem WSV-Sportdirektor Nordisch Jochen Behle und Streckenchef Gerhard Klose (von links).
Foto: WP

Girkhausen/Bad Berleburg..  Es war eine ganz große Herausforderung, die der Skiclub Girkhausen mit der Organisation einer Internationalen Deutschen Meisterschaft im Skilanglauf zu meistern hatte. Und nur eine Woche bevor die Wittgensteiner die Lorbeeren einer einjährigen intensiven Arbeit ernten durften, bringt das Wetter den Verein und die vielen Helfer um den verdienten Lohn. Die nationale Skilanglauf-Elite wird am Wochenende 16. bis 18. Januar nicht am Rothaarsteig, sondern wohl am Fuß des Fichtelgebirges in Oberwiesenthal um Meistertitel und FIS-Punkte laufen.

Nur das Wetter spielt nicht mit

In einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag in der Bad Berleburger Schlossschänke sprach der Vereinsvorsitzende Ralf Klose vor Medienvertretern und Sponsoren über das „Wagnis“ Deutsche Meisterschaft, dem sich sein Verein gestellt habe: „Wir sind auf dem Stand, auf dem wir sein wollten. Uns ist nicht bange eine DM auszurichten. Die einzige Unwägbarkeit, die unser Verein nicht beeinflussen kann, ist das Wetter. Die Lage hat sich dramatisch zugespitzt. Wir sind zu dem Schluss kommen, dass die Durchführung in Girkhausen oder Westfeld ist nicht möglich ist und die DM in der geplanten Form nicht stattfinden kann.“

Der Sportdirektor Nordisch des Westdeutschen Skiverbandes, Jochen Behle, war voll des Lobes für die Arbeit der Girkhäuser: In Girkhausen sei alles installiert worden, was nötig ist, schließlich sei „die Deutsche Meisterschaft kein dahergelaufenes Rennen. Vor allem nicht für den Nachwuchs.“ Vor diesem Hintergrund „haben wir uns sehr schwer getan, abzusagen. Bis zum Silvesterlauf war alles okay. Danach war die Situation katastrophal.“

Kritik an Geldforderungen aus Oberwiesenthal

Behle erläuterte, dass man lange diskutiert und verschiedene Varianten durchgespielt habe. Westfeld als Ausweichort sei trotz der Schneekanonen wegen des schlechten Wetters ebenfalls ausgefallen. Als Option blieb dann noch, dass der SC Girkhausen und der WSV die DM an einem anderen Ort ausrichten. Doch dieser Vorstoß ist wegen „unhaltbarer finanzieller Forderungen“ von Oberwiesenthaler Seite gescheitert. „Es macht keinen Sinn wenn man auch noch Geld mitbringen muss“, ärgert sich Behle. Aus diesem Grund hat der Westdeutsche Skiverband entschieden, die Ausrichtung an den Deutschen Skiverband zurückzugeben. Dieser werde sie wahrscheinlich dann an den Sächsischen Skiverband und Oberwiesenthal geben.

Dank an Sponsoren

Durch das kurzfristige Aussetzen als Veranstalter erhoffen sich der WSV und auch der SC Girkhausen nicht erneut einen siebenjährigen Turnus abwarten zu müssen. Dann könnte die gut einjährige Organisation doch noch verspätet Früchte tragen. Die Arbeit hatte selbst den mit nationalen Wettkämpfen erfahrenen Skiclub Girkhausen vor neue Herausforderungen gestellt. Wie Ralf Klose erläuterte, war auf der Steinert ein Containerdorf eingerichtet und verkabelt worden. Für die Zuschauermengen wurde ein Parkplatzkonzept erarbeitet und eine einer deutschen Meisterschaft würdige Siegerehrung geplant. „Das ist nur möglich mit entsprechenden Sponsoren und für uns Ehrenamtliche nicht mehr zu stemmen“. Bei der Suche nach Unterstützern waren die Girkhäuser „positiv überrascht“ von der Resonanz vieler Unternehmen. All diesen Sponsoren sprach Ralf Klose „unseren Dank für Ihr Engagement bis zum heutigen Tag“ aus.