Klarer Torwartpatzer...
Trainer Rob Delahaije im Wechselbad der Gefühle
07.03.2010 | 22:36 Uhr 2010-03-07T22:36:00+0100
Siegen. Ein Blutdruck-Messgerät hätte Rob Delahaije am Freitagabend nicht tragen dürfen. „Es wäre sicher im roten Bereich gelandet”, scherzte der Holländer eine Viertelstunde nach Abpfiff der für Zuschauer, Spieler und Funktionäre nervenaufreibenden „Schneeball-Schlacht” gegen Fortuna Köln.
Dabei war ihm eigentlich gar nicht mehr zum Scherzen zumute. Wie ein HB-Männchen war der Sportfreunde-Cheftrainer drei Minuten vor Ende der Spielzeit an der Seitenaus-Linie, die gar nicht mehr zu erkennen war, in die Luft gesprungen, „ich glaube, es waren zwei Meter”.
Sebastian Huke, der hoffnungsvolle Neuzugang in der Winterpause, hatte zum 3:2 getroffen und endlich seine Torgefahr gezeigt, die er bislang nur in den wenigen Testspielen und im Training zeigen konnte.
Im dichten Schneetreiben die 3:2-Führung gegen Fortuna Köln, exakt das Ergebnis aus dem Hinspiel, in dem die Siegener in allerletzter Sekunde den Sieg aus dem Südstadion davongetragen hatten; dieses 3:2 im ersten Spiel des Jahres vor heimischem Publikum, das musste doch der Sieg sein! Der erste Sieg unter der Führung von Rob Delahaije und „Co” Peter Nemeth...
„Wenn er rauskommt
muss er den Ball haben!”
Doch es sollte noch nicht der Schlusspunkt unter der Partie im Siegener Leimbachstadion sein, die wohl als Schneeballett in die Geschichte eingehen wird. Denn was folgte, waren die rabenschwarzen Sekunden von Siegens Neutorhüter Pero Miletic, der bis dato einen anständigen Job gemacht hatte.
Im Gefühl des sicheren Siegener Sieges eilte Miletic in der letzten Minute vollkommen kopflos zu weit aus seinem Gehäuse, um einen Flankenball abzufangen. Viel zu halbherzig, denn die scheinbar „sichere Beute” landete nicht in seinen Händen, sondern nach dem Kopfball von Sascha Jagusch in den Maschen.
Rob Delahaije, noch eine halbe Stunde nach dem Abpfiff völlig konsterniert und fassungslos über diesen Fehlgriff, der seiner Mannschaft zwei Punkte und ihm den ersten Sportfreunde-Sieg gekostet hatte: „Diesen schweren Fehler kann ich heute Abend noch nicht verzeihen, vielleicht erst morgen früh. So ein Ding ist bitter und es geht auf die Torwartkappe. Entweder er kommt raus, dann muss er den Ball auch haben, oder er bleibt drin. Uns hat es den Sieg gekostet, schade.”
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