Tradition wird lebendig

Auch wenn man fast 30 Jahre „im Job“ ist, schützt das nicht vor neuen Erfahrungen. Es ist meine Premiere beim „Giller“ – eine, die in Erinnerung bleiben wird.

Erst einmal bin ich irritiert ob der riesigen Ausdehnung des Sportfestes. Dann rattert es in meinem Kopf. Wo gibt’s denn heute noch Barrenturnen oder Pferdsprung in freier Natur? Beim „Giller“. Wo wird mit nackten Füßen bei 10 Grad Kälte, Nässe und Nieselregen am Reck geturnt? Beim „Giller“. Wo lockt für zweieinhalb Tage eine riesige Zeltstadt mit Lagerfeuer-Atmosphäre? Beim „Giller“. Wo wird gesungen, getanzt, gewandert? Beim „Giller“. Wo werden dicke Steine geworfen? Beim „Giller“. Wo treffen sich jung und alt, um gemeinsam in ungewöhnlichem Ambiente Sport zu treiben, Spaß zu haben und doch ehrgeizig zu sein? Beim „Giller“. Im 108. Jahr.

Turnvater Jahn hätte seine wahre Freude gehabt zu sehen, wie diese einzigartige Tradition im Siegerland mit Leidenschaft und Durchhaltevermögen von der TG Grund und dem Siegerland-Turngau aufrecht erhalten wird. Man darf sicher sein: Es wird auch eine 109. Auflage geben. Dann aber hoffentlich bei besserem Wetter. lgr