Tiergarten sendet „Not- und Hilferuf”
02.11.2009 | 21:08 Uhr 2009-11-02T21:08:00+0100Als Alexander Kalczynski, Vermögensverwalter des VfB 07 Weidenau, anlässlich seines 75. Geburtstages auf den maroden Zustand des Sport- und Kreisjugendheimes im Weidenauer Tiergarten hinwies, da zeigten sich sowohl sein Verein als auch der FLVW-Kreis Siegen-Wittgenstein nicht sehr begeistert.
Aber alles beim alten bleiben konnte es dennoch nicht, zumal der Sanierungsstau des einstigen Vorzeigeobjektes inzwischen auch in städtischen Gremien thematisiert worden war. Jetzt ist der Vorstand des Kreisligisten in die Offensive gegangen, wie der aktuellen Ausgabe der Vereinszeitschrift „VfB-Echo” vom Oktober zu entnehmen ist. „Kreisjugendheim, Vereinsheim, Gaststätte Im Tiergarten, FLVW-Kreisgeschäftsstelle - was wird draus?" lautet der Titel. Dem Leser wird zunächst mitgeteilt, dass der Vorstand inzwischen „schriftlich über den schlechten Zustand des Kreisjugendheims und des Treppenaufgangs die entsprechenden Stellen” informiert hat. Die Schreiben sind im „VfB-Echo” abgedruckt. Zum einen geht es um einen Antrag an die Stadt Siegen (Bürgermeister, Tiefbauamt, Sport- und Bäderamt), der die Misere am Aufgang offenkundig macht.
Dort heißt es: „Der Treppenaufgang ist in einem sehr schlechten Zustand. Treppenstufen sind lose und verrutschen immer. Die Treppenstufen werden täglich von vielen Kindern und Erwachsenen (Schulen, Lauftreffs, Kreisauswahlspielern, Vereinsmitgliedern, Zuschauern) benutzt. Zum Glück ist noch nichts passiert. Wir vom VfB Weidenau stellen den Antrag, den Treppenaufgang schnellstmöglich zu erneuern.”
1960 gebaut - jetzt
hoher Sanierungsbedarf
Mit einem weiteren Schreiben hat der VfB-Vorstand auch den Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverband, den FLVW-Kreis Siegen Wittgenstein, den Kreis Siegen-Wittgenstein und die Stadt Siegen gleichsam in einem „Not- und Hilferuf” über den aktuellen Zustand der Immobilie in Kenntnis gesetzt.
Veranstaltungen könnten nicht mehr in dem Umfang früherer Tage angeboten werden, heißt es da. Denn: „Der Standard von vergleichbaren Einrichtungen ist nicht gegeben. Das Gebäude ist ins Alter gekommen und hat einen riesigen Sanierungstau. Man bedenke, seit der Fertigstellung im Jahre 1960 sind keine großen, notwendigen Baumaßnahmen vorgenommen worden. Warum und weshalb das nicht geschehen ist, weiß der heutige Vorstand des VfB Weidenau nicht zu beantworten. Es ist an der Zeit, dass man sich darüber Gedanken macht, was passiert mit dem Kreisjugendheim im Tiergarten. Ein mustergültiger Bau in idealer Lage im Weidenauer Tiergarten - so stand es zur Einweihung in der heimischen Presse. Was kann man tun, um dieses Schmuckstück zu erhalten? Dem Verein VfB Weidenau fehlen hierzu die Mittel, um das Gebäude in einen guten Zustand zu bringen. Man ist schon mit den laufenden Kosten so strapaziert (vor allem Heizkosten), dass für notwendige Reparaturen kein Geld da ist. [...] Wir vom Vorstand des VfB Weidenau haben uns erlaubt, die beteiligten Parteien anzuschreiben und auf den schlechten Zustand des Kreisjugendheimes hinzuweisen.” So weit der Wortlaut des Schreibens vom 16. September 2009.
In diesem Zusammenhang sollte ein Vorschlag nicht unerwähnt bleiben, der unlängst am Rande einer Sitzung des Weidenauer Bezirksausschusses sowie des Ausschusses für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung ins Gespräch gebracht wurde. In Weidenau ist der Verein „Hällob zogepackt” nämlich auf der Suche nach einem geeigneten Gelände für ein neues Bürgerhaus.
Idee: Umwidmung
in ein Bürgerhaus
Das ins Auge gefasste Areal unterhalb des Weidenauer Giersbergs, vormals Standort eines Asylbewerberheims, scheint aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage zu kommen. Da würde sich die Umwidmung des im Eingangsgeschoss befindlichen VfB-Sportheims in ein Bürgerhaus geradezu anbieten. Hier könnten Räumlichkeiten für Vereinsveranstaltungen aller Art nebst Küche und herrlicher Außengastronomie bereitgestellt werden. Die Umkleidemöglichkeiten im Untergeschoss, wie auch das Kreisjugendheim mit seiner Geschäftsstelle würden bestehen bleiben. Doch für diese Lösung dürften wohl vorab viele Gespräche nötig sein.
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