Thema Aufstieg mit Samthandschuhen anfassen

Siegerland..  „Aus drei mach eins“, lautete die Devise im Titelrennen der Handball-Verbandsliga. Gut möglich, dass der Meisterschaftskampf erst am finalen Spieltag beim Derby Ferndorf II gegen RSVE Siegen entschieden wird, aber bis dahin stehen für die beiden heimischen Aufstiegskandidaten noch vier mehr oder minder hohe Hürden auf dem Programm, muss der OSC Dortmund, der traditionell bei Heimspielen schon am Freitag antritt, als Dritter im Bunde sogar noch fünf Mal ran.

„Was die Konkurrenz macht, ist zwar interessant, aber wir tun gut daran, ganz auf uns zu blicken, denn wir haben ja schon öfter Steilvorlagen nicht genutzt“, meint RSVE-Spielertrainer Mirza Sijaric. Sein Team ist ja ohnehin auf einen OSC-Ausrutscher angewiesen, fühlt sich somit in der reinen Verfolgerrolle und bleibt bemüht, den Erfolgsdruck niedrig zu halten. Die jüngste Gala in Westerholt nährt natürlich die Hoffnung, dass die aktuelle Form stimmt und auch ein Favoritenschreck wie der TuS Hattingen am Samstag (Beginn 19.15 Uhr) in die Schranken gewiesen werden kann. „Wir haben da einiges gutzumachen“, erinnert sich Sijaric an die 32:35-Hinspielschklappe, war zudem Augenzeuge, wie Hattingen in Ferndorf einen Zähler ergatterte, kennt also die Stärken und Schwächen der oft überfallartig konternden und homogen auftretenden Schützlinge von Frank Osterloh bestens. Bis auf Johannes Krause sind alle Eiserfelder fit und wollen ihre glänzende Heimbilanz ausbauen.

Ebenfalls erst eine Heimniederlage hat der HSC Haltern/Sythen hinnehmen müssen. Auf Spitzenreiter TuS Ferndorf II wartet somit morgen (19.30 Uhr) eine schwierige Aufgabe, auch wenn die Kreuztaler im Hinspiel (26:18) mit ihrer beweglichen 3-2-1-Abwehr dem HSC den Schneid abkauften. Wegen des zeitgleichen Spiels der „Ersten“ kann Trainer Michael Lerscht diesmal auf keine Rückraum-Verstärkung durch Bettig bauen. Markowski und jetzt auch Keusgen (Nasenbeinbruch) fallen aus, dafür ist mit Sartisson zu rechnen. Um so wichtiger wäre, dass der routinierte und deckungsstarke Kreisläufer Fabio Schöttler wieder mitwirkt. „Er muss zwar nochmals zum Arzt, um sich grünes Licht zu holen, aber wie ich ihn kenne, beißt er die Zähne zusammen und läuft mit einem Tapeverband auf“, weiß Lerscht, wie sehr seine Schützlinge darauf brennen, den Vorsprung auf die den besseren direkten Vergleich aufweisenden Dortmunder zu bewahren. „Unser Restprogramm gegen Bergkamen, Oberaden und Eiserfeld ist knüppelhart“, verdeutlicht Lerscht, warum er das Thema Aufstieg weiterhin mit Samthandschuhen anpackt.