Tennis - (k)ein Sport für Weicheier

Tennis – ein gefährlicher Sport? Eigentlich nicht. Aber es gibt Abende, die sind für jede Überraschung gut. So passiert in der vergangenen Woche. Zum Schluss der Übungseinheit wird Doppel trainiert, die klassische Aufstellung, einer an der Grundlinie, der Partner kauert am Netz und wartet darauf, dass das Service ins gegnerischen Aufschlagfeld trifft. Schafft der Partner aber nicht. Vielmehr knallt die gelbe Filzkugel dem Netzspieler – im dem Fall ich – in den Rücken. Alles schon erlebt. Mund abwischen! Weiter geht’s!

Training beendet, Schuhe ausklopfen, zur Umkleide trotten und schnell duschen, denn es wartet ja ein leckeres Bierchen zur Erfrischung. Die Stuhlreihe vor dem Clubhaus ist an diesem lauen Frühsommerabend gut besetzt. Es wird getrunken, gegessen, gefachsimpelt, gelästert. Gibt’s nach dem Sport was Schöneres?

Doch dann ist die Idylle jäh vorbei: Plötzlich fliegt eine Filzkugel in durchaus beachtlicher Geschwindigkeit vom nahen „Center Court“ in unsere Richtung. Der gelbe Querschläger trifft (m)ein randvolles Weizenbierglas, das in zig Scherben zerbirst. Bis auf den kurzen Schreck sowie den Glas- und Bierverlust gibt es Gott sei Dank keine Schäden zu beklagen.

Achim S., dem Ballverteiler, rufe ich lachend zu: „Das war dein präzisester Schlag seit langem. Kompliment!“ Übrigens jener Achim S., der 20 Minuten zuvor auch meinen Astralkörper traktiert hatte. Tags drauf stellte der Arzt eine leichte Nierenprellung fest. Tennis ist eben doch ein gefährlicher Sport.
Lutz Großmann