Stöcker mit neuer Bestmarke in Dubai

Werner Stöcker nach seinem Marathon in Dubai, bei dem er einen Altersklassen-Siegerland-Rekord aufstellte.
Werner Stöcker nach seinem Marathon in Dubai, bei dem er einen Altersklassen-Siegerland-Rekord aufstellte.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Marathon-Läufer Werner Stöcker stellt am Persischen Golf den eigenen Siegerland-Rekord ein.

Erndtebrück..  Werner Stöcker hat es schon wieder getan. Zum elften Mal hat der 75-Jährige Erndtebrücker einen Siegerland-Rekord im Langstreckenlauf aufgestellt. Um genau zu sein: den eigenen eingestellt. In diesem Teil Südwestfalens war nämlich noch nie jemand in seiner Altersklasse schneller über die Marathon-Distanz von 42,95 Kilometern schneller als Stöcker.

Bei 3:31,51 Stunden steht nun seine persönliche Bestmarke. Aufgestellt hat sie der Erndtebrücker unter für ihn im Wortsinne traumhaften Bedingungen: in Dubai, der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate, dieser pulsierenden Metropole am Persischen Golf. Werner Stöcker ist selig: „Ein Wüstenlauf, das war mein großer Wunsch.“

Stöcker beim Finallauf des Ausdauer-Wintercups

Wobei: Ganz bekam Marathon-Mann Stöcker nicht das geboten, was ihn eingangs nach Dubai lockte. Vor vier, fünf Jahren, so erzählt er, habe sich ein Gedanke in seinem Kopf festgesetzt, der von einem Extremlauf durch Wüstensand und Dünen. Doch Stöcker musste schnell einsehen, dass er dieses Vorhaben in Dubai nicht würde umsetzen können. Der Kurs führt in voller Länge am Strand entlang - auf Asphalt und flach wie die Flunder. Dennoch: „Die Idee hat sich versteift, die Strecke macht gute Zeiten möglich.“ Eines Beweises für seine These bedarf es nicht mehr. Dubai also sollte es sein für seinen insgesamt elften Marathon.

Die Ehefrau muss mit

„Aber nicht ohne meine Ingeborg“, stellt Stöcker klar, der seit stolzen 60 Jahren Mitglied beim TuS Erndtebrück ist und auf der Arabischen Halbinsel für die LG Wittgenstein startete. Seine Gattin sei unverzichtbar für die Organisation, „mit Englisch habe ich es nicht so, bei mir klappt es eher mit Händen und Füßen“. Vor allem mit letzerem.

Vorbei am Burj Khalifa und den Palmeninseln

Um 7 Uhr am Morgen fiel der Startschuss, bei milden 22 Grad Celsius ging es auf die Straße: Konkurrenz hatte Stöcker keine, zumindest nicht in seiner Altersklasse M75. Ein weiterer Deutscher und ein Japaner hatten mit rund 45 Minuten respektive fast zwei Stunden das Nachsehen. „Die einzigen Erhöhungen“, berichtet Stöcker, „sind diese verkehrsberuhigenden Erhebungen“, das warme Klima sei ihm auch sehr entgegengekommen. Und der frühe Rennbeginn? „Ich bin eh ein schlechter Schläfer.“ Die exakte Menge zugeführter Kohlenhydrate vor dem Start? „Wird in meinen Augen überschätzt, das muss jeder für sich selbst ausprobieren.“ Überhaupt sei so ein Marathon - grundlegende Fitness einmal vorausgesetzt in erster Linie immer Kopfsache: „Der Hammer schlägt nur bei denen zu, die es zulassen.“ Der ehemalige DSV-Biathlontrainer muss es schließlich wissen.

Was er nun auch weiß: Dass die Megacity am Persischen Golf Sehenswürdigkeiten en masse zu bieten hat. Fünf Tage waren geplant, die Stöckers verlängerten ihren Aufenthalt um weitere fünf auf zehn. Sogar eine Wüstensafari stand auf dem Urlaubsplan. So wurde es doch noch etwas mit dem Traum von Dünen und Wüstensand.