„Stimmung könnte nicht besser sein“

Björn Breuer, Trainer der Sportfreunde Birkelbach
Björn Breuer, Trainer der Sportfreunde Birkelbach
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Was wir bereits wissen
Björn Breuer im Interview über das Derby gegen Aue-Wingeshausen, fehlende Auswärtssiege und die Suche nach einem Mittelstürmer.

Bad Berleburg..  Es geht ums Prestige. Doch auch ohne Lokalrivalität bietet das morgige Bezirksliga-Derby zwischen den Sportfreunden Birkelbach (Platz 2) und dem TSV Aue-Wingeshausen (Platz 14) reichlich Zündstoff. Weil die Gastgeber noch für Aufstieg und Relegation in Frage kommen und die Gäste mitten im Abstiegskampf stecken, werden auch die Konkurrenten aus dem Sauerland ein Auge auf die Begegnung haben.

Wegen der Konfirmation am Sonntag wurde das Spiel auf morgen Abend, 18 Uhr, vorverlegt. Wir sprachen mit Birkelbachs Trainer Björn Breuer, dessen Mannschaft sechs Punkte hinter Eslohe liegt.
Frage: Hallo Herr Breuer, wie bewerten Sie die Situation der Sportfreunde Birkelbach?
Björn Breuer: Völlig entspannt. Wir spielen eine überragende Runde und haben noch die Möglichkeit, Meister zu werden und den Kreispokal zu gewinnen. Es hätte doch vor zehn Monaten niemand gedacht, dass wir in beiden Wettbewerben für einen Titel in Frage kommen. Die Stimmung könnte nur dann besser sein, wenn wir auf Platz 1 stehen würden.


Nach der überragenden Hinrunde hat Ihr Verein mutig kommuniziert, aufsteigen zu wollen und hat danach nicht mehr so viel gewonnen. Ist das so eine Art Augsburg-Phänomen aus der Bundesliga, die seit der Zielsetzung Europapokal auch Probleme haben?
Die Situation ist natürlich eine andere ist als in der Hinrunde, der Druck ist größer. Der Verein ist es aber nicht, der für diesen Druck verantwortlich ist.


Die heimische Presse ist es aber auch nicht.
Das ist richtig, aber den Druck setzen sich die Spieler natürlich irgendwann selber. Sie wollen an die erzielten Ergebnisse anknüpfen und das Interesse des Umfeldes hat zugenommen. Dann ist es nicht mehr ganz so leicht, zumal man vom Gegner anders wahrgenommen wird. Ich kann sagen, dass Trainingsbeteiligung und Engagement absolut stimmen. Man kann niemandem vorwerfen, dass der Schlendrian eingekehrt wäre.


Angenommen, Eslohe stolpert nicht mehr. Würden Sie Platz 2 auch noch feiern?
Wenn Eslohe aufgrund seiner tollen Serie Meister wird, dann muss man zunächst anerkennen, dass sie einfach besser waren. Der zweite Platz wäre für uns auf jeden Fall absolut positiv, wenn man bedenkt, wo wir herkommen.


Die Heimspiele seit der Winterpause wurden alle gewonnen, auswärts klappte es vier Mal in Folge nicht. Wie ist das zu erklären?
Zunächst damit, dass man weiß, wie man auf einem Platz spielen muss, wenn man dort drei Mal in der Woche trainiert. Die gute Zuschauerresonanz gibt uns zusätzlichen Rückenwind. Auch auswärts waren die Leistungen in Ordnung, aber es fehlte das Quäntchen Glück und vielleicht auch Überzeugung, was wir in der Hinrunde noch hatten. Da hätten wir so ein Spiel wie in Dorlar vermutlich 1:0 gewonnen.


Dort stimmte die Spielanlage, aber es fehlte an Durchschlagskraft. Wenn man die interne Torschützenliste sieht, liegt Verteidiger Carsten Afflerbach mit neun Toren vorn. Fehlt ein echter Torjäger?
Unsere Ausgeglichenheit ist unsere Stärke. Von unserer Offensivabteilung verlange ich allerdings mehr Tore. Wir sind für die kommende Saison noch mit zwei Mittelstürmern im Gespräch. Derzeit spielt Joey Dohle diese Position, den ich eigentlich als Mittelfeldspieler sehe. Aber er schlägt sich gut und könnte sich zu einem echten Mittelstürmer entwickeln.
Jetzt geht es gegen Aue-Wingeshausen. Wie ist der Gegner zu packen?
Aue-Wingeshausen ist eine robuste Mannschaft und vorne mit Marcel Euteneuer, Jens Sonneborn und Tim Burghardt sehr gut besetzt. Darauf müssen wir uns einstellen. Die Tabelle ist in solchen Spielen außen vor.


Die vier zurückliegenden Spiele haben die Sportfreunde Birkelbach aber alle gewonnen.
Die Ergebnisse waren aber teils klarer als die Verläufe, Aue hat uns alles abverlangt. So kann es gerne wieder laufen. Wir haben Lust auf Heimspiel, Lust auf Derby, Lust auf drei Punkte.


Gibt es das Spiel auch in der kommenden Saison?
Ich kann nur sagen, dass es für uns kommende Saison definitiv ein Derby geben wird. Was Aue angeht, glaube ich, dass sie die Liga auf jeden Fall halten werden. Sie haben die Klasse und Mentalität und werden die nötigen Punkte noch holen – nach dem Spiel am Samstag.