Starkes Sachsen-Duo für die SKV

Dreis-Tiefenbach..  Die Siegerländer Kunstturn-Vereinigung (SKV) geht, das steht schon jetzt fest, mit einem starken Zweitliga-Kader das „Unternehmen Wiederaufstieg“ an. Mit den Neuzugängen Tim Leibiger (20) und Sebastian Bock (21), die beide vom Mitteldeutschen Turnteam (MTT) Chemnitz/Halle zu den Siegerländern stoßen (unsere Zeitung berichtete bereits kurz), wurde die Riege für die im September beginnende Zweitliga-Saison deutlich aufgewertet.

„Beide Turner werden für uns sportlich und menschlich ein Gewinn sein“, verspricht SKV-Vorsitzender Reimund Spies. Und sie sind jung und entwicklungsfähig. „Auch das hat bei der Verpflichtung eine Rolle gespielt“, ergänzt Spies. Denn sie sollen möglichst über einen längeren Zeitraum für die SKV an die Geräte gehen.

Ins Siegerland wurden die Turner von SKV-Liga-Koordinator Bernd Krombach und dem Sportlichen Leiter Heinz Rohleder gelockt. „Wir haben sie beobachtet und sind dann aktiv auf sie zugegangen“, erklärte Krombach, der große Stücke auf Bock und Leibiger hält: „Sie passen sehr gut in unser Konzept und können Wertungen zwischen 13 und 14 Punkte turnen.“ Weil sie ihren Lebensmittelpunkt in Chemnitz haben, trainieren beide dort weiter und reisen dann in einer Fahrgemeinschaft zu den Zweitliga-Wettkämpfen der SKV an.

Schon als Jugendliche im Fokus

Schon als Jugendliche rückten sie in den Fokus. Leibiger wurde 2012 bei den Junioren-Europameisterschaften Achter am Reck und gewann bei den Deutschen Jugendmeisterschaften 2012 in der AK 17/18 sechs Medaillen. Meister wurde er an seinem Spezialgerät, dem Reck. Wegen einer Knieverletzung verpasste der angehende Medizinstudent im vergangenen Jahr fast alle Bundesliga-Wettkämpfe für das MTT Chemnitz/Halle. Die Verletzung hat der Musik-Fan inzwischen überwunden. Krombach ist sich sicher: „Tim wird uns nicht nur am Reck, sondern auch an den Ringen viel Spaß bereiten. Und ein guter Springer ist er auch.“

Von einem hohen Intellekt geprägt ist auch Sebastian Bock. Sein Abitur baute er mit einem Notenschnitt von 1,4 – jetzt studiert er an der Technischen Universität in Chemnitz Physik. Bock ist eher der Allrounder, hat – wenn überhaupt – am Boden oder am Sprung leichte Schwächen und nennt das Pauschenpferd sein Lieblingsgerät. „Seine Technik ist exzellent“, sagt Krombach voller Vorfreude über den Athleten, der 2014 Sachsenmeister wurde und dabei unter anderem Nationalmannschaftsturner Andreas Bretschneider hinter sich ließ.

Beim MTT Chemnitz/Halle sah das Duo keine Zukunft mehr, weil es beim Mitteldeutschen keine gibt. Sportlich schaffte die Mannschaft als Vorletzter – übrigens vor der abgestiegenen SKV – den Klassenerhalt in der 1. Liga, doch die Lizenz gaben die Verantwortlichen zurück, weil die Riege auseinander gebrochen und die finanzielle Basis für Turnen in der höchsten
Liga nicht mehr
vorhanden war. Top-Turner Matthias Fahrig wechselte nach Heidelberg, und auch von weiteren Athleten musste sich Chemnitz/Halle verabschieden. „Andere Mannschaften der DTL werben unsere Turner mit finanziellen Angeboten ab und schwächen damit den noch vorhandenen Kader“, heißt es auf der MTT-Homepage.

Wie Krombach bestätigte, verlässt nur Nils Dunkel die SKV. Er schließt sich der Kunstturnvereinigung Straubenhardt an.