50 Jahre altes...
Sportheim des VfB Weidenau droht der Abriss
09.03.2010 | 22:25 Uhr 2010-03-09T22:25:00+0100Siegen-Weidenau. 99 Jahre lang sollte der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen ein unentgeltliches Nutzungsrecht im Obergeschoss des neu erbauten Sportheims des VfB 07 Weidenau genießen.
So hatten es die Oberen von Verein, Fußballverband, Kreis Siegen und Stadt Weidenau im Jahre 1960 bei der Einweihung des damals repräsentativen Gebäudes zwischen der vereinseigenen Glück-Auf-Kampfbahn und dem Erholungsgebiet Tiergarten vertraglich vereinbart.
Und so nannten sie das Erdgeschoss „VfB-Sportheim” und das Obergeschoss „Kreisjugendheim”. Nun sind nahezu exakt 50 Jahre vergangen, und die gesamte Anlage ächzt unter einem Renovierungs- und Sanierungsstau, der vom Eigentümer VfB 07 Weidenau alleine nicht mehr behoben werden kann (die WR berichtete). Jetzt scheint gar das letzte Stündlein für die altersschwache Immobilie am Rande des Tiergartens angebrochen zu sein. Der Abriss des Gebäudes scheint wohl die einzig realistische Alternative.
Das geht zumindest aus dem Protokoll im nicht-öffentlichen Teil einer Sitzung des Siegener Sport- und Bäderausschusses vom 10. Dezember 2009 hervor. Das Sportheim entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen, so die damalige Dezernentin Birgitta Radermacher auf eine entsprechende Frage des UWG-Stadtverordneten Achim Bell. Aus finanziellen Aspekten käme eine Sanierung jedoch nicht in Betracht.
Vorausgegangen war eine Begehung des Sport- und Kreisjugendheims und ein anschließendes Gespräch zwischen Vertretern der Stadt Siegen, des Kreises Siegen-Wittgenstein, des Fußball- und
Leichtathletikkreises Siegen-Wittgenstein sowie des VfB 07 Weidenau.
Bewirtung anfangs
sogar noch ganztägig
„In Anbetracht der enormen Investitionskosten ist überlegt worden, eine Variante zu untersuchen, welche den Abriss des gesamten Gebäudes und den Neubau eines kleinen Umkleidegebäudes beinhaltet”, heißt es in der Protokollnotiz, nach der die Stadt Siegen die Prüfung dieser Alternative durchführen wird.
Der schleichende Verfall des Gebäudes macht sich nicht nur an dem maroden Treppenaufgang, den morschen Fenstern, der mangelnden Wärmedämmung und lockeren Fliesen auf den Balkonen bemerkbar, auch die Bewirtungssituation im VfB-Sportheim sowie die Belegungszahlen im Kreisjugendheim gaben im Laufe der Jahre immer mehr Anlass zu Sorge.
Bei der Heimeinweihung im Jahre 1960 hatte der damalige Vereinswirt Wolfgang Freudenberg, der später übrigens auch für kurze Zeit den Vorsitz im VfB übernahm, die Gaststätte noch ganztägig geöffnet. Dann wurde aus dem Ganztags- ein Halbtagsbetrieb und noch später ein reiner Abendbetrieb. Bis die Bewirtschaftung nur noch stundenweise von ehrenamtlichen Kräften des Vereins, und das auch nur zu Spiel- und Trainingszeiten, erfolgte.
Die Schlafräume und sanitären Anlagen im Kreisjugendheim lockten und locken trotz kleinerer Renovierungen auch nur noch Jugendgruppen in beschränktem Maße an.
Einer, der seine „Zelte” bei seinen turnusmäßigen Besuchen im Siegerland immer mal wieder gerne hier aufschlägt, ist VfB-Ehrenmitglied Werner Haas aus dem holsteinischen Ascheberg. Gut möglich, dass der pensionierte Lehrer und Marinemann nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung des VfB 07 Weidenau am morgigen Donnerstag, bei der es um die Neuwahl des kompletten Vorstandes geht, endgültig als 1. Vorsitzender und „Hausherr” das Sagen im Sportheim am Tiergarten hat.
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