Sportfreunde Siegen im freien Fall
24.03.2010 | 22:31 Uhr 2010-03-24T22:31:00+0100
Siegen. Sportfreunde Siegen im freien Fall. Nach der 0:2-Niederlage gegen Westfalia Herne schimpften die Fans lautstark auf den Rängen „Absteiger, Absteiger” und die Spieler von Herne ließen sich von sechs (!) Fans in der Kurve feiern.
Für die Sportfreunde war es das zehnte Spiel unter Trainer Delahaije ohne Sieg. Doch irgendwie geht diese Niederlage gar nicht auf das Konto des Holländers, denn der saß gestern Abend nicht einmal auf der Bank.
Rückzug oder Demission des Trainers?
Kommt nach der Oktoberrevolution, in deren Folge Trainer Jörg Jung und Sportmanager Gerd Kehrberg den Hut nehmen mussten, nun der Frühlingssturm, der die Sportfreunde wieder mächtig durchrüttelt? Am Morgen war der Trainer Rob Delahaije beim Sportlichen Leiter Lutz Lindemann vorstellig geworden und hatte ihn darum gebeten, ihn für die nächsten zwei Spiele freizustellen. „Wenn Sie den Trainer gesehen hätten, blass, wie ein Häuflein Elend. Er klagte über Rückenschmerzen und die weiteren Symptome könnte man mit einem Burnout bezeichnen. Die letzten Wochen sind an Rob eben nicht spurlos vorübergegangen”, so Lindemann.
Ist das schon der Rückzug oder gar die Demission des Trainers, der in seiner bisherigen Amtszeit, in neun Spielen unter seiner Führung, keinen einzigen Sieg einfahren konnte? „Nein, das kann ich so nicht bestätigen. Der Trainer hat mich gebeten, für das Spiel gegen Herne und die Partie gegen Speldorf die Mannschaft zu übernehmen. Er traut sich das in der jetzigen Situation nicht zu. Er muss erst wieder gesund werden”, so Lutz Lindemann weiter.
Doch wie sattelfest ist ein Trainer noch, der sich aus nervlichen Gründen nicht mehr in der Lage sieht, die Mannschaft zu führen? Auch die Spieler haben ihrem „Chef” offenbar das Vertrauen entzogen. „Es stimmt, dass einige frustrierte Spieler gemeckert haben”, so Lindemann, von einer Palastrevolution wollte er jedoch nichts wissen.
Zur Trainerfrage äußerte sich unserer Zeitung gegenüber der Vorsitzende des Aufsichtsrates Ulrich Steiner: „Trainer Rob Delahaije ist bis einschließlich Sonntag krankgeschrieben, nicht mehr und nicht weniger. Ich gehe davon aus, dass er am Montag seine Arbeit bei uns wieder aufnimmt.”
Auf dem Spielberichtsbogen wurde als Trainer Rob Delahaije geführt, auf der Bank führten die Mannschaft jedoch Lutz Lindemann und „Co” Peter Nemeth. „Wenn ich die Mannschaft führen soll”, hatte Lindemann seinen Cheftrainer gewarnt, „dann werde ich auch einige Umstellungen vornehmen”.
Lutz Lindemann holte Orhan Özkaya zurück ins Team, stellte Daniel Cartus wieder in die Anfangsformation und ließ Jakobs und Dallmann zunächst auf der Bank Platz nehmen. Es wurde das Kampfspiel auf schwerem Boden, auf dem sich die Sportfreunde nie aufgaben, die meisten Spielanteile hatten, genügend Chancen für zwei, drei Tore und dann aber doch wieder den Platz als Verlierer verließen. Herne hingegen hatte vier klare Chancen und machte daraus zwei Tore. Die erste dicke Chance hatte Rückkehrer Orhan Özkaya, der in der 20. Minute in Eins-zu-Eins-Situation gegen Torwart Christopher Ditterle einen Bruchteil mit der Fußspitze früher am Ball war und das Leder so an die Querlatte schoss. Fünf Minuten später setzte Uzun nach einem Konter den Ball neben den Pfosten, doch der Linienrichter hatte bereits die Fahne oben.
Die größte Siegener Chance in der ersten Hälfte hatte der flinke Orhan Özkaya auf dem Fuß, doch auf dem holprigen Platz versprang ihm der Ball und er vergab sieben Meter vor dem Tor.
Herne machte es anders, nämlich wie eine Spitzenmannschaft, die sich ihrer Stärke bewusst ist. 36. Minute, langer Pass von Kapitän Tim Gebauer auf Marko Onucka und der knallt den Ball flach ins Eck. Bitter: Das Tor ausgerechnet in der Drangphase von Siegen. Und die Sportfreunde hatten sich gerade berappelt, da folgte Gegentor Nummer zwei nach der zweiten echten Chance von Herne: Flanke von Arben Tahiri, in der Mitte rutscht – bedrängt von zwei Siegener Abwehrspielern – Onucka in die Flanke und mit dem Halbzeitpfiff ist der Ball zum 0:2 im Netz.
Mannschaft ließ sich nicht hängen
Doch die Mannschaft ließ sich nicht hängen, ackerte und kämpfte, doch eine Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht, der fehlt eben auch das Quäntchen Glück: Uzun rutscht am Ball vorbei (58.); Pass von Cartus auf Jakobs und der legt am langen Pfosten vorbei (65.); Uzun und Özkaya versemmeln (74.) und dann schießt Uzun drei Meter vor dem Tor Julian Jakobs an. Wie viele Chancen braucht diese Mannschaft noch, um Tore zu schießen und zu gewinnen? Jetzt liegen die Nerven blank und Siegen steckt mitten im Abstiegskampf.
19:34
Der freie Fall geht weiter: 1:6 Debakel in Speldorf.
22:07
Dann hätten wir bald das neue Lokalderby
Fortuna Siegen-Kaan gegen FC Eiserfeld
19:25
Der Fisch fängt am Kopf (Utsch) an zu stinken.
Schickt doch den Geltungsbedürftigen endlich mal in die Wüste. Anschließend können die Sportfreunde mit Kaan zusammengehen.
13:22
Es ist sehr traurig, was wieder mal über die Sportfreunde zu lesen ist. Der Co-Trainer sägt offensichtlich unter Einbeziehung seiner Spezis in der Mannschaft am Posten des Trainers. Auch so kann er seinen Kultstatus nach und nach verlieren.
Räumt endlich mal auf im Verein. Schmeisst die Rädelsführer der Revolte raus, sucht euch einen Trainer aus der Umgebung. Es gibt hier auch sehr gute, junge und unverbrauchte Leute, die sicherlich nicht schlechter als einige der bisherigen Übungsleiter sind. Außerdem erfährt diese Person Unterstützung von den Fans. Warum hat man davor Angst?
12:08
Welcher Trainer sagt eigentlich mal den Sportfreunde Spielern: Jungs, wenn ihr nicht mehr wisst wohin mit dem Ball, dann schießt ihn doch einfach ins Tor?
Oder warum gibt man nicht die Taktik aus flach spielen und hoch gewinnen?
11:56
Nächste WR Schlagzeile:
SIEGEN in SIEGEN verlernt - Auferstehung der Lommelfreunde!
08:19
Mensch, Herr Steinseifer !
Sie werden doch wohl noch bis acht zählen können. Wir waren sieben Mann und eine Frau und man hat uns gehört.
Gruß aus Herne