SKV schnürt das „soziale Gesamtpaket“

Jonas Rohleder, Bernd Krombach, Philipp Herder, Nico Ermert, Sebastian Spies, Daniel Uhlig, Steffen Rosenkranz, Sebastian Bock, Falk Uhlig, Tim Leibiger, Heinz Rohleder (von links).
Jonas Rohleder, Bernd Krombach, Philipp Herder, Nico Ermert, Sebastian Spies, Daniel Uhlig, Steffen Rosenkranz, Sebastian Bock, Falk Uhlig, Tim Leibiger, Heinz Rohleder (von links).
Foto: Jochen Wiesel

Dreis-Tiefenbach..  „Wir wollen zurück in Liga 1.“ Der Vorsitzende der Siegerländer Kunstturn-Vereinigung (SKV), Reimund Spies, gibt ein klares Ziel vor. Und er schiebt die Begründung gleich hinterher: „Wir haben ein stärkeres Team als noch im Vorjahr.“

Die Kunstturn-Riege aus dem Siegerland wird bei diesem Vorhaben unterstützt von zwei Neuzugängen vom Mitteldeutschen Turn-Team (MTT) Chemnitz/Halle. Die beiden 21-jährigen Tim Leibiger und Sebastian Bock suchten den Weg zur jungen Garde im fernen Südwestfalen, als klar wurde, dass das MTT nicht mehr für die erste Bundesliga melden wird. Wie es heißt, waren es die Sachsen und Anhaltiner leid, sich unter stetiger Aufbietung aller Kräfte - vor allem finanzieller - dem Liga-Kampf der besten Teams in Deutschland zu stellen.

Bei der SKV gaben die beiden am Wochenende erstmals ihre Visitenkarten ab. Die knapp 400 Kilometer aus Sachsen hatten sie gerade hinter sich gebracht, als sie auch schon in den Genuss des „sozialen Gesamtpakets“ im Siegerland kamen.

Denn unter Reimund Spies hat es sich die SKV zur Aufgabe gemacht, auch außerhalb der Sporthallen, jenseits von Barren und Pauschenpferd den Gemeinschafts-Gedanken zu pflegen.

„Mutter der Kompanie“

„Die meisten Turner“, weiß der Vorsitzende, „haben den Tunnelblick. Magnesia, Barren, Ringe - alles unterm Dach. Wir wollen auch was anderes bieten.“ Am Sonntagvormittag endete im Hause Spies ein solches Kommunikations- und Zerstreuungs-Wochenende mit dem gemeinsamen Frühstück.

Pia Spies, die Ehefrau des Vereins-Chefs, ist dabei so etwas wie die „Mutter der Kompanie“. Sie plant, koordiniert, fährt hierhin, fährt dorthin - hält ihre Turn-Schäfchen, einschließlich ihrem im SKV-Liga-Team turnenden Sohn Sebastian - zusammen. Unter ihrem Dach hatten sich auch die beiden „Neuen“ einquartiert - alles ganz zentral in der Nähe des Leistungszentrums.

Denn neben aller Zerstreuung standen an diesem Wochenende auch zwei schweißtreibende Trainingseinheiten auf dem Programm. Quasi zum Einturnen - fernab von allen Punktekämpfen.

Denn in der zweiten Bundesliga geht es erst am letzten September-Wochenende los. In der Kreuztaler Sporthalle Stählerwiese gehen die SKV-Jungs am Samstag, 26. September, gegen die TSG Grünstadt an die Geräte. Teil eins des „Vorhabens Erstliga-Rückkehr“.

Gut auch mit dem Schläger

Zeit genug also, an weiteren Terminen dieser Art den Integrations-Gedanken zu pflegen, aus turnerischen Einzelkämpfern ein Team zu formen. Die Vorstands-Riege um Reimund Spies bedauerte, dass die beiden Belgier Dennis Goossens und Bram Louwije diesmal noch nicht dabei sein konnten. Die sind derzeit noch in Fernost, wo sie bis zum 14. Juli auf der Universade, den Weltspielen der Studenten, für ihr Land an die Geräte gehen.

Da das Duo aber schon im vergangenen Jahr im rot-weißen Dress der SKV startete, kennen Goossens und Louwije die hiesigen Gepflogenheiten, wissen sie, dass sie mit offenen Armen empfangen werden.

Gern hätten sie am Samstag mit ihren Teamkollegen den Golfschläger geschwungen, als die Turner beim GC Siegen-Olpe einen Schnupperkurs, fernab der muffigen Turnhalle, absolvierten. Die „Bewegungs-Künstler“ machten auch am ungewohnten Gerät durchaus eine gute Figur.


Reimund Spies im Dialog mit der
DTL in Sachen Zweitliga-Terminierung

Sieben Mal geht es ab dem 26. September - Liga-Start in Kreuztal gegen die TSG Grünstadt - an die Zweitliga-Geräte. Vier Wettkämpfe trägt die Siegerländer Kunstturn-Vereinigung als Gastgeber aus. Neben den Grünstädtern sind am 17.Oktober die Athleten des TZ Bochum-Witten auf dem Schießberg zu Gast, am 24.Oktober wird erneut in Kreuztal gehen das KTT Oberhausen geturnt. Der zweite Wettkampf auf dem Klafelder Schießberg steigt am 14. November gegen den Aufsteiger NTT Vinnhorst aus Niedersachsen.

Auswärts haben die Siegerländer Turner am 10. Oktober beim TV Großen-Linden anzutreten, am 7. November geht es zur KTV Heilbronn. Der Abschluss-Wettkampf steigt am 21. November bei der KTV Koblenz in der Halle Oberwerth.

Keine Rücksicht

Und sollte das Ziel - Platz 1 in dieser Zweitliga-Nordgruppe - erreicht werden, wird in Bühl bei Baden-Baden am 28./29. November um die Erstliga-Rückkehr gegen den Südmeister geturnt.

Weit weg dieser Termin - trotz aller Vorfreude auf die anstehenden Aufgaben. So ist der SKV-Vorsitzende Reimund Spies darauf bedacht, mit der Deutschen Turn-Liga (DTL) nach Kompromissen in der künftigen Terminierung der zweiten Bundesliga zu suchen. Denn auf internationale Einsätze der Turner in der zweiten Liga nimmt der Liga-Terminplan keine Rücksicht.

„Wir versuchen das für 2016 zu ändern“, hat Spies in dieser Hinsicht erste Fäden gesponnen. Ob das aber auch wirklich umgesetzt wird, ist offen. Derzeit sind nur die Zeitpläne der ersten Liga mit den internationalen Terminen abgestimmt. In Liga zwei müssen die Teams an die Geräte, auch wenn die Besten - wie bei der SKV zum Beispiel die Belgier oder Philipp Herder - Berufungen für Großereignisse wie EM oder WM erhalten. „Ein Grund mehr“, so Spies, „in die erste Liga zurückzukehren.“

Für 2015, also die anstehende Zweitliga-Saison, ändern diese Gespräche indes nichts mehr. So ist während der Weltmeisterschaft in Glasgow, die am 24. Oktober beginnt, kaum mit Zweitliga-Einsätzen von Goossens, Louwije und Herder zu rechnen.

Qualifizieren will sich der Berliner für die WM bei der Deutschen Meisterschaft in Gießen am 19./20. September. Herder wird dort gemeinsam mit seinen Teamkollegen Nico Ermert, Daniel Uhlig und Sebastian Bock antreten.