SFS legt Rechtsmittel ein

Entttäuschte Fans der Sportfreunde Siegen machten ihren Unmut mit diesem Plakat Luft.
Entttäuschte Fans der Sportfreunde Siegen machten ihren Unmut mit diesem Plakat Luft.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit einem 0:7-Debakel gegen Aachen verabschiedeten sich die Sportfreunde Siegen vorläufig aus der Regionalliga. Gleich sechs Spieler wurden vor dem Anpfiff verabschiedet. Zudem wurde bekannt: Der Sportfreunde-Vorstand legt gegen das Verbands-Urteil zur Lizenzierung der Vereine SG Wattenscheid 09 und KFC Uerdingen Rechtsmittel ein.

Siegen..  Ausschöpfen der Rechtsmittel gegen das Verbands-Urteil zur Lizenzierung von Uerdingen und Wattenscheid. Tolle Fan-Unterstützung von 1000 Alemannia-Anhänger in einem bedeutungslosen Spiel. Polizei-Hundertschaft in ständiger Alarmbereitschaft. Enttäuschte Sportfreunde-Anhänger schreddern ihre Dauerkarten. Es gibt eine Menge an Randerscheinungen an diesem Samstag, 23. Mai, im Leimbachtadion.

Als sich gegen 14 Uhr der Vorhang für den letzten Akt des Regionalliga-Dramas hebt, steht zunächst Abschied auf dem Regieplan. Konstantin Möllering, Ali Ibrahimaj, Yannick Geisler und Charles Butte nehmen ihren Hut. Wenig überraschend. Eher bezeichnend für die Lage insgesamt sind die Abgänge der Eigengewächse Julian Quaas und Sven König. Weitere Wechsel-Gesichter werden folgen, die derzeit indes noch nicht wissen, in welchem Hafen sie ankern werden.

200 Euro lassen es sich die Sportfreunde kosten, um das Lizenzierungs-Verfahren des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes unter die Lupe nehmen zu lassen. Der in Siegen schon bekannte Ludwigsburger Rechtsanwald Christoph Schickhardt sieht zwar kaum Ansätze für einen Erfolg im Rechtsstreit, ihm geht es eher ums Prinzip, die Lizenzierungs-Gewohnheiten des WFLV zu hinterfragen. 200 Euro kann man sich das schon mal kosten lassen.

Schwarze Wolke verdunkelten kurzzeitig den Himmel im Leimbachstal. Die Aachener Fans hatten reichlich Pyrotechnik im Gepäck - trotz ungeheurer Polizei-Präsenz. Toll aber, wie die Fußballer aus der Kaiserstadt trotz aller verspielter Titelchancen von den 1000 in der Westkurve angefeuert wurden.

Auf der anderen Seite hatten die „F11er“ ihre Plätze unter dem Tribünendach leer gelassen, sonnten sich dafür in den Weiten der Gegengeraden. „Danke für nix...“ war da auf einem Transparent zu lesen. In der Schlussphase der Partie waren dann Provokationen in Richtung Aachen-Kurve zu vernehmen, die schon an Fan-Krawalle á la Dresden oder Mannheim denken ließen. Die Polizei-Hundertschaft war alarmiert, verhinderte ein Aufeinandertreffen nach hektischem Treiben hinter den Kulissen.

Da wird es demnächst im Rund dieser Spielstätte weitaus beschaulicher zugehen, zumal Fan-Gruppen wie aus Aachen oder Essen ausbleiben werden. Der Frust der Leute, dieses lustlose Siegener Gekicke - ach ja, Fußball sollte ja auch noch gespielt werden... - war deutlich spürbar bei jedem Gang durch die „Wandelhalle“ hinter der Tribüne. Ein 0:7 gegen den Vizemeister war nicht gerade Werbung für eine wie auch immer anzugehende Saison in der Oberliga Westfalen.

Da traf eine mit deutlicher Lust aufs Spiel angetretene Mannschaft aus dem Dreiländer-Eck auf ein demoralisiertes, fahrlässig verteidigendes und sturmreif geschossenes Team. Über ein zweistelliges Resultat hätte sich bei diesem Regionalliga-Finale niemand in rot beschweren können.

Michael Boris war zwei Tage vor seinem Urlaub dann auch nicht geneigt, auch nur ein Wort über diese 90 Minuten vor Pfingsten zu verlieren. Sein Saison abschließender Dank an die Mitarbeiter des Vereins, den Vorstand, ja, sogar an die Medien, mutete an wie Abschied.