Sensation ist perfekt

Nach dem Schlusspfiff in Herne floss der Aufstiegssekt in Strömen. Auch Trainer Florian Schnorrenberg (blaues Trikot) blieb von den Duschen nicht verschont..
Nach dem Schlusspfiff in Herne floss der Aufstiegssekt in Strömen. Auch Trainer Florian Schnorrenberg (blaues Trikot) blieb von den Duschen nicht verschont..
Foto: WP
Der kleine TuS aus dem kleinen Erndtebrück hat ganz Großes geschafft! Das 2:2 am Sonntag in Herne reichte, um am vorletzten Spieltag den Aufstieg in die Regionalliga perfekt zu machen. Auch der erste Platz, der in die erste DFB-Pokalrunde führt, ist praktisch sicher.

Herne.. Florian Schnorrenberg ließ Fünfe gerade sein. „Na gut, dann feiern wir jetzt die Meisterschaft...“ Kaum gesagt, wogte der Jubel durch das Stadion Am Schloss Strünkede. Der TuS Erndtebrück, der zunächst nicht so recht wusste, was er von diesem 2:2 (1:1) bei der Westfalia in Herne zu halten hatte, ließ dann doch die Korken knallen. Zwar beträgt vor dem letzten Spieltag der Vorsprung auf die Ahlener „nur“ noch drei Punkte, doch die um 18 Treffer bessere Tordifferenz ist einen weiteren Zähler wert.

DFB-Pokal

„Die Mannschaft hat Vereins-Geschichte geschrieben“, so der Trainer, als der ganz große Trubel sich gelegt hatte, die Mannschaft die letzten Kräfte sammelte für eine feucht-fröhliche Rückfahrt und eine ausgelassene Nacht an der Eder. Und Schnorrenberg weiter: „Das können wir alle noch gar nicht richtig fassen. Wir sind ja auch im DFB-Pokal.“

Die Wittgensteiner halten als Oberliga-Meister und damit 64. und letzter Verein Einzug in die Lostöpfe der Auslosung an diesem Mittwoch in Köln.

Probleme

Bevor der gekühlte Sekt geschüttelt wurde, auch der 100-köpfige Anhang auf der Gegengeraden aus sich heraus kam, da waren die strapaziösen 90 Minuten gegen die nach wie vor vom Abstieg bedrohte Westfalia vergessen.

Vergessen waren die offenkundigen Probleme, die die schnellen Offensivkräfte Jean-Pierre Schilling und Semih Aktas, die Antreiber Onur Özbicerler und Fatlum Zaskoku den Erndtebrückern bereiteten. Irgendwie erweckten die den Eindruck, als seien sie vom Feuereifer der Herner überrascht, vom frühen Stören, dem schnellen Umschalten und der Laufbereitschaft, was sich bereits - nach Ballverlust von Fatih Tuysuz - in der 3. Minute auszahlen sollte. Özbicerler schickte Schilling - drin die Kugel.

Der TuS spielte die gepflegtere Kugel, ganz ohne Zweifel, doch so richtig Musik war erst nach dem Spiel drin - als es in der Kabine so richtig abging.

Zwei Mal zurückgekommen

„Es war toll, dass wir zwei Mal zurückgekommen sind“, lobte Florian Schnorrenberg die Einstellung seines Teams. Laurenz Wassinger mit den Treffern 21 und 22 glich nicht nur nach 36 Minuten per Foulelfmeter das 0:1 aus, er schaffte in der 67. Minute nach Freistoß von Leonardo Ribeiro auch den 2:2-Endstand. Die zweite Westfalia-Führung hatte Zaskoku mit tollem 22-Meter-Freistoß (53.) erzielt.

Ein Spiel des Tabellenführers gegen den Vorletzten - auf dem Rasen war dieser Unterschied über weite Strecken nicht erkennbar. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren hatte den TuS gewarnt. Zählbares hatte der vom Schloss Strünkede nämlich noch nicht mitgenommen.

Grandiose Saison

Diesmal war es nicht nur ein Punkt, waren es nicht nur zwei Tore, diesmal war es der Regionalliga-Aufstieg, der an ruhmreicher Stätte gefeiert wurde.

„In den nächsten Stunden werden wir das realisieren“, so der Trainer, der von einer „grandiosen Saison“ sprach.

Und was passiert am Abend in der Heimat? „Nun, da geben die Jungs die Richtung vor. Es wird wohl spät werden...“ Wer die Erndtebrücker kennt, der weiß, dass das wohl ein wenig untertrieben ist.