Selten eine so spannende Saison erlebt

Hat die besten Karten: Trainer Michael Lerscht mit der zweiten Mannschaft des TuS Ferndorf.
Hat die besten Karten: Trainer Michael Lerscht mit der zweiten Mannschaft des TuS Ferndorf.
Foto: WP

Siegerland..  Eine Spannung wie in dieser Saison hat es an der Tabellenspitze der Handball-Verbandsliga - wenn überhaupt - so durch nur selten gegeben. Dass sich in den Kampf um Meisterschaft und Oberliga-Aufstieg vier Spieltage vor dem Saisonende am 9.Mai zudem zwei Siegerländer Mannschaften beharken, das gibt dieser Spielzeit 2014/15 das Alleinstellungs-Merkmal.

Die Reserve des TuS Ferndorf und der RSVE Siegen sind die beiden Kontrahenten, zu denen sich aus Dortmund noch der OSC gesellt. Ein Dreikampf also, der sich in den noch ausstehenden Wochen zuspitzen wird.

Aus eigener Kraft

Aus eigener Kraft, und damit ist Trainer Michael Lerscht mit seinen Ferndorfer Youngsters in aussichtsreichster Position, kann es nur der TuS schaffen. Zudem weisen die Nordsiegerländer gegenüber der Konkurrenz zwei Zähler (gegenüber Dortmund) bzw. drei (gegenüber dem Lokalrivalen aus Eiserfeld) mehr auf.

Ein Ruhekissen ist das nicht, aber doch ein gutes Polster, zumal sich die Mannschaft um Torjäger Kai Ronge, der in dieser Saison die 200er-Marke klar übertreffen wird, ein Muster an Beständigkeit ist.

Die Unbekannte

Da muss also noch ein „Strauchler“ her, wenn sich die Verfolger des Spitzenreiters noch etwas ausrechnen wollen. Für den RSVE, der nach der Niederlage in Herne vor der Osterpause seine Ambitionen - zumindest nach außen - herunter schraubte und nach Aussage von Trainer Mirza Sijaric „jetzt nur noch locker Platz drei“ anpeilt, wäre schon ein Ferndorfer Punktverlust in einem der drei nächsten Spiele ein echter Motivationsschub.

Immer vorausgesetzt matürlich, der RSVE bleibt bis dahin in der Spur, könnte er im Direktduell am 9. Mai die Ferndorfer noch übertrumpfen. Wenn es an diesem Samstag wirklich noch um alles ginge zwischen diesen beiden Teams, wäre auch die zweite Welle des TuS mal in der Lage, die Halle in der Stählerwiese zum Bersten voll zu machen. Das ist bislang ja nur der erfolgreichen Drittliga-Mannschaft vorbehalten.

Die Unbekannte in dieser Rechnung ist indes der OSC Dortmund. Der hat ein Spiel weniger absolviert, muss am kommenden Mittwoch in Haltern noch ein Nachholspiel bestreiten. Die Dortmunder rangieren nur zwei Zähler hinter den Ferndorfern, haben gegenüber beiden Kontrahenten aus dem Siegerland zudem den besten direkten Vergleich auf ihrer Seite.

Das Torverhältnis spielt bei den Handballern bekanntlich keine Rolle. Bei Punktgleichheit hätten die Dortmunder das bessere Ende für sich, denn die Ferndorfer gewannen nur mit vier Treffern Differenz in Hörde, verloren zu Hause zum Saisonauftakt aber mit sieben.

Die Siegener unterlagen sogar in beiden Vergleichen mit dem OSC, hätten in diesem Fall somit die schlechtesten Karten.

Alle wollen hoch

In die Oberliga, das bekunden die Teams öffentlich,.wollen sie alle. Zwar hatte die Gerüchteküche aus Ferndorf zeitweise anderes vernommen, doch wäre für einen möglichen Zweitligisten Ferndorf I eine zweite Mannschaft in der Oberliga natürlich ein gesünderer Unterbau als in der Verbandsliga. Also: Auch der Tus nähme sein Aufstiegsrecht in Gebrauch , sollte der aktuelle Tabellenführer auch am Abend des 9.Mai noch an dieser exponierten Position rangieren.

Showdown

Vier Spiele der Siegerländer also noch, davon eins im Direkltduell am 9. Mai, fünf der Dortmunder - dann wird sich der Knoten lösen. Ein Blick auf das Restprogramm (siehe Extra-Kasten) lässt eigentlich auch keine Aufschlüsse zu.

Es ist alles noch möglich. Freuen wir uns also auf ein spannendes Finale und vielleicht sogar auf einen echten Showdown am 9. Mai

Das Restprogrann

TuS Ferndorf II (1. Platz, 34:10 Punkte, schlechterer direkter Vergleich gegenüber Dortmund, z.Zt. noch schlechterer zu Siegen -
H = Heimspiel, A = Auswärtsspiel): HSC Haltern-Sythen (18. April, A), TuRa Bergkamen (25. April, H), SuS Oberaden (2. Mai, A), RSVE Siegen (9. Mai, H).


RSVE Siegen (2. Platz, 31:13 Punkte, schechterer direkter Vergleich gegenüber Dortmund, z.Zt. noch besserer gegenüber Ferndorf II): TuS Hattingen (18. April, H), Teutonia Riemke (24. Aptil, A), HSV Plettenberg/Werdohl (2. Mai, H), TuS Ferndorf II (9. Mai, A).


OSC Dortmund (3. Platz, 30:12 Punkte, besserer direkter Vergleich gegenüber Siegen und auch gegenüber Ferndorf II): SV Westerholt (17. April, H), HSC Haltern-Sythen (22. April, A), TuS Hattingen (25. April, A), Teutonia Riemke (2. Mai, (H), HSV Plettenberg/Werdohl (9. Mai, A)