Rüdiger Nolte wirft das Handtuch

Annalena Welsch trifft mit den Frauen des TVE Netphen auf die HSG Schwerte/Westhofen. Es ist das Debüt für die neue TVE-Trainerin Anke Stötzel.
Annalena Welsch trifft mit den Frauen des TVE Netphen auf die HSG Schwerte/Westhofen. Es ist das Debüt für die neue TVE-Trainerin Anke Stötzel.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Überraschung beim Handball-Frauen-Verbandsligisten TVE Netphen! Trotz einer bislang guten Saison haben sich die Wege von Trainer Rüdiger Nolte und des Vereins getrennt. Ab sofort hat Anke Stötzel das Training übernommen.

Netphen..  Wenn ein Aufsteiger die Hinserie in neuer Umgebung trotz Verletzungspech mit einem ausgeglichenen Punktekonto beendet, besteht eigentlich kein Anlass zu Kritik. Doch bei den Handball-Frauen des TVE Netphen lief es in den Wochen vor Weihnachten atmosphärisch zwischen Trainer Rüdiger Nolte und der Mannschaft nicht mehr optimal. „Wir hatten unterschiedliche Auffassungen für Training und Wettkampf“, begründet Nolte, warum er seinen Posten zum Ende der Halbserie zur Verfügung gestellt hat, um zu betonen, „dass das Ganze in bestem Einvernehmen vonstatten gegangen ist.“

Schnelle Lösung gefunden

Für die Vereinsführung war es dennoch eine dicke Überraschung und zwang zum Handeln. Vorsitzender Gavin Naeve hatte rasch eine Lösung parat, denn Anke Stötzel, die jahrelang bei der TSG Adler Dielfen den Mädchen- und Damenbereich auf Trab gebracht und auch schon mal für ein halbes Jahr die TVE-Herrenmannschaft trainiert hat, gab ohne langes Zögern ihr Einverständnis. „Eine bessere Alternative hätten wir kaum finden können“, ist Naeve froh, dass die Logopädin ihre geringe Freizeit künftig für den TVE opfern will.

Ob interimsmäßig oder über die zweite Serie hinaus, diese Frage lässt die nach wie vor handballbegeisterte Stötzel offen, könnte sich bei entsprechender Unterstützung durch einen Co-Trainer aber durchaus eine längere Zusammenarbeit vorstellen. Was in erster Linie daran liegt, dass die Chemie zwischen ihr und der jungen Mannschaft stimmt. „Ich habe hier eine talentierte, motivierte und homogene Truppe vorgefunden, die in den ersten Trainingseinheiten enormen Eifer an den Tag gelegt und sich darauf freut, meine Philosophie einer offensiven und auf hohem Tempo ausgerichteten Spielweise umzusetzen.“ Stötzel will von der 6:0-Abwehrvariante weg, forciert eine 3-2-1-Lösung oder 5:1-Variante mit Attacken auf die Flügelspieler des Gegners. Dabei spielt es für sie keine Rolle, wenn die ersten Ergebnisse nicht ganz nach Wunsch ausfallen, zumal am Samstag (18 Uhr) mit der HSG Schwerte/Westhofen kein Geringerer als der aktuelle Tabellenzweite kommt.

Am Samstag gegen Schwerte

„Bei uns muss sich das alles erst einspielen. Es wird mehrere Wochen dauern, bis wir die richtige Mischung gefunden haben. Wir sind ja dank des großen Abstandes zum Tabellenende in einer komfortablen Ausgangsposition. Trotzdem wäre ich glücklich, wenn es zum Einstand keine Niederlage gäbe“, meint Anke Stötzel.

Das in Bestbesetzung antretende Netphener Team brennt darauf, noch mehr zu erreichen als beim Remis des Hinspiels, als es in der Endphase turbulente Szenen bis hin zu Roten Karten gab.