Rückschlag für den TuS Erndtebrück im hohen Norden

Neuenkirchen..  Die weite Fahrt in den hohen Norden unseres Bundeslandes stand für den Fußball-Oberligisten TuS Erndtebrück unter keinem guten Stern. Siegesserie gerissen, Tabellenführung futsch. Beim SuS Neuenkirchen setzte es für die Wittgensteiner eine sicher vermeidbare 0:2 (0:2)-Niederlage.

„Einen großen Vorwurf kann ich meiner Mannschaft eigentlich gar nicht machen“, so ein sehr aufgeräumter Trainer Florian Schnorrenberg. Er hatte einen haushoch überlegenen TuS - vornehmlich im zweiten Durchgang - gesehen, bei dem spielerisch und auch in Sachen Laufbereitschaft alles in Ordnung war.

Das große Manko war die Chancenverwertung. „Ab und zu“, und dabei schmunzelt der Brachbacher, „musst du eben auch mal ein Tor machen. Wir können das Spiel nach der Pause komplett drehen - und es wäre verdient gewesen.“

Da stand es 2:0 für die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber, die in ihren zwei Torszenen unter Beweis stellten, was Kaltschnäuzigkeit bedeutet. Und das betrifft vor allem Sturmspitze Daniel Seidel.

Schon in der 3. Minute schraubt der sich in die Flanke von der linken Seite, springt höher als Sebastian Wasem und lässt Florian Hammel keine Chance. Und nach einer halben Stunde das selbe Spielchen von der anderen Seite: Flanke von rechts, vier Meter vor dem Tor fehlen Wasem ein paar entscheidende Zentimeter, die Seidel eben hat - und es heißt 2:0.

Dem TuS fehlten in dieser ersten Hälfte Gradlinigkeit und Präzision. Dinge, die sich nach dem Wechsel änderten, als Erndtebrück die spielbestimmende Mannschaft wurde und den Gastgeber im letzten Drittel des Feldes regelrecht einschnürte.

In der 52. Minute befördert Markus Waldrich die Hereingabe von Jan-Patrick Kadiata - getroffen irgendwo zwischen Schulter und Hals - aufs Dach des Tores.

Fatih Tuysuz „kullert“ in der 64. Minute aus Nahdistanz den Ball Richtung Tor. Der geschlagene Keeper Dennis Fischer hat Glück, die Kugel trudelt neben den Pfosten.

Und als Philipp Böhmer vier Minuten später auf der Grundlinie zwei Neunkirchener austanzt, den Ball zurücklegt auf Özgür Öncü (Bild rechts), kann der sich eigentlich die Ecke aussuchen. Aber er haut den Ball übers Tor.

Nur eine kleine Auswahl der Chancen, an denen sich Narciso Lubasa (Bild links) nicht beteiligen konnte. Er musste kurz vor dem 2:0 mit einem Faserrsiss vom Feld.

Nicht der Tag der Erndtebrücker, die indes gelassen bleiben. Der Trainer: „Wir flippen nicht aus, wenn wir gewinnen, also bleiben wir auch ruhig, wenn es mal nicht klappt.“
Neuenkirchen - Erndtebrück 2:0

Neunkirchen: Fischer - Osterhaus, Fuchs, Mümken, Wessels - Husmann, Pöhlker - Sandmann, Knocke (75. Nesar), Braininger (69. Seiler) - Seidel (84. Beckmann-Smith). - Erndtebrück: Hammel - Tuysuz (73. Öncü), Wasem, Schattner, Ribeiro - Schilamow, Ziegler, Kaminishi, Lubasa (29. Kadiata) - Waldrich (61. Böhmer), Wassinger. - Schiedsrichter: Denis Magne (Bruchhausen). - Tore: 1:0, 2:0 Seidel (3., 29.). - Rote Karte: Sandmann (Neuenkirchen, 89.) wegen Tätlichkeit. - Zuschauer: 421.