Rückkehr in die 1. Liga ein Muss

Jonas Rohleder turnt für die Siegerländer Kunstturnvereinigung. In der Zweitliga-Saison 2015 gibt es insgesamt sieben Wettkämpfe, davon vier vor eigenem Publikum.
Jonas Rohleder turnt für die Siegerländer Kunstturnvereinigung. In der Zweitliga-Saison 2015 gibt es insgesamt sieben Wettkämpfe, davon vier vor eigenem Publikum.
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Was wir bereits wissen
Um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein und die eigenen Ziele zu erreichen, ist die sofortige Rückkehr in die 1. Kunstturn-Bundesliga für die Siegerländer Kunstturnvereinigung ein Muss. Dies wurde auf der Jahreshauptversammlung mehrfach deutlich gemacht.

Dreis-Tiefenbach..  Die Saison in der 2. Kunstturn-Bundesliga beginnt zwar erst im September und ist auch nach acht Wochen schon wieder vorbei, doch diese Phase wird für die Siegerländer Kunsturnvereinigung mit Blick auf die mittel- und langfristige Zukunft eine ganz entscheidende Phase sein.

„Wir müssen in die 1. Liga zurück“, sprach erster Vorsitzender Reimund Spies auf der Jahreshauptversammlung der SKV am Dienstag im Kunstturnzentrum in Dreis-Tiefenbach Klartext. Denn: Vom Abschneiden des Aushängeschildes hängt vieles, ja entscheidendes, ab.

Wunsch nach drei Vollzeitstellen

Beispiel Kader-Zusammensetzung. Den SKV-Verantwortlichen ist es geglückt, mit Philipp Herder einen der besten deutschen Turner, immerhin Mitglied der Nationalmannschaft, trotz des unglücklichen Abstiegs in die 2. Liga zu halten, doch ob diese Treue des Berliners von Dauer sein kann, ist fraglich. Die aus Chemnitz gekommenen Neuzugänge Sebastian Bock und Tim Leibiger wurden verpflichtet, um die sofortige Rückkehr in die 1. Liga zu schaffen. Einziger Abgang bleibt Nils Dunkel.

Beispiel Sponsoring. Der Vorstand hat ein neues Konzept für den Verein und die Turntalentschule entwickelt und bereits erste Erfolge erzielte. Mehrere neue Sponsoren konnten gewonnen werden. „Das alles ist aber einfacher, wenn wir in der 1. Liga turnen“, erläuterte Spies.

Beispiel Turn-Talentschule. Spielt die SKV im Konzert der Großen in der 1. Liga mit, stärkt dies auch die Ausbildungsabteilung im Landesleistungszentrum. Die (gesunkenen) Kriterien des Deutschen Turnerbundes werden 2015 in Dreis-Tiefenbach erfüllt, der Zulauf ist groß, aber ebenso der Wunsch nach möglichst drei Vollzeit-Trainerstellen. Nur so könne auf Dauer ein hohes Ausbildungsniveau garantiert werden, so Sportlicher Leiter Heinz Rohleder.

Beispiel Ansehen. Dank ihrer tollen Leistungen löste die SKV in der Region einen „Kunstturn-Boom“ aus, wie es Rohleder formulierte. Bis zu 700 Zuschauer sahen die Heimwettkämpfe. Spies ergänzte: „Die SKV nimmt in Sachen Turnen eine Leuchtturmstellung ein und ist ein Botschafter der Region.“ Dieses hohe Niveau wurde hart erarbeitet, muss aber verteidigt und sol ausgebaut werden. Dafür ist Turnsport auf höchstem Niveau – nämlich 1. Liga – die beste Voraussetzung.Die SKV will sich in einem Wettbewerb mit anderen Vereinen, die auf Leistungssport und eine gezielte Nachwuchsförderung gleichermaßen setzen, behaupten. Spies nannte hier als Beispiele den TuS Ferndorf und das Ejot-Team TV Buschhütten.

So wird das Jahr 2015 für die SKV also ein spannendes, ein richtungsweisendes. Rohleder sieht die Zweitliga-Riege für die sieben Wettkämpfe, davon vier vor eigenem Publikum, gut aufgestellt. Da aber der SKV-Antrag auf Optimierung des DTL-Terminkalenders abgelehnt wurde, stehen Turner, die kurzfristig für internationale Einsätze nominiert werden, in der Liga nicht zur Verfügung.

Kommt noch ein Neuer?

Bitter für die SKV: Aller Voraussicht nach in den ersten vier Wettkämpfen stehen Herder und der Belgier Bram Louwije nicht zur Verfügung, weil sie sich auf die Weltmeisterschaften Ende Oktober in Glasgow vorbereiten müssen. Als Spezialist ist der Belgier Dennis Goossens fest eingeplant. Rohleder stellte mittelfristig noch eine Verstärkung in Aussicht. Dem Zwang, die Mannschaft mit externen Turnern zu bereichern, wird die SKV auch in den nächsten Jahren unterworfen sein, denn hinter den Eigengewächsen Nico Ermert und Falk-Daniel Uhlig, die 2014 herausragende Erfolge bei den jungen Erwachsenen bzw. der AK 17/18 feierten, klafft ein Leistungsvakuum von zehn bis zwölf Jahren.