RSVE Siegen hat den Aufstieg plötzlich in der eigenen Hand

Siegerland..  Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. So könnte die Überschrift zum 23. Spieltag lauten. Nachdem Dortmund gegen Westerholt mit 30:35 gepatzt hatte, gab es für den zuletzt sechsmal in Serie siegreichen Spitzenreiter TuS Ferndorf II in Haltern eine klare Niederlage. Nutznießer war der RSVE Siegen, der jetzt wieder aus eigener Kraft den Aufstieg realisieren kann.

HSC Haltern/Sythen – TuS Ferndorf II 27:20 (12:7). „Wir sind an unseren Nerven und einem überragenden Torhüter gescheitert. Außerdem haben wir in der Abwehr zu viele Zweikämpfe verloren“, fasste TuS-Trainer Michael Lerscht zusammen. Zunächst spielten die Kreuztaler schwungvoll auf, aber schon in der Anfangsphase ließen sie Hochkaräter liegen, so dass statt einer 5:2-Führung nur ein 2:2 stand. Haltern besaß in Keeper Rico Robert einen Rückhalt, gewann dadurch in der Offensive an Sicherheit. „Die mussten sich nicht nur auf ihre Hauptschützen verlassen“, lobte Lerscht die Leistung der Hausherren, die von Spielmacher Engberding geführt wurden und in Schrief und Mazur starke Vollstrecker hatten. Über 5:3 und 8:5 setzte sich der HSC bis zum Seitenwechsel auf 12:7 ab.

Ferndorf kam entschlossener aus der Kabine. Obwohl Kreisläufer Fabio Schöttler die Roe Karte kassierte, kämpfte sich der TuS, für den Tim Sartisson nach langer Verletzungspause erstmals wieder auflief, dank Kai Ronge und Alexander Dröge auf 14:13 heran. Dann aber häuften sich die Fehlwürfe wieder, konnte sich Haltern auf 21:15 absetzen.

TuS II: Wellen, Broszinski; Ronge (8/1), Dröge (7), F. Schneider (3), Sartisson (2/1), Reh, Schöttler, Benger, Held, Stötzel, Wurm, Haupt.

RSVE Siegen – TuS Hattingen 32:19 (13:9). „Ich hatte schon ein wenig Bammel, aber die Jung haben das hinten heraus prima gemacht“, war RSVE-Coach Mirza Sijaric zufrieden mit der Leistung gegen den Favoritenschreck aus Hattingen. 20 Minuten lang verlief das Match ausgeglichen, weil die Hausherren einige Hochkaräter ausließen. Dann aber durften die 250 Zuschauer immer häufiger jubeln. Die intensive Abwehrarbeit, gestützt von einem glänzenden Torhüter Hilmar Gudmundsson (20 Paraden, darunter zwei Siebenmeter) zahlte sich aus und führte zu einem 13:8-Vorsprung.

Die zweite Hälfte wurde zum Schaulaufen. Alen Sijaric und Tim Kolb drehten groß auf, aber auch Frieder Krause und Kreisläufer Milos Grujicic beteiligten sich am munteren Torewerfen. Bei 19 Treffern leistete sich Eiserfeld nur noch fünf Fehlwürfe und zog über 21:11 und 29:17 auf und davon. Den krönenden Abschluss setzte der erst in der Endphase eingesetzte Rechtsaußen Tristan Gräber, der einen Steilpass von Jannik Daub von der eigenen Eckfahne aus der Luft pflückte und zum 32:18 vollstreckte.

RSVE: Gudmundsson (54. Eckhardt); A. Sijaric (10/4), Kolb (9), F. Krause (5), Grujicic (5), Gräber (3), Hochreuter, Daub, Sorg, J. Krause.