Quantensprung für TuS Ferndorf - Triumph in Hagen

Jubelten mit den tollen Fans in der Enervie-Arena: Die Handballer des TuS Ferndorf.
Jubelten mit den tollen Fans in der Enervie-Arena: Die Handballer des TuS Ferndorf.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der TuS Ferndorf hat einen großen Schritt Richtung Zweitliga-Aufstieg gemacht. Vor 1725 Zuschauern in der Enervie-Arena gewannen die Kreuztaler das Schlagerspiel bei Eintracht Hagen mit 30:25 und haben den einzigen Verfolger damit distanziert.

Hagen.. Der TuS Ferndorf untermauert die Tabellenspitze in der 3. Handball-Liga. Mit dem 30:25 (15:6)-Erfolg in der „Höhle des Löwen“, der mit 1725 Besuchern picke-packe-vollen enervie-Arena von Hagen gegen den ärgsten Verfolger VfL Eintracht hat der TuS einen Riesenschritt hin zu seinem dritten Titelgewinn in der Liga gemacht. Drei Zähler beträgt jetzt der Vorsprung der Nordsiegerländer, der direkte Vergleich von 15 mehr gemachten Treffern und den beiden klaren Siegen gegen die Hagener ist etliches mehr wert.

Was ist denn hier los? Eine Ferndorfer Mannschaft aus einem Guss, die in der Abwehr wie eine Wand vor dem guten Keeper Lucas Puhl steht. 30 Minuten Lehrstunde für einen hilflosen Gastgeber, dessen Fans auf der ausverkauften Tribüne ihren Augen nicht trauen.

3. Handball-Liga West Sie müssen in dieser ersten Halbzeit miterleben, wie ihr Neuzugang Sebastian Schneider nach Duellen mit seinem Ferndorfer Namensvetter Julian schon in der 22. Minute zwei Zeitstrafen in Kauf nehmen muss. Und sie staunen nicht schlecht, dass ihr Haupttorschütze dieser Saison, Jens-Peter Reinarz, der schon 165 Mal getroffen hat, leer ausgeht. Diese Ferndorfer Mauer lässt nichts zu.

10:4 nach 22 Minuten

Auf der anderen Seite müht sich Torwart-Denkmal Almantas Savonis nach Kräften, kann es aber auch nicht verhindern, dass der TuS Ferndorf unaufhörlich und kontinuierlich trifft. 7:2 heißt es nach einer Viertelstunde, bereits 10:4 nach 22 Minuten. Und als das Schiedsrichter-Duo aus Frankfurt und Oberursel zum Pausentee bittet, heißt es 15:6 für die Nordsiegerländer. Das ist schon fast eine Vorentscheidung.

Dass das nicht so weiter gehen könnte, war allen wohl klar. So kampflos konnte sich der größte Ferndorfer Widersacher nicht geschlagen geben. Trainer Jens Hepp hatte die Seinen in der Pausenansprache an der Ehre gepackt, hatte sich vor allem Jens Reinarz zur Brust genommen. Der gab seine Passivität auf, kurvte nicht mehr von außen an den Kreis, sondern wurde da wirkungsvoller, wo er gebraucht wurde. Als er seinen ersten Siebenmeter gegen das Knie von Lucas Puhl setzte, schien das allerdings eine Fortsetzung der ersten Halbzeit zu sein.

Nur kurz verunsichert

Doch der Schein trog. In dem Maße, wie die Mannen von Erik Wudtke mit ihrem Schussglück haderten, sie immer wieder ihren Meister fanden in Savonis zwischen den Hagener Pfosten, warfen die Hagener ihre Hemmungen immer mehr ab. Plötzlich trafen die Gastgeber in Serie, ließen nach dem 13:21 in der 39. Minute drei Treffer in Folge sprechen. 16:21 in der 43. Minute. Kevin John, Daniel Mestrum, Heider Thomas schossen Fahrkarten für leicht verunsicherte Ferndorfer.

Sollte die Partie etwa doch noch kippen? Die Ferndorfer Fans zitterten mit ihrem Team, das aber seine Nerven wiederfand. Allen voran Alexander Koke, der an der Siebenmetermarke seine ganze Bierruhe ausspielte, sechs „Marken“ bei sechs Versuchen versenkte. Er traf dann sogar von außen. Routine und Auge.

Tiefe Verbeugung von Erik Wudtke

Oft sah es provokant aus, wie der TuS die Zeit ausreizte – es war die Taktik, die den Hagenern letztlch den Zahn zog. Als Julian Schneider zum 29:21 verwandelte, war fast der Halbzeitabstand wieder erreicht, die Fans atmeten auf. Hinter den Toren herrschte Rot-Weiß vor. Spätestens in dieser 58. Minute war die Partie gewonnen, der wohl größte Schritt in Richtung Titel und Aufstieg gemeistert.

Und die Fans feierten ihr Team, Trainer Erik Wudtke verbeugte sich demonstrativ vor so toller Unterstützung. Fünf Tore waren es am Ende, die den Unterschied ausmachten.