Potthöfer: „Amateurfußball in Wittgenstein hat nicht an Stellenwert verloren“

Sauerland/Wittgenstein..  Nach 16 Spieltagen der Hinrunde in der Fußball-Bezirksliga Staffel 4 hat Dirk Potthöfer bereits 20 Spiele gesehen. „Das sind die schönsten Stunden in diesem Ehrenamt“, meint der Staffelleiter der „Bundesliga des Sauerlands“. Mit ihm als zuverlässigem Augenzeugen sprach die Sportredaktion über die aktuelle Lage der Liga.

Auf Tabellenplatz 1 stehen die Sportfreunde Birkelbach, bei denen Sie nun einige Male zu Gast waren. Was macht den Erfolg aus?

Dirk Potthöfer: Die Mannschaft ist der Star in Birkelbach, und sie hat einen sehr guten Trainer. Auch hat der Amateurfußball in Wittgenstein, speziell in Birkelbach, in der Vergangenheit im Gegensatz zu vielen anderen Regionen Südwestfalens nicht an Stellenwert verloren. Die Verbundenheit mit den Sportfreunden ist enorm und fast schon einmalig.

Wie schätzen Sie die Bezirksliga 4 in dieser Saison ein?

Das Niveau hat insbesondere in der unteren Tabellenhälfte im Vergleich zu vorherigen Saison nachgelassen. Das hat verschiedene Gründe: Auch wenn es natürlich sehr erfreulich ist, dass seit nunmehr drei Jahren sich die heimischen Teams in der Landesliga halten, ging doch mangels entsprechender Absteiger Spielstärke genauso verloren wie durch die Tatsache, dass viele Teams ihre Ansprüche zu Saisonbeginn merklich gedrosselt hatten. Richtig ist aber auch, dass Mannschaften wie der TuS Warstein und FSV Werdohl II schnell sehr stark zurückfielen und bereits frühzeitig als Absteiger gehandelt wurden.

Wo wir gerade dabei sind - wie sehen sie die Chancen für den TSV Aue-Wingeshausen, der auf einem Abstiegsplatz überwintern muss, aus dem Tabellenkeller herauszukommen?

Auch der TSV Aue-Wingeshausen trägt sicherlich dazu bei, dass die Region Wittgenstein überkreislich mit den Mannschaften TuS Erndtebrück I und II, VfL Bad Berleburg und den Sportfreunde Birkelbach in den Tabellen so gut dasteht wie nie zuvor. Das finde ich wirklich sensationell. In der Bezirksliga beginnt der Abstiegskampf praktisch schon bei Platz 7 und ist noch lange nicht entschieden. Selbst für den schon bereits abgeschriebenen TuS Warstein sehe ich mit den angekündigten Neuzugängen noch gute Chancen, den Klassenerhalt zu schaffen. Von Langenholthausen mit 21 Punkten auf Platz 7 hinunter bis zu Warstein mit 14 Punkten auf Platz 15 ist noch alles möglich.

Das verspricht viel Spannung für die Rückrunde.

Auf jeden Fall. Die einzige Mannschaft im Mittelfeld ist der TuS Sundern auf Platz 6. Werdohl II ist mit 4 Punkten und ohne Sieg abgeschlagen. Ansonsten spielen hier noch 14 Mannschaften um Auf- oder um Abstieg. Bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen an der Tabellenspitze wird es möglicherweise spannend bis zum 30. Spieltag, wenn die Begegnungen der vier aktuellen Topmannschaften Brilon gegen Birkelbach und Arpe gegen Eslohe anstehen. Ich würde mich freuen, wenn der Meister erst am finalen letzten Spieltag in diesen Spielen ermittelt würde.

Hatten Sie vor Anpfiff der Saison wieder mit einem Wittgensteiner Team an der Spitze gerechnet?

Das Abschneiden der Sportfreunde Birkelbach ist die positive Überraschung in dieser Saison, vergleichbar vielleicht noch mit dem Aufstieg des VfL Bad Berleburg in der Vorsaison. Die Rückrunde wird für die Sportfreunde vermutlich nicht ganz so einfach, da sie im Gegensatz zu ihren direkten Konkurrenten als bislang heimstärkste Mannschaft bereits neun ihrer 15 Heimspiele absolviert haben. Mit Blick auf die Tabelle ist auch interessant, dass von den ersten fünf Mannschaft der SV Brilon als einziger Verein jemals in der Landesliga gespielt hat. Erstmals nach 15 Jahren könnte es also wieder einen komplett neuen Aufsteiger in die Landesliga geben.