Pokal-Los Darmstadt 98 durchaus attraktiv

Da kam Stimmung auf in der Pulverwald-Gaststätte,
Da kam Stimmung auf in der Pulverwald-Gaststätte,
Foto: WP

Erndtebrück..  Als die Weltranglisten 14. An­drea Petkovic um kurz nach 23 Uhr als allerersten Teilnehmer an der ersten DFB-Pokalrunde den „Meister der Oberliga Westfalen“, der ja nur TuS Erndtebrück heißen kann, aus dem Lostopf der „Kleinen“ zog, schwante den erwartungsfrohen Kickern, Trainern und Verantwortlichen in der Pulverwald-Gaststätte nichts Gutes.

Der skeptische Blick Richtung Großleinwand verriet: „Alle wenig interessanten Zweitligisten sind noch dabei...“ Doch die blieben dem TuS erspart.

Die Tennis-Dame strahlte jedenfalls bei der Auslosung in Reutlingen, die von der ARD live übetragen wurde, kräftig mit, als sie den Erndtebrückern die Kicker ihrer Heimatstadt Darmstadt aus dem noch mit 32 Erst- und Zweitligisten gefüllten Topf zog. Und der SV 98 ist bekanntlich seit Ende Mai Erstligist. Andrea Petkovic hatte sich zuvor noch über die Begeisterung in der Stadt um die „Lilien“ gefreut.

Und freuen können sich die Erndtebrücker, denn die Begeisterung der Darmstädter sollte in deren erstem Pflichtspiel als Bundesligist bis ins Siegener Leimbachstadion schwappen. Hier sind die Erndtebrücker in der ersten DFB-Pokalrunde erstmals Gastgeber eines Pflichtspiels.

Am Pulverwald reagierte man zunächst indes etwas verhalten. Auf den zweiten Blick aber erkannten Spieler und Offizielle, dass ihr Los eigentlioch sehr gut ist. „Es hätte attraktiver sein können, aber es ist ein Bundesligist“, meinte Abteilungsleiter Dirk Beitzel.

„Jeder träumt von den Bayern oder Dortmund“, so Trainer Florian Schnorrenberg. „Aber Darmstadt ist nicht schlecht. Wir freuen uns, einen Erstligisten begrüßen zu dürfen.“ Gespielt wird zwischen dem 7. und 10. August. „Darmstadt bringt gewiss viele Fans mit, es ist ja nicht so weit nach Siegen“, so noch einmal der Vorsitzende der TuS-Fußball-Abteilung, Dirk Beitzel.

Und Kapitän Thomas Ziegler verspricht: „Wir werden gegen Darmstadt alles rausholen.“

Doch Florian Schnorrenberg lässt seinen Gefühlen nur kurz freien Lauf. „Erstmal müssen wir am Sonntag noch unsere Hausaufgaben erledigen“, so der Trainer des Regionalliga-Aufsteigers. Der letzte Schritt zur endgültig feststehenden Oberliga-Meisterschaft soll natürlich im letzten Punktspiel am Sonntag gegen den FC Gütersloh gemacht werden.

Kaum anzunehmen, dass sich die Erndtebrücker das Meisterstück bei einem Vorsprung von drei Punkten und 18 Toren gegenüber RW Ahlen noch nehmen lassen. Dass der Trainer aber warnt und die Euphoriebremse tritt, versteht sich von selbst. Er will eine konzentrierte Leistung sehen, vernünftigen Fußball. Und dann am Pulverwald sollen noch mal die Korken knallen.

Mittendrin, statt nur dabei: Jörg Schorge, Chef des Erndtebrpcker Eisenwerks, ließ es sich nicht nehmen, seinen TuS-Fußballern in der Pulverwald-Gaststätte bei der Pokalauslosung die Daumen zu drücken.


Und das Los Darmstadt 98 findet der Sponsor gut: „Die können wir schlagen...“