„Ohne den erhobenen Zeigefinger Botschaft vermitteln“

Martin Büdenbender, Presse- und Öffentlichkeitsreferent bei der AOK Nordwest, ist eines der Gründungsmitglieder des Anti-Drogen-Turniers „Zoff dem Stoff“.

1 Das Turnier steuert auf ein Jubiläum zu. Wie entstand vor 24 Jahren die Idee?

Martin Büdenbender: Der heutige Chef der Sportfreunde Siegen, Uli Steiner, und dessen Vetter brachten das Turnier quasi aus ihrem Urlaub mit. Erst kam die damals existierende DJK Eiserfeld mit ins Boot, dann die Kreispolizeibehörde und wegen des Hauptthemas Prävention die AOK.

2 Das Thema frühe Suchtvorbeugung liegt Ihnen am Herzen. Wie sieht die Umsetzung aus?

Die Polizei hat die illegalen Drogen im Blick, wir die legalen Drogen wie Zigaretten und Alkohol, der Sportverein den guten Jugendfußball. Wichtig war und ist uns immer, ohne den erhobenen Zeigefinger unsere Botschaft zu vermitteln. Wir haben schnell gemerkt, dass gute Vorbilder das Verhalten der Spieler und Trainer prägen. So haben wir in Kabinengesprächen denen den Rücken gestärkt, die sich vorbildlich verhalten. Wir laden die Betreuer und Trainer am Aktionstag zu einem „Stammtisch“ ein und holen uns dazu professionelle Hilfe. Trainer und Koordinatoren von teilnehmenden Bundesligavereinen berichten über ihre Arbeit und laden auch immer wieder mal die Stammtischteilnehmer der heimischen Vereine ein, damit sich diese vor Ort ein Bild machen können. Besonders positiv ist bis heute, wie sich das ruhige und disziplinierte Verhalten der teilnehmenden Bundesligamannschaften auf die heimischen Spieler und Trainer auswirkt.

3 Wie schwierig ist es, bei solch einem Turnier, zu dem ja auch viele Erwachsene kommen, das Alkohol- und Rauchverbot konsequent durchzusetzen?

Zunächst bedurfte es schon ein wenig Überzeugungsarbeit, damit auf den Verkauf von Bier verzichtet und ein Rauchverbot in der Halle durchgesetzt werden konnte. Doch vom ersten Turniertag an bis heute gab es keinen Verkauf von alkoholischen Getränken, und auch das Rauchverbot in der Halle wird strikt eingehalten. Was früher teilweise noch zu Unverständnis führte, ist seit vielen Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden.