Nostalgie-Spiel in Netphen

Michele Schulte, Vorsitzender der Deutschen Eissport-Innovationsgesellschaft, Dietrich Ballin, erster Vorsitzender des EHC Netphen 08, und Martin Resch, Gesellschafter der Betriebs GmbH des Sportparks Siegerland
Michele Schulte, Vorsitzender der Deutschen Eissport-Innovationsgesellschaft, Dietrich Ballin, erster Vorsitzender des EHC Netphen 08, und Martin Resch, Gesellschafter der Betriebs GmbH des Sportparks Siegerland
Foto: WP
Was wir bereits wissen
35 Jahre Eishockey im Siegerland - dies nehmen die Organisatoren zum Anlass, am Freitag, 16. Januar, ein Nostalgiespiel im Sportpark Siegerland in Netphen auf die Beine zu stellen. Ab 19.30 Uhr stehen sich die aktuelle EHC-Bezirksliga-Mannschaft und ein Traditionsteam gegenüber. Mehrere Ex-Nationalspieler haben ih Kommen zugesagt.

Netphen..  „Dieses Spiel bedeutet für unsere Eishockey-Diaspora einiges.“ Wer das sagt, ist einer vom Fach: Dietrich Ballin ist erster Vorsitzender des EHC Netphen 08 und eine Legende des Netphener Eishockeys. Der 69-Jährige darf sich zu einem der Pioniere dieser Sportart zählen. Seit nunmehr 35 Jahren wird im Siegerland Eishockey gespielt, lockte der Sport mal tausende Fans an, fristet aber heute eher nur noch ein Schattendasein.

Um sich aus dieser Nische zu befreien, ist am nächsten Freitag, 16. Januar, Eishockey-Nostalgie angesagt. In der Eishalle des Sportparks Siegerland stehen sich ab 19.30 Uhr ein mit ehemaligen Nationalspielern gespicktes EHC-Traditionsteam und die aktuelle Herrenmannschaft des EHC Netphen 08 gegenüber. Für Ballin ist es eine Selbstverständlichkeit, an diesem Tag nochmal die Eishockeystiefel zu schnüren und sich auf’s Eis zu wagen. Der Vereinschef ist Teil des Organisationsteams, das dieses Spiel auf die Beine stellt. Zu dem Trio gehört mit Martin Resch eine weitere Netphener Eishockey-Institution. Der Gesellschafter der Betriebs GmbH des Sportparks brachte es zu seiner aktiven Zeit auf 1043 Scorerpunkte - ein bis heute unerreichter Rekord. Ob der frühere Liga-Spieler am Freitag nochmal ins Schwarze trifft oder eine Vorlage liefert?

Dritter im Bunde ist Michele Schulte, seines Zeichens erster Vorsitzender der vor wenigen Monaten gegründeten Deutschen Eissport-Innovationsgesellschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Eissport, vor allem aber das Eishockey, zu beleben. Schulte, geboren in der Eishockey-Hochburg Iserlohn, inzwischen aber „eingebürgerter“ Siegener, nutzte seine guten Kontakte zum Deutschen Eishockey-Bund (DEB), um das Traditionsteam mit bekannten Ex-National- und Bundesliga-Spielern zu bereichern. Allen voran Ernst Höfner! 666 Erstligaspiele, 376 Tore, 663 Vorlagen, 140 Länderspiele - diese Zahlen sprechen Bände.

Der 57-Jährige ist inzwischen DEB-Sportdirektor und nahm die Einladung nach Netphen gerne an. Auf 100 Länderspiele, 648 DEL-Spiele und mehrere WM-Teilnahmen brachte es Michael Bakos, der u.a. für Augsburg, Mannheim, Ingolstadt und Straubing spielte. Ebenfalls 100-facher Nationalspieler ist Tino Boos (909 DEL-Spiele), der u.a. für Düsseldorf, Kassel, Köln und Hannover stürmte.

Neben Ballin und Resch dürfen sich die Eishockeyfreunde auf weitere Lokalmatadore aus früheren Zeiten freuen. Wer erinnert sich nicht an Reinhard Bruch, Stefan Jaschke, Markus Born, Patrick Pietsch oder Harald Halangk, der zu seiner Netphener Zeit sogar von einem eigenen Fanclub unterstützt wurde. „Dirty Harry“ reist aus Sachsen an. Eine weitaus kürzere Anreise, nämlich aus Neuwied, haben dagegen Daniel Walther und Andreas Halfmann. Der Trainer der aktuellen EHC-Mannschaft, Theo Eickhoff, läuft am Freitag nicht - wie früher - als Torwart, sondern als Spieler auf. Und sogar zwei Eishockey-Damen freuen sich auf dieses ungewöhnliche Spiel: Helga Hall steht ihrem für das EHC-Bezirksliga-Team spielenden Sohn Mark Terry gegenüber. Auch Stefanie Kastner spielt für Hall noch aktiv für die Damen-Mannschaft Eisflitzer Netphen. Internationalen Charakter bekommt das Nostalgie-Spiel durch das Mitwirken der Tschechen Pavel Trejbal und Jan Kral.

Es ist also alles bereitet für einen unvergesslichen Abend, von dem sich Dietrich Ballin wünscht: „Wir wollen frühere Fans zurück- und neue dazu gewinnen.“