„Noch nicht ans Feiern denken...“

Ein Blick auf die Uhr zeigt es Florian Schnorrenberg:
Ein Blick auf die Uhr zeigt es Florian Schnorrenberg:
Foto: WP

Erndtebrück..  Für den TuS Erndtebrück hat die Woche der Entscheidung ruhig begonnen. Nach dem 1:0 am Samstag gegen Rheine schickte Trainer Florian Schnorrenberg seiner Mannen in zwei freie Tage. Und als sie am Dienstag wieder antraten, musste er feststellen, dass für Narciso Lubaca schon vor der Partie am Sonntag (15 Uhr) am Herner Schloss Strünkede die Saison beendet ist. Er hat sich gegen Rheine einen Faserriss zugezogen. Über personelle Dinge, organisatorische in Sachen einer möglichen Meisterfeier, Befindlichkeiten vor der Entscheidung und überhaupt so manches unterhielten wir uns im Vorfeld mit Trainer Florian Schnorrenberg.

Wie geht es einem Trainer so kurz vor einer möglichen Meisterschafts-Entscheidung?

Eigentlich wie immer in den letzten Wochen. Ich denke nicht an einen möglichen Titelgewinn, ich denke an den Gegner - und der heißt Westfalia Herne. Der große Vorteil für uns war, dass wir es stets geschafft haben, uns auf den nächsten Gegner richtig einzustellen.

Stichwort Herne. Da gab es in den vergangenen beiden Jahren ja nicht gerade Erfolgserlebnisse für dem TuS Erndtebrück.

In der Tat. 0:3 und 0:1 lauteten die letzten Ergebnisse am Schloss Strünkede. Insofern ist jedem bei uns klar, dass auch am Sonntag wieder eine schwere Aufgabe auf uns wartet. Ich hoffe, dass es diesmal ein Duell wird, in dem es für uns passt.

Westfalia steht mit dem Rücken zur Wand, kämpft gegen den Abstieg. Ist das für den TuS Erndtebrück von Vorteil?

Einerseits schon.Denn auch Herne hat Druck und kann nicht befreit aufspielen. Das kann für uns ein Vorteil sein, muss aber nicht. Denn auch bei uns ist Druck spürbar.

Der war gegen Rheine durchaus vorhanden. Da ist es mit dem 1:0 gut gegangen. Ein solches Resultat in Herne würde reichen.

Eine Halbzeit am vergangenen Sastag ist gewiss nicht nach Wunsch gelaufen, nach der Pause haben wir und dieses eine Tor und den Sieg verdient. Keine Frage: In Herne müssen wir einmal mehr alles geben, um ein solches Ergebnis zu erzielen. Wir haben den Vorteil, zum ersten Mal nicht auf die Ergebnisse der Konkurrenten aus Rhynern und Ahlen achten zu müssen, sondern nur auf uns selbst.

Wenn wir die vergangenen Wochen betrachten, ist es euch eigentlich stets gelungen, unabhängig von den Resultaten der anderen euer Ding zu machen.

Das stimmt. Und das muss ich der Mannschaft hoch anrechnen. Sie hat sich nicht aus dem Konzept bringen lassen, jeden Gegner ernst genommen, an ihr Ziel geglaubt. Jetzt stehen wir kurz davor, dafür die Früchte zu ernten und wollen das auch so durchziehen.

Um noch einmal auf Westfalia Herne zurück zu kommen. In der Rückrunde hat die Mannschaft zur großen Aufholjagd geblasen, nachd er schwachen Hinrunde jetzt schon 21 Punkte gesammelt. Also kein Vergleich mehr mit dem Team, das am Pulverwald am 7. Dezember mit 0:5 unterging?

In der Mannschaft steckt Potenzial, das hat sie bewiesen. Allerdings hat die Westfalia in den vergangenen Wochen auch wieder Schwächen gezeigt. Das wird uns aber nicht dazu verleiten, irgendwas auf die leichte Schulter zu nehmen.




Kommen wir auf die möglichen Konsequenzen dieses vorletzten Spieltages. Auch wenn Florian Schnorrenberg nicht gerne über ungelegte Eier spricht. Ist denn eine Feier geplant?





Natürlich nicht. Ich halte nichts von organisierten Feiern. Die Spontaneität gibt es nur, wenn nichts geplant ist. Und das ist am schönsten. Aber - und das auf die Gefahr hin, dass
iich mich wiederhole - wir haben dieses Spiel erst vor uns. Und so lange die 90 Minten nicht gespielt sind, gibt es keinen Anlass für eine Feier. Es wird seit Wochen davon geredet, wann wir endlich feiern können. Ich denke, wir sind gut damit beraten, es dabei zu belassen und erst mal Fußball zu spielen, um zu sehen, wo wir stehen.




Der TuS Erndtebrück ist Spitzenreiter, führt zwei Spieltage vor Saisonschluss mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle an. Da denkt man an den 10. Juni, wenn der Verein aus Wittgenstein in der Verlosung ist. Im Rahmen des Länderspiels Deutschland gegen die USA in Köln wird die erste Runde des DFB-Pokals ausgelost. Denkt Florian Schnorrenberg auch daran?

Daran denke ich, wenn wir in Herne gewonnen haben und wirklich Meister sind. Wir fahren mit viel Selbstbewusstsein dort hin, wissen, dass wir viel geleistet haben. Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, den ganz großen Wurf zu schaffen. Und natürlich wäre der DFB-Pokal eine phantastische Belohnung für den Verein, die Mannschaft sowie alle, die an dieser Saison beteiligt waren und sind.


Wir haben am Samstag erstmals so richtig gemerkt, dass sich auch im Umfeld etwas getan hat. Mehr als 400 Zuschauer waren gegen Rheine da. Macht Sie das stolz?


Die Leute wissen natürlich, dass es auf die Entscheidung zugeht. Es ist schön, wenn sie an unserem Erfolg teilhaben wollen. Ich denke, dass wir auch in Herne nicht allein sind. Wie schon in Ahlen wird auch am Schloss Strünkede ein voll besetzter Bus mit Erndtebrückern anrollen. Zudem finden sich Fahrgemeinschaften zusammen. An Unterstützung wird es Sonntag also nicht mangeln.


Und das eigene Team?
Nun, fast alle Mannschaften gehen am Ende einer Saison auf dem Zahnfleisch. Das geht uns nicht anders. Bislang haben wir das kompensieren können und ich denke, dass wir das auch zwei weitere Wochen schaffen.


Dann bleibt uns nur, für Sonntag alles Gute zu wünschen.

Das können wir gebrauchen.