Niklas Reuter und der lange Weg

Quälen für das Comeback: Niklas Reuter in der Reha.
Quälen für das Comeback: Niklas Reuter in der Reha.
Foto: WP

Ferndorf..  Das vergangene Jahr war für Niklas Reuter eine Achterbahnfahrt. Der 19-jährige Linksaußen des TuS Ferndorf schaffte zunächst das, wovon jeder Nachwuchsmann träumt: Frisch aus der Ferndorfer A-Jugend ging es für ihn unmittelbar mit der Vorbereitung in der ersten Mannschaft weiter. Erste spielen, in der Zweiten aushelfen – es war der perfekte Senkrechtstart.

Am 3. November kam dann der Rückschlag. „Ich bin im Training hoch gesprungen, aufgekommen und das Knie hat sich verabschiedet“, erzählt er. Diagnose: Kreuzbandriss.

Februar 2015. Reuter sitzt auf dem Fahrradergometer und bewegt mit moderatem Widerstand das Knie. Reha. „Die Diagnose war ein Schock für mich, ich hätte nicht gedacht, dass es das Kreuzband ist“, sagt er. Im GSS Therapiezentrum am Marienkrankenhaus absolviert der Reuter ein tägliches Trainingsprogramm: Fahrradfahren, Übungen am Seilzug und auf unebenen Flächen für die Stabilisierung, diverse Geräte für die Kräftigung. Dazu Wassergymnastik und Physiotherapie.

„Am Anfang ist es hart, wenn man wieder bei Null anfangen muss“, sagt er. „Aber dein Ziel ist ja, wieder dabei zu sein. Und deshalb schaut man nach vorne und geht mit Elan an die Einheiten.“

Wenn beim TuS einer nachvollziehen kann, wie es Reuter gerade geht, dürfte das Michael Lerscht sein. Der Trainer der Zweiten hat immerhin zwei Mal selbst die Diagnose Kreuzbandriss bekommen. „Erstmal ist gut, dass die OP reibungslos geklappt hat und Nikki sein Programm durchziehen kann“, sagt Lerscht. „Reha ist eben schon etwas anderes. Du bist raus aus deinem Team, das Training und der Wettkampf fehlen dir.“

Genau deshalb ist Reuter auch trotzdem immer in jedem Training in der Halle, bei Spielen sitzt er auf der Bank. Er hat so immer sein Ziel vor Augen. „Ich hoffe, für die Vorbereitung, so im Juli, wieder fit zu sein.“