Neuser sieht Klärungsbedarf

Siegens Reservetrainer Uwe Neuser hat zurzeit keinen einfachen Job.
Siegens Reservetrainer Uwe Neuser hat zurzeit keinen einfachen Job.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die zweite Mannschaft der Sportfreunde Siegen kämpft in der Bezirksliga gegen den Abstieg, die Not ist noch größer als beim Regionalliga-Kader. Der war am vergangenen Wochenende spielfrei, doch eine Unterstützung für die Reserve gab es nicht. Erneut nicht. Deshalb ist Trainer Uwe Neuser sauer.

Siegen..  Im fünften Jahr in Folge spielt die zweite Mannschaft der Sportfreunde Siegen in der Fußball-Landesliga. Drei Mal reichte es seit dem Abstieg 2009/2010 aus der damaligen Verbandsliga zum fünften Platz, in der vergangenen Saison wurde der siebte Rang in der Staffel zwei belegt. Jetzt aber droht der „zweiten Welle“ sogar der Absturz in die Bezirksliga und damit in die Bedeutungslosigkeit.

Zwar steigen aus der Liga nach dem Rückzug des SC Preußen Borghorst nur noch zwei Mannschaften ab, doch ob das der Sportfreunde-Reserve hilft? Seit einem knappen halben Jahr wartet die Mannschaft auf den dritten Dreier, ist der Rückstand ans rettende Ufer nach zehn (!) Niederlagen in Folge auf fünf Punkte gewachsen. Erschwerend hinzu kommt eine desaströse Tordifferenz und die Tatsache, gegenüber den übrig gebliebenen Konkurrenten um den zweiten und dritten Abstiegsplatz, SV Hüsten und BSV Menden, ein Spiel weniger austragen zu dürfen.

Wie hoch ist der Stellenwert?

Die Aussichten sind also alles andere als rosig, aber Trainer Uwe Neuser denkt gar nicht daran, die Flinte ins Korn zu werfen: „Die Leistung aus der ersten Halbzeit gegen den FC Lennestadt stimmt mich optimistisch. Wir müssen uns halt nur mal belohnen.“ Die Reduzierung des aufgeblähten Kaders in der Winterpause habe sich trotz fehlender Erfolgserlebnisse durchaus positiv ausgewirkt. Dies habe sich auch im Training bemerkbar gemacht.

Gleichwohl stellt sich auch Neuser die Frage, welchen Stellenwert die zweite Mannschaft im Verein genießt. Auch gegen Lennestadt gab es keine Verstärkung aus dem Regionalliga-Kader, obwohl die „Erste“ am Wochenende spielfrei und das für Gründonnerstag angesetzte Nachholspiel gegen Viktoria Köln ausgefallen war. „Dies hat man mir am Mittwoch mitgeteilt“, so Neuser, der diese Missachtung als Geringschätzung wertet und sie nicht nachvollziehen kann: „Noch im Dezember ist mir vollste Unterstützung zugesagt worden. Warum wir keine Leute von oben bekommen? Ich weiß es nicht.“ Ihm sei nur mitgeteilt worden, dass die Spieler aus dem Regionalliga-Kader pausieren sollten. Ein offensiv ausgerichteter Mittelfeldspieler wie Sven König oder ein Stürmer wie Julian Quaas hätte dem Siegener Spiel gegen Lennestadt gut zu Gesicht gestanden, denn der Schuh drückt, wie an den Zahlen abzulesen ist, vor allem in der Offensive. Quaas schaute sich das Spiel auf der Tribüne an.

Obwohl Neuser seiner Mannschaft ohne interne Hilfen eine gute Leistung attestierte und die Hoffnung auf den Klassenerhalt nicht aufgegeben hat, will er das offensichtlichte Desinteresse der Vereinsverantwortlichen am Schicksal der zweiten Mannschaft nicht akzeptieren: „Ich bin sauer, und es gibt aus meiner Sicht Redebedarf!“