Neue Hoffnung

Die Hoffnung stirbe zuletzt: Siegens Trainer Michael Boris und sein Team, hier nach dem 1:1 im März gegen Rot-Weiß Oberhausen, dürfen wieder vom Klassenerhalt in der Regionalliga West hoffen.
Die Hoffnung stirbe zuletzt: Siegens Trainer Michael Boris und sein Team, hier nach dem 1:1 im März gegen Rot-Weiß Oberhausen, dürfen wieder vom Klassenerhalt in der Regionalliga West hoffen.
Foto: Rene Traut
Was wir bereits wissen
Schaffen die Sportfreunde Siegen durch die Hintertür den Klassenerhalt? Jedenfalls hat der Fußball-Auschuss des Westdeutschen Fußballverbandes in Duisburg für neue Hoffnung im Leimbachtal gesorgt, denn den Konkurrenten Wattenscheid 09 und KFC Uerdingen ist die Lizenz für die Saison 2015/2016 verweigert worden. Die Chance, die Lizenz doch noch zu bekommen, sind eher schlecht. Davon könnte Siegen nun profitieren.

Siegen..  Blättern wir in den Sportfreunde-Annalen zwölf bzw. 13 Jahre zurück. Nach den Regionalliga-Spielzeiten 2002/03 und 2003/04 erhielten jeweils genau so viele Konkurrenten der Südstaffel keine Spielberechtigung, damit die Siegener nicht den Gang in die Oberliga antreten mussten.

Die Nachricht, die gestern um die Mittagszeit die Runde machte, passt da genau ins Schema. Der Fußball-Ausschuss des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (WFLV) hat unter Vorsitz von Manfred Schnieders zwei Mannschaften der bestehenden Regionalliga West, nämlich der SG Wattenscheid 09 und dem KFC Uerdingen, sowie den aufstiegswilligen Oberligisten Westfalia Rhynern und 1. FC Bocholt die Lizenz verweigert.

In seiner Sitzung am Donnerstag räumte der Ausschuss den betroffenen Clubs eine Einspruchsfrist von zehn Tagen ein, doch die Tatsache, dass es hier nicht um die Erfüllung irgendwelcher Auflagen, sondern um glatte Ablehnungen geht, deutet an, dass hier echte Probleme aufgetreten sind.

Für Sportfreunde Siegen hieße das, dass lediglich der aktuelle Tabellenletzte FC Hennef auf Distanz gehalten werden muss. Für den aufstrebenden TuS Erndtebrück bedeutet die Entscheidung, dass der Aufstiegs-Sekt aus dem Kühlschrank getrost ins Eisfach geschoben werden und eine gewisse Vorfreude auf Regionalliga-Derbys aufkommen darf.

Die Entscheidung aus der Duisburger WFLV-Zentrale, die den betroffenen Vereinen am Freitag mitgeteilt wurde, schlug in Siegen ein wie eine Bombe. Ähnlich wie in den eingangs erwähnten Jahren halten sich die Verantwortlichen indes erst einmal bedeckt und in Kommentaren zugeknöpft.

Doch die Stimmung bei Teammanager Daniel Schäfer und Trainer Michael Boris drückte auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem am Samstag (14 Uhr) anstehenden Heimspiel gegen den Namensvetter aus Lotte schon mal eine Menge Zuversicht aus.

„Mit solchen Dingen ist immer zu rechnen“, so Schäfer, der die dutzendweise auf seinem Handy eingehenden Kurznachrichten gar nicht mehr beantworten konnte.

Und Trainer Boris, der schon ein paar Schritte voraus dachte, hatte schon Planspiele für die neue Saison im Kopf: „Mit einem ähnlichen Etat wie in dieser Saison, das sage ich ganz klar, werden wir auch im nächsten Spieljahr keine großen Sprünge erwarten können.“

Die Möglichkeit, die die Verweigerung der Lizenzen den Siegenern einräumt, wird indes freudig begrüßt. Boris: „Wir müssen abwarten, wie die Einsprüche bewertet werden - erst dann können wir uns über weitere Schritte Gedanken machen.“ Die Tage der Hoffnungslosigkeit aber sind erstmal rum.