Mannschafts-Kapitäne wechseln beim VfL stets schnell die Seiten

Jannik Schulze, hier rechts noch in Amt und Würden als Kapitän des VfL Klafeld-Geisweid.
Jannik Schulze, hier rechts noch in Amt und Würden als Kapitän des VfL Klafeld-Geisweid.
Foto: WP

Geisweid..  Spielführer, Mannschaftskapitäne oder doch nur Bindenträger? Verlängerter Arm des Trainers oder offizieller Ansprechpartner des Schiedsrichters? Ganz unterschiedlich ist die Bedeutung der aktiven fußballsportlichen Leistungs- und Leitungsträger, wenn sie „auf`m Platz“ ihrer Aufgabe nachgehen.

Meist sind sie von ihren Mannschaftskameraden in ihre Rolle gewählt, nicht selten aber auch vom Trainer dafür bestimmt worden. Im Siegener Norden ein besonderes Beispiel für obige Fragestellung aufgefallen: Für den SV Setzen, das das aktuelle Kreisliga-A-Schlusslicht von Trainer Jan Fünfsinn, lief erstmals der Neuzugang Jannik Schulze vom abstiegsbedrohten Bezirksliga-Nachbarn VfL Klafeld-Geisweid auf.

Auf stürmischer See

Wie das? Handelte es sich nicht ausgerechnet um den Spielführer der Schützlinge von VfL-Coach Klaus Schmidt? In der Tat. Und warum ging der Kapitän gleichsam auf stürmischer See von Bord?

Nach der Erklärung von Jannik Schulzes Abgang bei hohem Wellengang befragt, nannte er berufliche und schulische Verpflichtungen, die mit sportlichem Ehrgeiz nicht immer unter einen Hut zu bringen seien und den ehemaligen „Fürsten“ zum Kürzertreten gezwungen haben.

„Bei einem niederklassigeren Verein ist die Trainingsbelastung nicht so groß“, so Schulze zu seinem Wechsel vom Hofbachtal auf die Obersetzer Höhe. Das Besondere an der Situation: Bereits zum Sommer des vergangenen Jahres hatte mit Tobias Hirth (kleines Foto oben), der zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls Spielführer die „Fürsten“ verlassen, nachdem er zuvor mit ihnen den Klassenerhalt in der Bezirksliga erkämpft hatte.

Zurück aus Rothemühle

Hirth hatte bereits vor einem Jahr, in der Winterpause 2013/14, dem SV Rothemühle sein Ja-Wort gegeben. Der Verein spielte damals noch in der Landesliga. Und er stand dann, für ihn „selbstverständlich“, auch zu seinem Wort, als die Rothemühler am Ende der Saison abstiegen. Damit waren sie in der Bezirksliga Klassenrivalen des VfL Klafeld-Geisweid.

Und wieder etwas Besonderes: Zum gleichen Zeitpunkt, da mit Jannik Schulze der „alte“ Spielführer den VfL verlassen hat, kehrt mit Tobias Hirth dessen Vorgänger nach nur halbjähriger Abwesenheit wieder aus Rothemühle zu seinem Heimatverein zurück.

„Die Wechselbedingungen werden derzeit noch verhandelt“, betonte VfL-Finanzvorstand und Förderkreisvorsitzender Wolfgang Linker.

Steuermann Lukas Kneisel

Übrigens hatte Hirth bei seiner damaligen Binden-Übernahme beim VfL den jungen Spielführer Lukas Kneisel abgelöst. Der war allerdings im Gegensatz zu seinen Nachfolgern an Bord geblieben und ist heute noch als spieltechnischer Steuerman eine wichtiger Leistungsträger beim erneuten Kampf um den Klassenerhalt in der Bezirskliga. Mit starker persönlicher Bindung an den VfL. Auch ganz ohne Binde.