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„Mann mit dem Hammer“ schlug „Mocki“

30.10.2011 | 22:28 Uhr
„Mann mit dem Hammer“ schlug „Mocki“
Sabrina Mockenhaupt war im Ziel völlig fertig. Foto: Patrick Sinkel/dapd

Frankfurt/Wilgersdorf. „  „Plan B“ hat gepasst, Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) blieb beim Marathon in Frankfurt unter 2:30 Stunden, um sich für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London zu qualifizieren.

Plan B“ hat gepasst, Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) blieb beim Marathon in Frankfurt unter 2:30 Stunden, um sich für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London zu qualifizieren. Die 30-Jährige ist also nächstes Jahr beim 42,195-km-Lauf entlang der Themse dabei, ebenso wie Irina Mikitenko (2:22:18 Std. beim Berlin-Marathon 2011) und, nach dem starken Auftritt gestern in der Main-Metropole, auch die Troisdorferin Susanne Hahn, die bei ihrem ersten Marathon 2:28:49 Stunden lief.

Bis Kilometer 34
auf Bestzeit-Kurs

Sabrina Mockenhaupt war als Neunte in der Frankfurter Festhalle nach 2:28:08 Stunden allerdings nicht so ganz zufrieden. „Ich wollte einfach zu viel, bis km 34 lief es gut, danach habe ich aber mit dem Mann mit dem Hammer gekämpft“, so die Wilgersdorferin, die sich über die gute Zeit ihres Zwillingsbruders Markus freute, der mit 2:34:41 Stunden (103./29. M30) eine persönliche Bestzeit aufstellte.

Diese starke Zeit hatte sie ihm vermutlich nicht zugetraut, obwohl im Vorfeld mit 2:35 Stunden spekuliert wurden, denn die „Mocki“ schaute noch minutenlang ängstlich und mit großen Augen in der Festhalle auf den roten Teppich, doch der Markus kam nicht – er war nämlich längst im Ziel. „Sagt ihr das denn keiner,“, so die aufgeregten Kommentare der hr3-Fernsehreporter, die sich freuten, dass Sabrina schnell wieder auf den Beinen war, nachdem sie nach ihrem Zieleinlauf eine „schöpferische Pause“ mit ärztlicher Hilfe benötigte. „Ich bin aber wieder auf dem Damm“, sagte sie nur kurz danach.

Bis zur Halbmarathon-Zwischenmarke (21,1 km) lief’s super, so auch Sabrinas Vater Fred, der im ständigen Telefonkontakt mit hr3 war. Gar bis km 34 lag sie auf Bestzeitkurs, um (endlich) unter 2:25 Stunden zu laufen. Doch in der Schlussphase ging’s nicht mehr so richtig vorwärts – trotz zweier Pacemaker (Tempomacher) an ihrer Seite in einer „deutschen“ Laufgruppe, die für ein gutes Tempo auf dem Weg, quer durch Frankfurt, bis zum Wendepunkt im Westen, bis nach Höchst, dort, wo der Frankfurt-Marathon 1981 mit 3000 Aktiven begann, sorgten Inzwischen sind’s 15 000, das Maximum, das die Festhalle „verkraftet“.

Nach 1:12 Stunden war sie bei 21,1 km durch, in 2:26 bei km 35, dann fing der „Leidensweg“ der 32-fachen Deutschen Meisterin an. „Doch ich hör’ nicht auf, die 2:25 zu knacken“, war sie wenig später im hr3-Gespräch schon wieder aggressiv genug, um ins nächste Jahr zu schauen – liebevoll unterstützt von Bruder Markus „nach ‘nem Tal kommt auch wieder ein Berg“. „Ich hab’ dem Markus schon viel zu verdanken, wir sind ein echt gutes Team“, freut sich Sabrina über das Training mit ihm in den heimischen Wäldern.

„... wie mit ‘ner Wand
vor Augen gelaufen“

Die Wilgersdorferin sah den Knackpunkt bei ihrem Lauf schon viel früher, „km 10 bis 15 haben den Ausschlag gegeben, und das rächt sich dann hinten raus; ab km 35 bin ich wie mit ‘ner Wand vor Augen gelaufen.“ Heute reist sie erst noch zum Hockenheimlauf, ehe einige Wochen Erholung im Siegerland angesagt sind.

Karl-Heinz Messerschmidt

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