„Lukas Wied kann unter die ersten Zehn kommen“

Jens Gneckow verfolgte als Stützpunkttrainer für die Nordische Kombination den Wettbewerb in Rückershausen.

1 Welche Erkenntnisse haben Sie an den Lahntalschanzen gewonnen?

Das Niveau hier ist natürlich sehr unterschiedlich. Auf die Erwachsenen, die nach der Jugend noch weitergemacht haben, gucken wir eher weniger. Wir freuen uns natürlich über jeden der springt, gucken aber in erster Linie auf die Schüler. Da wollen wir sehen, wer geeignet ist für die Wettkämpfe auf nationaler Ebene. Die Besten werden zu unseren Lehrgängen eingeladen. Mit Lennard Kersting aus Winterberg, der heute wieder gut gesprungen ist, haben wir jetzt den jüngsten Athleten im deutschen D-/C-Kader. Insgesamt ist die Erkenntnis, dass wir auf einem guten Weg sind.

2 Auch der SC Rückershausen?

Das ist eine tolle Truppe. Extrem stark gesprungen ist Lukas Wied. Er kann in der S12 in diesem Jahr unter die ersten Zehn kommen im Deutschen Schülercup. Und das, obwohl er körperlich noch nicht so weit ist wie andere in seiner Klasse. Und Torben Wunderlich hat im letzten Jahr als Sechster in der deutschen Rangliste in der Kombination gezeigt, was er kann, auch wenn er heute nicht ganz vorne war.

3 Im Weltcup-Kader ist aber nur selten ein Athlet aus Westdeutschland zu finden. Warum?

Wir sind nicht so aufgestellt wie beispielsweise die Bayern. Unsere Mittel sind einfach bescheidener. Deswegen sind wir froh, dass wir trotzdem hin und wieder jemanden in den Weltcup bekommen. Da ärgern die sich in Bayern auch drüber.

4 Aber in Willingen gibt es doch auch eine moderne Schanze.

Vergleichen kann man das aber nicht. In Garmisch-Partenkirchen wird jedes Jahr eine Million in die Schanze investiert, hier fließen weniger Gelder. Immerhin haben wir für Willingen mit Viessmann einen Sponsor, der hilft. Vereine wie hier in Rückershausen müssen aber ohne Fördergelder mit Hand- und Spanndiensten was hinbiegen. Dass das funktioniert, ist aller Ehren wert.