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Rob Delahaije und...

Lauter Leitwolf und ruhiger Holländer

29.10.2009 | 22:42 Uhr
Lauter Leitwolf und ruhiger Holländer

Siegen. Die Sportfreunde Siegen haben ihren silbergrauen „Leitwolf” zurück. „Es waren schlimme Wochen für mich”, gestand der Slowake gestern und zielte nochmals auf seine Demission am 2. Juni dieses Jahres ab, „ich freue mich, dass ich zurück bin”.

Und die Fans, von denen der Slowake in Siegen immer noch viele hat, bereiteten ihm mit einem großen Konterfei auf der Tribüne im Klafelder Hofbachstadion einen spektakulären Empfang.

Wiedenbrück-Spiel

sorgte für Trainersuche

Der 37-jährige Ex-Trainer der Sportfreunde Siegen, das war kein Geheimnis mehr, ist seit Donnerstag wieder Co-Trainer der NRW-Liga-Mannschaft.

Geheimnisvoller war hingegen, wer denn nun der neue Cheftrainer der Sportfreunde wird. Was waren alles für Namen gehandelt worden: Ruud Kaiser, Arie van Lent – und alle hatten sich verspekuliert. Lediglich, dass ein Holländer der neue Cheftrainer werden würde, was an dieser Stelle auch berichtet wurde, stimmte letztlich. Die Vereinsführung hatte eben diesmal nichts nach draußen durchsickern lassen.

Vorstellung neues Trainer-Duo bei SF Siegen am 28. Oktober 2009 im Klafelder Hofbachstadion. Der neue Cheftrainer Rob Delahaije und Co-Trainer Peter Nemeth. Foto: Steinseifer

Der große Unbekannte, der gestern Mittag um kurz nach 14 Uhr an der Seite von Peter Nemeth durchs Marathontor kam, heißt Rob Delahaije, ist 50 Jahre alt, ehemaliger Profifußballer und zuletzt als Scout beim MVV Maastricht tätig gewesen. „Nein, das ist reiner Zufall, dass wir uns hier heute treffen, obwohl wir uns schon seit Jahren kennen”, erklärte Peter Nemeth auf die Frage, ob er bei seiner Trainer-Hospitanz beim FC Groningen Rob Delahaije als künftigen Trainer der Sportfreunde kennengelernt habe.

Wie kam der Kontakt also zu dem Holländer zustande? „Ich kenne Rob Delahaije schon seit vielen Jahren. Als dann der Präsident Manfred Utsch nach dem verlorenen Spiel gegen den Tabellenletzten SV Schermbeck zu mir sagte, wir müssen da etwas tun, da habe ich den Kontakt aufgebaut”, sagte der „Strippen-Zieher”. Und das war Lutz Lindemann, eigentlich als neuer Jugendkoordinator zu den Sportfreunden gekommener Ex-DDR-Nationalspieler aus dem sächsischen Aue.

Der Nachfolger von Gerd Kehrberg - Lutz Lindemann als Sportlicher Leiter bei Sportfreunde Siegen. Foto: Steinseifer

Und so wurde am Donnerstagnachmittag, neben dem neuen Cheftrainer, auch eine weitere Personalie bekannt: Lutz Lindemann ist über Nacht ins Amt des Sportlichen Leiters beordert worden, zusätzlich behält er seine Aufgaben als Chef und Koordinator der Jugendabteilung.

Warum ist ausgerechnet der Holländer Delahaije jetzte der richtige Mann für Siegen? Lindemann: „Er kennt sich im deutschen Fußball und auch in der NRW-Liga sehr gut aus. Er kennt mehr Spieler als viele denken. Er hat die letzten vier Spiele der Sportfreunde beobachtet, viele Spiele in der NRW-Liga gesehen, die Klasse ist für ihn nicht unbekannt. Ich denke, die beiden Trainer sind eine gute Mischung. Gegen Wiedenbrück war Delahaije im Leimbachstadion, in Wattenscheid war er dabei. Nur das Spiel in Kaan hat er nicht gesehen. Da hat er echt was verpasst.”

Die verletzten Spieler Tim Reichert, Marius Jung und Daniel Bogusz. Foto: Steinseifer

Auf die Frage, ob die beiden zusammenpassen, sagte Lindemann: „Rob Delahaije ist eher ein ruhiger Typ” – wer der laustärkere ist, das wurde gleich gestern beim ersten Training deutlich, bei dem Peter Nemeth die Leitung übernahm. Lutz Lindemann zu Peter Nemeth: „Er war da, als die Sportfreunde ein schweres Jahr hatten. Solche Leute muss man dann integrieren.”

Und was sagt der neue Cheftrainer zu seiner neuen Aufgabe? Warum ausgerechnet Siegen, 200 Kilometer von seinem Wohnort Maastricht entfernt?

Rob Delahaije wird kein

„fliegender Holländer”

„Zum einen Siegen, weil ich Lutz Lindemann schon seit mehr als acht Jahren kenne. Siegen auch deshalb, weil hier ein Verein ist, der etwas bewegen will. Und die Sportfreunde Siegen sind ein Verein mit viel Ambitionen, das hat mich gereizt”, sagt der nur knapp 1,65 Meter große Holländer, und ergänzt, „ich werde natürlich so oft wie möglich hier sein und nicht ständig die 200 Kilometer hin und her fahren. Meine Familie ist auch schnell mal hier und meinen Kindern wird es hier auch gefallen, denn viel Regen haben wir ins Maastricht ja auch”.

Rob Delahaije wird also kein „fliegender Holländer” sein, der seine Kilometer auf der Autobahn runterspult.

Übrigens: Die Trainerverträge von Peter Nemeth und Rob Delahaije sind bis zum 30. Juni 2011 datiert.

ZUR PERSON

  • Rob Delahaije, geb. 24. April 1959. Der Niederländer ist verheiratet, hat zwei Kinder (Tochter 18, Sohn 15 Jahre alt) und wohnt in Maastricht (rund 30 Kilometer entfernt von Aachen).
  • Der 50-Jährige war bis zuletzt Chef-Scout beim holländischen Zweitligisten MVV Maastricht; er hat in Holland in der ersten und zweiten Division von 1971 bis 1999 463 Profi-Spiele bestritten. Nach Beendigung seiner Karriere war er in Maastricht in verschiedenen Funktionen tätig: 1999 bis 2002 Co-Trainer 1. Mannschaft und Jugend-Cheftrainer, 2002 bis 2008 Co-Trainer 1. Mannschaft und Chef-Trainer der U23-Mannschaft sowie Chef-Scout, seit 2008 Chef-Scout.

Frank Steinseifer

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