Laurenz Wassinger stößt mit 20. Saisontor Regionalliga-Pforten auf

Laurenz Wassinger hat’s gerichtet. Sein Treffer entschied die Partie gegen Rheine.
Laurenz Wassinger hat’s gerichtet. Sein Treffer entschied die Partie gegen Rheine.
Foto: WP

Erndtebrück..  Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn es das nicht war. Ein wenig weich waren die Knie, ein bisschen zerfahren das Spiel. Unterm Strich aber steht das 1:0 (0:0) gegen den FC Eintracht Rheine. Fehlen noch zwei Pünktchen, um neben dem Aufstieg in die Regionalliga auch die Oberliga-Meisterschaft in der Tasche zu haben. Und über die winkt am 10. Juni bei der Auslosung noch ein Traumlos im DFB-Pokal.

Erndtebrücker Fußball-Herz, was willst du mehr? Die Wittgen­steiner scheinen das inzwischen für die „Blauen“ entdeckt zu haben, denn 421 zahlende Zuschauer sorgten für eine durchaus ansehnliche Kuliusse - für Erndtebrücker Verhältnisse, versteht sich.

„Vielleicht lag es ja auch daran“, schmunzelte Trainer Florian Schnorrenberg, „, dass es in der ersten Halbzeit nicht so funktionierte.“

In der Tat. Da versuchte es der TuS oft - zu oft - mit dem langen Ball, der dann nicht ankam. Die Schüsse aus der Distanz drückten bereits leise aufkommende Vetrzweiflung aus. Die lang aufgeschossene Zentrale der Münsterländer Viererkette stand.

Nun, das konnte so nicht bleiben. Die Halbzeit-Ansprache des Trainers drehte sich um diese Feinheiten, die Präzision im Passspiel musste ganz einfach besser werden.

Und das wurde es. Die Erndtebrücker erhöhten den Druck, das Spiel kam in Fluss. Getragen vom Distanz-Versuch Laurenz Wassingers, der gleich mal drauf hielt nach Wiederbeginn. Ein Signal.

Geduld zahlt sich aus

Denn fortan fand der TuS die Wege, die beiden Viererketten in Bewegung zu halten. Und irgendwann musste das Tor mal fallen. Zwangsläufig. Waren Philipp Böhmer und der nach einer Stunde für den angeschlagenen Narciso Lubaca eingewechselten Tokio Nakai mit tollem 25-Meter-Freistoß noch knapp gescheitert, zahlte sich die Geduld aus, mit der der Erfolg gesucht wurde.

Wassinger, der sich 25 Meter vor dem Tor robust gegen den langen Christopher Strotmann durchsetzte und in der 71. Minute seine ganz Kaltschnäuzigkeit im Abschluss gegen Keeper Alexander Nocak unter Beweis stellte, war es vorbehalten, das Geduldsspiel aufs richtige Gleis zu setzen. Mit dem 20. Saisontor öffnete er die Regionalliga-Pforten, durch die der TuS nun nur noch schlüpfen muss.

Ein Tor, das befreiend wirkte, Lasten von den Schultern purzeln ließ. Der ausgiebige Jubel beweist, dass das Ziel nicht mehr weit entfernt ist. Am Schloss Strünkede in Herne kann es am vorletzten Spieltag erreicht werden.

Unbequeme Gegner

Wenn der TuS allerdings an die vergangenen Auftritte bei der Westfalia denkt, schwant Übles. Denn dort gab es bislang nichts zu holen. „Das muss sich jetzt eben ändern“, fordert Florian Schnorrenberg, will er mit seinen Kickern und dem im Sonderbus angereisten Anhang am nächsten Sonntag im Ruhrgebiet ein Fass aufmachen.

Unbequem, das hat auch die Eintracht aus Rheine gezeigt, sind die Gegner alle, wenn es gegen den Spitzenreiter geht. Dem will man eben gern in die Suppe spucken. Doch der wird alles dafür tun, dass die Westfalia dazu gar nicht mehr kommt.

TuS Erndtebrück - FC Eintracht Rheine 1:0 (0:0)

Erndtebrück: Bäcker - Tuysuz, Wasem, Bednorz, Lima Ribeiro - Kadiata (84. Schilamow), Ziegler, Schattner, Lubaca (60. Nakai) - Böhmer, Wassinger (72. Waldrich).

Rheine: Noack - Woltering, Garmann, Strotmann Meyer (79. Langenstroer) - Figueiredo, Guetat (11. Hölscher), Grewe, Maug (72. Dieckmann) - Fontein, Scherping.
Schiedsrichter: Jens Jeromin (Hamm).

Tor: 1:0 Wassinger (71.)

Zuschauer: 421.