Kurzer Schlendrian kann Ferndorf im Oberbergischen nicht stoppen

Gummersbach..  Die meisten Akteure des TuS Ferndorf hatten nichts mit den winterlichen Begebenheiten am Samstag auf der A4 zu tun. Sie fuhren nach dem 31:23 (16:11)-Sieg bei der U23 des VfL Gummersbach in die andere Richtung. Die Fans aus dem Siegerland merkten spätestens am Olper Kreuz, dass auch kurze Anreisen zu Auswärtsspielen schon mal ganz schön schwierig sein können.

Die Ferndorfer Mannschaft um Trainer Erik Wudtke dürfte Ähnliches nicht wegen der geschlossenen Schneedecke auf der Autobahn gedacht haben, sondern eher wegen der in einigen Minuten der Drittliga-Partie in der Eugen-Haas-Halle an den Tag gelegten Leichtfertigkeit.

Die sorgte dafür, dass der TuS gut zwei Drittel der ersten Halbzeit benötigte, um die aufmüpfigen Gummersbacher einzuholen, die beim 3:1 in der 7. Minute das einzige Mal mit mehr als einem Tor in Führung gezogen waren.

Schnelle Vorentscheidung

Beim 7:6 hatte Heider Thomas erstmals seine Farben in Front gebracht, jedoch erst in der 23. Minute beim 10:8 - wieder durch Thomas - befreiten sich die Siegerländer von den motivierten Gastgebern, die vier Minuten später praktisch besiegt waren. Patrick Bettig hatte das 14:8 markiert.

„Das war eine gute Phase“, lobte Erik Wudtke sein Team, das sich bis zur Pause und in den zehn Minuten danach kaum Fehler leistete und bis auf 21:12 davonzog.

Klar, bei neun Treffern Vorsprung ist so ein Spielchen entschieden. Da können die Zügel etwas lockerer gehalten, die Gummersbacher „Fohlen“ wieder ein wenig von der Leine gelassen werden. Die Kritik des Trainers zum folgenden Szenario: „Da waren wir dann doch etwas zu sorglos...“

Schlendrian

Nun, der VfL machte vier Tore in Serie, nutzte das Laisser-faire, den Ferndorfer Schlendrian, weitgehend aus. Erst nach dem 16. Gegentor betrachteten die Ferndorfer die Angelegenheit wieder mit dem nötigen Ernst und brachten mit der einen oder anderen Variante im Angriff (Wudtke: „Dafür hatten wir bei einer klaren Führung natürlich die Gelegenheit“) die Partie wieder in die vorgezeichneten Bahnen.

Etwas unter ging im Geschehen die 20:11-Führung in der 37. Minute. Damit hatte der TuS zur Freude seiner Fans die empfindliche Scharte der vergangenen Saison ausgewetzt. Mit diesem Resultat nämlich hatten die jungen Gummersbacher - mit Lucas Puhl im Tor - den TuS 30 Minuten lang regelrecht vorgeführt und bereits zur Pause an diesem dritten Advents-Samstag des Jahres 2013 für ein Ferndorfer Debakel gesorgt.

Psychologie

Diesmal spielte Lucas Puhl auf der anderen Seite - ein psychologisches Moment. 60 Minuten Einsatz für den Keeper. „Der kennt die Halle, da haben wir ihn durchspielen lassen“, flachste Torhüter-Kollege Kai Rottschäfer nach einem gemütlichen Abend auf der Bank, wo, naturgemäß bei solchen Resultaten, keine Hektik aufkam.

Und auch bei der Rückfahrt konnten sich die Rheinländer im Team gemütlich zurücklehnen, während die Siegerländer mit Schnee und Eis auf der Autobahn mehr zu kämpfen hatten als zuvor mit den Gummersbachern.