KTV-Reserve triumphiert im Spitzentreffen

Ingelheim..  Drei Stunden allerhöchste Spannung bot das Spitzentreffen in der Kunstturn-Regionalliga zwischen dem TuS 1848 Ingelheim und der KTV Obere Lahn II. Erst nach dem letzten Abgang vom Reck stand der Sieg der Turner aus Wittgenstein und dem Hinterland fest, denn weniger als ein Punkt machte am Ende beim 204,80:203,95 den Unterschied zugunsten der KTV-Reserve, die in diesem Jahr vielleicht sogar um den Titel und den Aufstieg in die 3. Bundesliga mitmischen könnte.

„Wenn wir kommende Woche auch gegen Großostheim gewinnen, wäre das für uns möglich“, sagte Teamkapitän Philipp Wiemers, der einzig an den Ringen turnte, dort aber als drittbester Turner seines Teams mit 10,75 Zählern in die Wertung kam.

Am Boden mit 37,65 Punkten und am Seitpferd mit 31,60 Punkten erkämpften sich die Lahntaler einen Vorsprung von 3,7 Punkten, den sie trotz Niederlagen an den Ringen und am Sprung knapp verteidigten. Absoluter Gleichstand herrschte an den Schlussgeräten, dem Barren und dem Reck. Folglich gab es nach Gerätpunkten ein 6:6-Unentschieden, doch die sind in der Tabelle (siehe links) nur die Zweitwertung – maßgebend sind zunächst die Tagessiege nach Turnpunkten, und dort lag eben die KTV-Reserve vorn.

Den Löwenanteil am Erfolg hatten die Routiniers, die beiden Felixe. Felix Weber war mit 69,60 Punkten bester Turner des Tages, knapp vor dem Ingelheimer Nepomuck Guth (69,40) und Teamkollege Felix Wiemers (69,10) – Weber und Wiemers kamen an sämtlichen Geräten in die Wertung der besten drei ihres Teams und teilten sich mit je 12,70 Punkten am Boden die Tageshöchstnote.

Doppelsalto am Reck

Ganz entscheidend zum Sieg beitragen konnte auch Sunny Joe Fiecker aus Bad Laasphe, der seine guten Leistungen vom Auftaktsieg gegen Weißkirchen größtenteils bestätigte. Als es in der Endphase richtig um die Wurst ging, behielt der erst 13-Jährige die Nerven und brachte 11,05 Punkte am Barren bzw. 10,00 Punkte am Reck, wo er unter anderem einen Doppelsalto zeigte, in die Wertung ein – ein Sturz hätte jeweils die Niederlage für das Team bedeutet. Auch die 11,55 Punkte am Boden konnten sich sehen lassen, doch Wiemers, Weber und auch Maik Wehn holten noch mehr Punkte.

Wichtig waren auch die Spezialisten wie Philipp Wiemers an den Ringen oder Sebastian Katzenbach mit 10,55 Punkten am Pferd. Der junge Henry Lettermann aus Hatzfeld-Eifa schnupperte erstmals Regionalliga-Luft am Seitpferd (8,1 Punkte), während der Bad Laaspher Michel Bürgel mit Knieproblemen fehlte.