Konkurrenz verneigt sich vor Kira Claudi

Cira Claudi
Cira Claudi
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Was wir bereits wissen
Kira Claudi vom LBC Banfetal ist am Sonntag eindrucksvoll Deutsche Meisterin der Frauen im bayrischen Carlsgrün geworden.

Carlsgrün..  Bei einer DM startete die 20-Jährige, die sich eigentlich in dieser Saison auf den Sprint statt auf Langstreckenrennen spezialisiert hat, altersbedingt zum ersten Mal in der Frauenklasse.

Zum Verfolgungsrennen über 20 Kilometer (Jugendläufer und Frauen) bzw. 30 Kilometer (Junioren und Herren), welches auf einer 3,2 Kilometer langen Strecke mit Wendeschleife ausgetragen wurde, fanden sich mehr als 600 Zuschauern ein und sorgten mit Rasseln und Trompeten für eine grandiose Stimmung. Kira Claudi hatte zunächst Bedenken, ihren Vorsprung von 30 Sekunden aus dem Prolog vom Samstag auf der sehr windanfälligen Strecke halten zu können. Sie spekulierte bereits darauf, dass es zwischen ihr und Lokalmatadorin Jessica Wirth (FC Wüstenselbitz) zu einem Zielsprint kommen könnte. Doch bereits nach einer Runde hatte die Banferin den Vorsprung auf die Teilnehmerin an der vorjährigen Junioren-WM im Skilanglauf auf über 40 Sekunden ausgebaut und vergrößerte diesen kontinuierlich.

Jugendliche kommen nicht hinterher

Durch einen langgezogenen Zwischensprint gelang ihr nach der Hälfte der Strecke sogar der Anschluss an zwei mit über 10 Sekunden vor ihr ins Rennen geschickte, männliche Jugendläufer. Kira Claudi überraschte die Konkurrenz, lief auch auf der Langstrecke die Tagesbestzeit und siegte mit sensationellen 2:35 Minuten Vorsprung vor der Lokalmatadorin Jessica Wirth. „Die läuft ja in einer völlig anderen Liga“, staunte die Bayerin. Tina Willert vom SV Lützel büßte nach dem Prolog noch einen Platz ein und erreichte auf Platz 13 das Ziel.

Claudi ist also fit für ihr Weltcup-Debüt bei den Frauen, das in zweieinhalb Wochen in Kroatien ansteht. Saisonhöhepunkt ist die WM in italienischen Val di Fiemme im September.

Die Basis für den Triumph bei den „Deutschen“ legte Kira Claudi am Samstag beim Prolog, bei dem ein Berglauf über 1,5 Kilometer und 110 Höhenmetern in klassischer Technik zu absolvieren war – allein gegen die Uhr. Schon hier säumten über 400 Zuschauer den steilen Schlussanstieg.

Beeindruckt vom Lärm und den lauten Anfeuerungsrufen demonstrierte die 20-Jährige ihre momentane Stärke und lief in 8:25 Minuten die Streckenbestzeit. Tina Willert vom SV Lützel bekam als Zwölfte 1:47 Minuten aufgebrummt.

Treude holt Bronze bei den Männern

Ihr Vereinskamerad Harald Treude, der als Zweiter des Prologs fast durchgängig mit dem 18 Sekunden vor ihm gestarteten Moritz Waidelich (SC Enzklösterle) lief, kam bis zur letzten Runde als Deutscher Meister in Frage. In dieser musste er Waidelich aber ziehen lassen und wurde wenige Meter vor dem Zielstrich von einer Gruppe ein- und überholt. Treude überquerte in seinem ersten Saisonrennen als Vierter die Ziellinie und sicherte sich bei den Männern die Bronzemedaille, weil der siegreiche Waidelich noch Junior ist.

Niklas Bender, der ebenfalls für den SV Lützel die Inliner schnürt, behauptete seine gute Position aus dem Prolog (Platz 5, +39 Sekunden) nicht und erreichte mit 3:14 Minuten Rückstand als sechster Läufer das Ziel. Dies bedeutete Silber bei den Junioren.