Kommt Thomas Wüst zum SV Feudingen?

Thomas Wüst beobachtete das Spiel Sportfreunde Edertal gegen den SV Feudingen und könnte sich ein Engagement in Feudingen vorstellen.
Thomas Wüst beobachtete das Spiel Sportfreunde Edertal gegen den SV Feudingen und könnte sich ein Engagement in Feudingen vorstellen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der SV Feudingen will sich bei der Trainersuche Zeit lassen. Ein Kandidat könnte Thomas Wüst sein, der den Sieg in Edertal interessiert verfolgte.

Raumland..  Es war ein Schritt in die richtige Richtung – davon kündete auch die Freude, welche die Fußballer des SV Feudingen nach dem 3:2-Auswärtssieg am Dienstagabend bei den Sportfreunden Edertal zeigten. Nachdem der Vorjahres-Vizemeister in den ersten fünf Partien des Jahres 2015 nur vier Punkte geholt und den direkten Anschluss an die Spitze verloren hat, drehten die Lahntaler nun einen 0:1-Rückstand um – und wahrten zumindest eine Außenseiterchance auf die Meisterschaft in der Kreisliga B.

Glücklich war auch Interimstrainer Michael Klein, der die Mannschaft bis Saisonende gemeinsam mit Hans-Peter Hackler trainieren wird. „Das soll bis Saisonende so weiterlaufen“, sagte Klein, der auch dem Feudinger Fußball-Ausschuss angehört, nach der kürzlichen Trennung vom langjährigen Trainergespann Martin Uvira und Marco Schiavone.

Dass dies mit der zuletzt absinkenden Formkurve zusammenhing, wollte Klein so nicht sagen: „Wir stehen wieder mit oben drin, das war unser Ziel. Man kann zufrieden sein mit der Saison.“

Zeit für Experimente

Radikale Änderungen nahm das Interimsduo übrigens nicht vor. Schlüsse ließen sich aus dem Flutlichtspiel in Raumland aber durchaus ziehen: der Verein will in den restlichen Spielen verstärkt jungen Spielern eine Chance geben.

Für den stets gesetzten Uvira rückte Jannik Jendryschik, der noch der A-Jugend angehört, als Offensivkraft in die Startelf – und machte seine Sache im ersten Männer-Punktspiel durchaus gut. „Meister müssen wir nicht werden, absteigen können wir nicht mehr“, sieht Klein aktuell die perfekte Zeit für Experimente und berief noch zwei weitere Jugendliche in den Kader.

Tim Eckhardt, der schon vorher regelmäßig dabei war, stand ebenfalls in der Startelf, Janik Haßler durfte immerhin auf der Bank dabei sein. „Wir wollen so viele eigene, junge Spieler wie möglich einbauen. Das ist unser Konzept“, sagte Klein und erkannte: „So wie bei fast allen Vereinen.“

Doch nicht überall lässt sich dies umsetzen, weil aus dem Nachwuchs qualitativ und quantitativ zu wenig nachkommt. Dieses Problem hat Feudingen nicht, denn in der JSG Lahntal stellt der SV gut die Hälfte der A- und B-Jugendlichen. Sechs Spieler werden in diesem Sommer zu Senioren, sieben sind es im Jahr darauf.

„Auch wegen unserer Jugendarbeit sind wir eine gute Adresse“, ist Michael Klein optimistisch, zur kommenden Saison einen Trainer auf der Bank sitzen zu haben, der die Mannschaft voranbringt – wenngleich sich die Suche schwierig gestaltet. Bewerbungen sind noch nicht eingegangen und auf dem Trainermarkt ist wenig los. „Die meisten sind schon weg, da ist es schwer, jemanden zu finden.“ Deshalb grenzen sich die Feudinger nicht ein. Es müsse kein Spielertrainer sein, es müsse nicht zwangsläufig jemand aus Wittgenstei sein. „Er sollte nur nicht zu alt sein. Wichtig ist, dass es einfach passt.“

Einer, der Zeit hätte, verfolgte den Feudinger 3:2-Sieg bei den Sportfreunden Edertal am Rand: Thomas Wüst. Der Salchendorfer, der vor elf Tagen aus persönlichen Gründen bei A-Kreisligist Adler Dielfen zurücktrat, erklärte, das Spiel „aus alter Verbundenheit“ mit Hans-Peter Hackler verfolgt zu haben. Entsprechend herzlich fiel die Begrüßung aus. Bahnt sich da etwas an?

„Edertal sucht doch auch noch einen Trainer“, lachte Michael Klein und kündigte an, dass in den nächsten Tagen nicht mit Neuigkeiten zu rechnen sei. „Wir müssen noch ein paar Gespräche führen, es kann noch dauern.“

Mit Thomas Wüst haben die Feudinger noch nicht über eine Trainerstelle gesprochen – doch das könnte noch kommen. „So wirklich auf der Suche bin ich nicht“, sagte der frühere Torwart Wüst, der sich nach fünf Jahren als Trainer in Dielfen eine Auszeit nehmen wollte. Eigentlich. Einem Engagement in Wittgenstein wäre er nicht abgeneigt: „Ich kann mir das vorstellen.“