Kein Interesse am „Norweger Modell“

Acht Beine weniger, das schafft Platz für Räume. Doch in Siegen-Wittgenstein stößt das „Norweger Modell“ nicht auf Interesse.
Acht Beine weniger, das schafft Platz für Räume. Doch in Siegen-Wittgenstein stößt das „Norweger Modell“ nicht auf Interesse.
Foto: Rene Traut

Siegen-Wittgenstein..  Neun statt elf - lautet so das neue Motto der Fußballer? Der westfälische Verband in Kaiserau hat das so genannte „Norweger Modell“ für sein Gebiet genehmigt (wir berichteten). In den D- und C-Kreisligen dürfen ab der kommenden Saison Mannschaften mit neun Spielern antreten. Der jeweilige Gegner hat sich darauf einzustellen und darf ebenfalls nicht mehr Kicker aufbieten.

Springen nun auch im Fußball-Kreis Siegen-Wittgenstein die Vereine der unteren Spielklassen auf diesen Zug? „Nein“, schüttelt der Kreisvorsitzende Marco Michel den Kopf, „bislang sind noch keine Meldungen dazu erfolgt.“

Demographischer Wandel

Seit dem 1. Juli besteht die Möglichkeit - ähnlich wie schon seit geraume Zeit bei den B-Juniorinnen -, dieses Modell zu nutzen. Bei den Senioren indes scheint die Möglichkeit, dem demographischen Wandel auf diese Art vorzubeugen, ne keine Zukunft beschieden zu sein.

„Ich persönlich halte auch nicht viel davon“, so der Kreisvorsitzende aus Rinsdorf. „Das ist einfach zu weit weg vom Fußball, wie ihn der Zuschauer sehen will.“

„Unter der Decke“

Der Kreis hatte im Vorfeld der Veröffentlichung in der Verbands-Zeitschrift „Westfalen-Sport“ das Modell bewusst „unter der Decke“ gahalten, war bei seinen Vereinen dafür nicht auf die Werbetour dafür gegangen. „Wer in der Meisterschaft mitspielen will“, so Michel, „sollte schon auch in der Lage sein, elf Spieler auf den Platz zu bringen.“

Beim Frauen-Fußball hat der Verband für dieses Modell die Teams in den B-Kreisligen vorgesehen. Da es die in Siegen-Wittgenstein nicht gibt, ist das hierzulande also kein Thema.

Keine Zukunft

Noch einmal Marco Michel: „Ich persönlich sehe für das Modell keine Zukunft für den normalen Meisterschafts-Spielbetrieb. Vorstellbar ist das am ehesten im Hobby- und Freizeitbereich.“

Neu in den Statuten des Verbandes ist zudem seit dem 1. Juli die Aufstiegs-Möglichkeit für Spielgemeinschaften bis in die Westfalenligen - das gilt sowohl für den Jugend- als auch für den Seniorenbereich. Hier sieht Marco Michel eher eine Zukunftslösung für die Vereine, wenn wirklich einmal „Not am Mann“ herrscht.