Hinauf zu den „Dächern der Tour de France“

Briancon/Helberhausen..  Auf die Spuren der Tour de France bgaben sich zwölf Radsportler der TSG Helberhausen - praktisch „auf das Dach“ der legendären Frankreich-Schleife. Was den „Bergziegen“ bei der Tour der Leiden auf zwei dünnen Rädern erst noch bevor steht, die Siegerländer haben die Strecken schon mal getestet.

Der Jahresausflug der Siegerländer Radler, die im vergangenen Jahr das Amstel-Gold-Race vom holländischen Valkenburg aus unter die Pneus genommen hatten, führte in die Alpen. „Ein lang ersehnter Wunsch, der endlich wahr wurde“, wie Meinhard Menn, der Sportleiter der TSG, mitteilt.

Col de L’Echelle

Bei bestem Alpenwetter ließen sich die durch viele Trainings-Kilometer gestählten Touristen schon am Ankunftstag nach zehnstündiger Anreise nicht davon abhalten, von ihrem Ausgangspunkt im Hotel de Paris in Briancon gleich die ersten „Hügel“ zu meistern. Es ging in Richtung Sestrière zum Col de Montgenèvre auf 1854 Meter und durchs Val des Prés zum Col de L‘Echelle auf 1762 Meter.

„Eine Fahrt zum Warmmachen“, wie das Dutzend erklärte, denn die „echten Klassiker“ sollten ja erst noch folgen.

Am nächsten Tag hieß es vorbei an Guillestre und den Schluchten „Combe du Queyras“ im Tal des Guil über Arvieux und die zerklüfteten Felsen von Casse Déserte mit dem Radfahrer-Denkmal für die Tour-Legenden Louison Bobet und Fausto Coppi ging es auf eine 90 Kilometer lange, anstrengende Runde über den Col d’Izoard (2360 Meter) und Cervières zurück nach Briançon.

Galibier

Doch das sollte nicht der Höhepunkt gewesen sein: Standen doch an Tag drei der „Siegerländer Schleife“ mit dem Col du Lautaret (2057 Meter) und dem Col du Galibier (2645 Meter) echte Härtetests auf dem Programm, wo sich schon so manche Tour de France in ihre entscheidende Phase begeben hat.

Der Blick auf den Mont Blanc stand von hier aus natürlich auch auf dem Zettel der Touristen. Ein Teil der Gruppe fuhr weiter hinunter bis Valloire zum Col du Télégraphe (1566 Meter) und anschließend wieder hoch zum Galibier und von dort zurück nach Briançon.

Tagesbilanz: 122 Kilometer Strecke mit bewältigten 2870 Höhenmetern.

Col de Vars

Auch der letzte Tag hatte es höhen- und kilometer-mäßig in sich: Nach kurzer Anfahrt mit dem Pkw starteten die Helberhausener in Guillestre zur Col du Vars-Runde, zunächst durch das Tal der Durance Richtung Embrun zum Lac de Serre-Poncon.

Bei herrlicher Aussicht über den See kurbelten die Nordsiegerländer durch die Schluchten des Ubaye-Tals nach Barcelonette.

Brunnenrast

Nach kurzer Brunnenrast in Jausiers ging es dann nur noch bergauf: Waren die bisher gefahrenen Pässe mit bis zu zehn Prozent Steigung noch steil, war der Col du Vars mit seinen 2109 Metern mit bis zu 13-prozentiger Steigung eher heftig und dazu auch noch lang.

Gekühlte Getränke

Dafür wurden die ausgepumpten Radler oben auf der Passhöhe mit einer herrlichen Alpenkulisse und gekühlten Getränken belohnt.

Die rasende Abfahrt nach Guillestre durch den Skiort Vars (1860 Meter) war dann der verdiente Spaß für die fast 130 Kilometer lange Tagesrunde.

Alpes d’Huez

Ursprünglich war auch noch die Königs-Etappe zum legendären Alpe d’Huez - dem Kultanstieg und vorletztem Etappenziel mit Bergankunft der diesjährigen Tour de France - geplant. Leider ist die Hauptverbindungstraße zwischen Briançon und Grenoble aber durch einen Tunnel-Einsturz beim Lac du Chambon seit April und noch bis November gesperrt, so dass sich die zwölf Siegerländer spontan für eine Alternativroute entschieden haben.

Alle waren sich bei der Rückfahrt einig: „Das waren anstrengende, aber unvergessene und erlebnisreiche Tage.

Nächstes Jahr zum Kaiserstuhl

Und der Plan für den nächsten Sommer steht auch schon: Es geht an den Kaiserstuhl im badischen Land. Eine Tour, die die Gruppe schon einmal verschieben musste.