Heimische Teams müssen gegen die Spitze ran

Kaan-Marienborn/Erndtebrück..  Nach den „Nullnummern“ am vergangenen Spieltag – jeweils 0:1 verloren – wollen der 1. FC Kaan-Marienborn und der TuS Erndtebrück II möglichst schon am Sonntag zurück in die Erfolgsspur. Aber: Beide Teams bekommen es mit Top-Gegnern zu tun, die in die Oberliga streben: TSV Marl-Hüls bzw. Westfalia Wickede.

Kaans Trainer Thorsten Nehrbauer lag die 0:1-Pokalpleite am Mittwoch bei Bezirksligist SF Birkelbach auch noch gestern schwer im Magen. „Die Art und Weise hat mir gestunken. Das hat was mit Einstellung zu tun. Es gibt da einiges zu bereden“, schnaubte der Coach über die leichtfertig verpasste Chance eines attraktiven Finals gegen Oberligist TuS Erndtebrück. Nehrbauer schloss personelle Konsequenzen für die Partie am Sonntag beim Tabellenzweiten nicht aus: „In ein, zwei Fällen könnte das der Fall sein.“

Allerdings sind Nehrbauer in gewisser Weise auch die Hände gebunden, denn ihm fehlen auch in Marl-Hüls mit Toni Gänge, Mats Scheld und Thomas Brühl drei Stammspieler. Deren Fehlen machte sich auch am vergangenen Spieltag beim 0:1 gegen Wanne-Eickel negativ bemerkbar, war Kaan vor allem bei Standardsituationen ohne Spezialist Scheld nicht so gefährlich. Positiv ist dagegen die Rückkehr des ballsicheren und robusten Jarred Jörgens.

Will Kaan sich im Kampf um Platz zwei noch einmal zurück melden, darf in Marl zumindest nicht verloren werden. Druck spüren aber auch die Gastgeber, für sich mit der stärksten Offensive der Liga den Aufstieg auf die Fahne geschrieben haben, in diesem Jahr aber in sechs Spielen „nur“ zehn Punkte holten und die Tabellenspitze räumen mussten. Mit Christian Erwig und Sebastian Westerhoff teilen sich zwei Marl-Hülser mit jeweils 17 Toren den zweiten Rang in der Torjägerliste. „Für uns geht es darum, mutig zu sein und Mumm zu haben,“ hofft Nehrbauer auf eine Trotzreaktion in einer richtungsweisenden Partie: „Irgendwie ist es für beide ein Endspiel.“

Ein Großteil des Erndtebrücker Reserve-Teams hat sich auf das Wochenende und die Partie gegen den Spitzenreiter aus Wickede mit einem 5:0-Pokalerfolg bei GW Siegen eingestimmt. Inwieweit die Wittgensteiner daraus etwas mitnehmen, wollen sie den Dortmundern am Sonntag mit auf den Weg geben.

Allerdings täuschen die fünf Tore vom Mittwoch auf dem Siegener Lindenberg über die Kräfteverhältnisse, die dereit in der TuS-Offensive herrschen, hinweg. Denn Trainer Michael Müller bemängelte die fehlende Durchschlagskraft seiner Angreifer: „Bis 20 Meter vor dem Tor sieht das alles gut aus, dann verlässt den einen oder anderen der Mut.Wir haben zuletzt in Brünninghausen nicht eine Torchance heraus gespielt.“

Gegen die Wickeder fehlt zu allem Überfluss nun auch noch der in Siegen angeschlagene Anil Berber, der wenigstens ab und an zum Torschuss ansetzt und auch als Ideengeber aus dem zentralen Mittelfeld auftreten kann. Das erschwert die Aufgabe gegen die Westfalia, die freilich zuletzt gegen Iserlohn Federn ließ.