Griffel und Leese im Favoritenkreis

Einer der Kandidaten für den Trainerposten bei den Sportfreunden Siegen: Ottmar Griffel (links).
Einer der Kandidaten für den Trainerposten bei den Sportfreunden Siegen: Ottmar Griffel (links).
Foto: WP
Von Freitag bis Sonntag bestreiten die Sportfreunde Siegen ihr ersten Testspiele. Nur: Wer wird verantwortlich an der Linie stehen? Wer wird Nachfolger von Michael Boris? Zwei der Kandidaten sind Lars Leese und der Ex-Olper Ottmar Griffel.

Siegen..  Sportfreunde Siegen und Michael Boris gehen getrennte Wege. Seit Dienstagabend ist das klar (wir berichteten). Es hat viele Stellungnahmen - sogar satirische - dazu gegeben. An denen wollen wir uns jetzt nicht beteiligen, es macht vielmehr Sinn, die Chancen zu erkennen, die sich aus der endlich geklärten Sachlage ergeben könnten. Dass der Fußballlehrer vor dem Absprung stand, war eigentlich jedem der Verantwortlichen bei den Sportfreunden klar.

Daran herum zu mäkeln, bringt nichts. Am ehesten lässt sich über den Zeitpunkt streiten oder auch über das Ziel. Der KFC Uerdingen erscheint auf den ersten Blick nicht als das erstrebenswerte Schlaraffenland, kickt in der kommenden Saison in der im Vergleich mit der westfälischen als schwächer einzustufenden Oberliga Niederrhein. Das könnte auch als Vorteil gesehen werden, denn die Krefelder können dort eher einen direkten Wiederaufstieg realisieren als die Siegener hierzulande. Im Gegensatz zu den Sportfreunden geht der KFC auch als Favorit ins Rennen.

Geht auch Poremba nach Uerdingen?

Wie dem auch sei: Die Gemütslage bei den Sportfreunden schwankt zwischen Erleichterung wegen der endlich gewonnenen Klarheit und Verzweiflung, jetzt möglichst schnell einen neuen Trainer präsentieren zu müssen. Die ersten Namen sind da schon gefallen. Lars Leese zum Beispiel. Auch sein gerade eingegangenes Engagement bei einem Kölner Bezirksligisten erhebt ihn auf einen gewissen Favoritenschild.

Aber es gibt auch andere Namen. Ottmar Griffel ist einer. Wie zu hören war, durchaus ein von einigen Leuten im Entscheidungsfindungs-Gremium favorisierter, weil erschwinglicher, Kandidat. Der hat gerade Nachbar SpVg Olpe zurück in die Westfalenliga geführt und seinen Hut genommen, wäre also frei. Ob der inzwischen 56-Jährige, der in der 80er-Jahren ein Sportfreunde-Torjäger unter Trainer Elmar Müller war, die Fähigkeit besitzt, aus einem doch recht zusammengewürfelten Haufen junger Spieler eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, bleibt dahin gestellt.

„Vielleicht ist das ja eine Chance für uns“, so der Sport-Vorstand der Sportfreunde, Reiner Jakobs. Der ist einerseits froh, endlich einen Haken hinter die Personalie Boris machen zu können, „... auch wenn ich mich mit ihm stets sehr gut verstanden habe.“ Andererseits aber sicher, dass jetzt eine andere Basis geschaffen werden kann.

Kaum allerdings hat Michael Boris in Uerdingen seinen Vertrag unterschrieben, ranken weitere personelle Gerüchte zwischen Sieg und Rhein. Dominik Poremba, so heißt es, würde viele Probleme beim KFC nach dem Weggang von Udegbe lösen. Der Siegener Vorstand war ziemlich sicher, noch in dieser Woche die Vertragsverlängerung mit dem Torhüter zustande zu bringen. Basis dafür ist eine Arbeitsstelle des diplomierten Betriebswirts. „Sportfreunde Siegen ist mein erster Ansprechpartner“, so Poremba, „auch wenn die Gespräche derzeit etwas ins Stocken geraten sind.“

Der Keeper verhehlt zudem nicht, dass er gerne mit Michael Boris zusammengerabeitet hat, Uerdingen demnach eine durchaus vorstellbare Verlängerung dieser Kooperation darstelle.