Goldenes Tor durch May

Die Käner Spieler bejubeln das 1:0 durch Michael May beim Derby in Erndtebrück.
Die Käner Spieler bejubeln das 1:0 durch Michael May beim Derby in Erndtebrück.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Durch ein Tor von Michael May gewann der 1. FC Kaan-Marienborn das Derby in der Fußball-Westfalenliga beim TuS Erndtebrück II mit 1:0, beklagte aber die Rote Karte für Mats Scheld. Es war eine spannende Partie im Pulverwaldstadion.

Erndtebrück..  Wildes Feiern war nicht – zumindest nicht direkt nach dem Spiel. In der Kabine des Fußball-Westfalenligisten 1. FC Kaan-Marienborn wummerte die elektronische Musik nach dem 1:0-Auswärtssieg beim TuS Erndtebrück II zwar mit gefühlt 115 Dezibel, doch getanzt und gesungen wurde nicht. Die einen saßen mit dem Kopf an die Wand gelehnt, andere stützten ihren Oberkörper auf den Knien ab.

Das passte zwar nicht zum Umstand, dass die „Roten“ durch ein Tor von Michael May (34.) gerade das einzige Derby des Jahres gewonnen hatten, wohl aber zur Art und Weise, wie dieser Sieg errungen wurde. Es war ein Arbeitssieg für den 1. FC Kaan-Marienborn – mal wieder. „An unserer läuferischen Qualität hat es nicht gefehlt“, zollte Kaans-Trainer Thorsten Nehrbauer seiner Truppe ein verklausuliertes Lob.

Mit taktischer Disziplin, kompromissloser Zweikampfführung und hohem läuferischen Aufwand sorgten die Gäste dafür, dass die Pulverwald-Elf in der 1. Halbzeit gar nicht und in der 2. Halbzeit erst spät Chancen aus dem Spiel herauf beschwören konnte.

„Heute hatten wir das Glück, das in der Hinrunde oft fehlte“, sagte Kaans Trainer Thorsten Nehrbauer – und dürfte vor allem die 80. Minute gemeint haben. Denn da vergab Erndtebrücks eingewechselter Co-Trainer Konstantin Volz vom Elfmeterpunkt die Chance zum 1:1, traf nur die Latte. Der als Rechtsverteidiger aufgebotene Mats Scheld hatte zuvor – eher ungeschickt – Anil Berber im Strafraum am Arm gehalten, was Schiedsrichter Andreas Braun als Notbremse wertete – und deshalb Rot zeigte.

„Er hätte auch weiterlaufen können, aber ich fasse ihn schon“, meinte Scheld und fügte hinzu: „Rot war’s aber nicht, er geht ja nach außen.“ Ein gefährlicher Abschluss hätte aus der Situation tatsächlich kaum entstehen können.

Brandgefährliche Ecken

Bemerkenswert: Die fast 15 verbleibenden Minuten in Unterzahl brachte Kaan über die Bühne, ohne noch eine Chance zuzulassen. „Wir haben es immer wieder aus dem Halbfeld versucht, aber Kaan stand einfach sehr gut“, erkannte TuS-Trainer Michael Müller an, dessen Mannschaft noch zwei dicke Möglichkeiten nach den brandgefährlichen Ecken von Anil Berber verzeichnete. Einen Kopfball von Patrick Flender klärte Jan-Peter Stein auf der Linie (52.), Volz schießt ans Außennetz (68.).

Verdient war indes die Halbzeitführung von Kaan-Marienborn, denn nach viel Mittelfeldgeplänkel und wenig Abschlüssen dominierten die Gäste nach einer Umstellung von Thorsten Nehrbauer. Flügelstürmer Jarred Jörgens tauschte die Position mit Zentrumsspieler Michael May, was sich in der 34. Minute als goldener Griff erwies. May war nach einem unglücklich durch Sascha Leicher verlängerten Ball von Jörgens frei durch und verwandelte eiskalt zum 1:0.

Mats Scheld mit einem tollen Freistoß (38.) und Jörgens mit einem Lattentreffer nach Ecke von May (43.) hatten die Chance, auf 2:0 für Kaan zu erhöhen, doch in der 2. Halbzeit prüften die Gäste nicht einmal das Können von TuS-Ersatzkeeper Marcel Eichler, der in der 44. Minute für den mit einem Faserriss ausscheidenden Jannik van der Heiden kam. „Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen“, ärgerte sich Marius Jung.